Münzstempel der 50-Peso-Münze. Foto: Lang
Münzstempel der 50-Peso-Münze. Foto: Lang

Feinwerktechnik

23. August 2021 | Teilen auf:

Nachrichten aus der Branche

(August 2021) Die Firma Lang liefert für die staatliche Zentralbank von Kolumbien Maschinen für die Herstellung von Meisterwerkzeugen, eine Umfrage zu Corona und Lieferengpässen brachte interessante Ergebnisse, mobile Roboter boomen weltweit, Sandvik Coromant geht eine Partnerschaft mit HCL Technologies ein und der Online-Fertiger Facturee sorgt für stabile Lieferketten.

Prägende Maschinen

Banken müssen hohe Sicherheitsstandards bei der Münzherstellung umsetzen. Daher setzt die staatliche Zentralbank von Kolumbien „Banco de la República“ die Maschinen der Firma Lang für die eigene Produktion von Meisterwerkzeugen für die Herstellung von Metallmünzen ein. Lang verfügt über 35 Jahre Erfahrung in der Münzindustrie und lieferte ein speziell auf die Bedürfnisse der Zentralbank abgestimmtes Gesamtpaket aus Maschinen, Software und Support. Dieses begünstigt die Sicherheit, da keine zusätzlichen Partner in die Abläufe involviert sind. Die Vorort-Inbetriebnahme erfolgte kürzlich.

Thomas Kozian, Geschäftsführer der Firma Lang, erklärt: „Da bei der Münzprägung der Zentralbank in Kolumbien hohe technologische Standards und genaue Spezifikationen gefordert sind, haben wir als Hersteller von Fräs-, Laser- und Digitalisier-Maschinen sowie Automationssystemen ein entsprechendes Maschinenpaket auf die speziellen Anforderungen zugeschnitten. Dieses umfasst das Digitalisiersystem LDigit express, die Fräsmaschine Impala 400 und die SU2 Präzisions-Werkzeugschleifmaschine.“

„Das gesamte Maschinenpaket wurde kürzlich vor Ort in Ibagué in Kolumbien, wo die Münzprägestätte steht, von unserem Servicetechniker installiert und in Betrieb genommen“, erklärt Thomas Kozian.

Interessante Umfrageergebnisse

Die Umfrage ergab, dass die Unternehmen noch einige Monate mit Versorgungsengpässen rechnen. Grafik: CBAF

Trotz anhaltender Pandemie treffen sich heute bereits wieder vier von fünf Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland (83 Prozent) mit ihren Kunden und Lieferanten persönlich. Das hat eine aktuelle Umfrage des Finanzdienstleisters Close Brothers Asset Finance (CBAF) unter je 200 Unternehmen der Branche ergeben. Die Befragung zeigt zudem, dass knapp die Hälfte der Unternehmen (47 Prozent) ein Ende der Corona-bedingten operativen und organisatorischen Einschränkungen erst in vier bis sechs Monaten erwartet und ein weiteres Drittel (32,5 Prozent) sogar erst in sieben bis neun Monaten. Positiver gestimmt sind nur 17,5 Prozent der Befragten: Sie rechnen mit einer Rückkehr zur Normalität in weniger als drei Monaten. Die verbleibenden drei Prozent der Umfrageteilnehmer sind besonders pessimistisch und sieht eine Normalisierung erst in zehn bis zwölf Monaten.

In der gleichen Umfrage wurde auch nach der Rohstoffversorgung gefragt. Hier gaben 81 Prozent der Unternehmen an, dass sie Engpässe haben. Bezüglich der Dauer der Versorgungsengpässe sind die Betroffenen wenig optimistisch: Nur 18 Prozent erwarten, dass die Probleme bereits innerhalb der nächsten drei Monate enden. Die große Mehrheit dagegen geht von einer deutlich längeren Zeitspanne aus: 42,5 Prozent rechnen mit vier bis sechs Monaten, weitere 28 Prozent sogar mit sieben bis neun Monaten bis zur Normalisierung. Weitere sechs Prozent sind noch negativer in ihren Erwartungen und gaben an, dass es erst in zehn bis zwölf Monaten keine Probleme mehr mit der Versorgung geben wird.

Mobile Roboter

Der Einsatz von mobilen Robotern steigt in allen Bereichen. Grafik: IFR

Mobil arbeitende Roboter boomen weltweit: Der Absatz von Autonomen Mobilen Robotern (AMR) wird beispielsweise zwischen 2020 und 2023 in der Logistikbranche jährlich um 31 Prozent steigen. Gleichzeitig nimmt der Einsatz von AMR im öffentlichen Raum rasant zu – die IFR prognostiziert ein Wachstum der jährlichen Verkaufszahlen um vierzig Prozent weltweit. Wie sich Mobilität auf die Robotik auswirkt und warum es sich dabei um eine bahnbrechende Entwicklung handelt, hat die International Federation of Robotics untersucht und in dem neuen Whitepaper „A Mobile Revolution" veröffentlicht.

„Mobile Roboter werden traditionell in einem industriellen Umfeld eingesetzt, etwa um Werkteile in der Fabrik zu transportieren oder Maschinen zu beschicken“, sagt Milton Guerry, Präsident der International Federation of Robotics. „Heute arbeiten AMR auch in Anwendungen, bei denen sie sich im öffentlichen Raum bewegen. Dabei informieren die mobilen Helfer Kunden beim Einkauf, liefern Zimmerservice-Bestellungen in Hotels aus oder unterstützen bei polizeilichen Aufgaben, indem sie beispielsweise in städtischen Parks patrouillieren. Das IFR-Whitepaper zur mobilen Revolution gibt einen Überblick über die Anwendungsszenarien für mobile Roboter und ihre wichtigsten Auswirkungen.“

Neue Partnerschaft

Im Gegensatz zu konventionellen Drehbearbeitungen können Fertigungsunternehmen mit Prime-Turning Längs-, Plan- und Profildrehbearbeitungen mit nur einem Werkzeug durchführen. Foto: Sandvik Coromant

Sandvik Coromant, Weltmarktführer für Werkzeuge und Zerspanungslösungen, hat eine neue Partnerschaft mit dem globalen Technologieunternehmen HCL Technologies bekannt gegeben. Ziel ist die Integration des Prime-Turning Bearbeitungsverfahrens in die CAM-Works Software, wodurch Anwender Drehprozesse effizient und sicher planen sowie die Produktivität erhöhen können.

Das Prime-Turning Verfahren und die unterstützenden Werkzeugen bieten die erste branchenweite Lösung zum Drehen in alle Richtungen. Im Gegensatz zu konventionellen Drehbearbeitungen, die seit Jahrzehnten nicht mehr weiterentwickelt wurden, können Fertigungsunternehmen mit Prime-Turning Längs- (sowohl vor- als auch rückwärts), Plan- und Profildrehbearbeitungen mit nur einem Werkzeug durchführen. Durch den Einsatz der zwei innovativen und vielseitig einsetzbaren Werkzeuge Coro-Turn Prime Typ-A und Typ-B verbessert Prime-Turning im Vergleich zum konventionellen Drehen nachweislich die Effizienz und die Produktivität.

Als Teil der neuen Partnerschaft hat HCL das Prime-Turning Verfahren in seine CAM-Works Software integriert. „Die Partnerschaft mit HCL ist entscheidend, um die Zufriedenheit unserer Kunden zu gewährleisten und ihnen dabei zu helfen, ihre Effizienz weiter zu steigern“, erklärt Marko Stugbäck, Produktmanager für Digital Machining Business bei Sandvik Coromant.

Stabile Lieferketten

Lieferengpässe in der Industrie bremsen die Konjunktur. Online-Fertigung werben mit stabilen Lieferketten. Foto: Shutterstock/Facturee

Die industrielle Produktion in Deutschland ist stark ins Stocken geraten. Materialmangel sowie Lieferengpässe könnten die deutsche Volkswirtschaft bis Ende des Jahres um die 25 Milliarden Euro kosten. Das besagt die aktuelle Erhebung „Bedeutung von Lieferengpässen für die laufende Produktion in Deutschland“ des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Mit dem Konzept der Online-Fertigung von Facturee lässt sich nach Aussagen des Anbieters Verzögerungen bei der Materialbeschaffung und Lieferschwierigkeiten entgegenwirken. Online-Fertigung ermöglicht stabile Beschaffungsprozesse durch eine schnelle Anpassung an aktuelle Gegebenheiten. Facturee verfügt hierfür über ein Netzwerk von über 1.000 Fertigungspartnern und rund 8.000 Maschinen.

Nicht nur die Lieferwege sind durch die Corona-Krise beeinträchtigt. Die Industrie verzeichnet insbesondere nach den Lockdowns eine sprunghaft angestiegene Nachfrage nach Zeichnungsteilen. Moritz König, CEO bei Facturee sagt: „Die Entwicklung bei den Zeichnungsteilen führt bei Lohnfertigern zu vollen Auftragsbüchern, aber auch zu einer schnelleren Auslastung. Oftmals fehlt es an genügend freien Kapazitäten. Wir können mit unserem Konzept Marktungleichgewichte ausgleichen. Denn unser Fertigungsnetzwerk kann der gestiegenen Nachfrage sehr viel besser begegnen, da wir über die Kapazitäten unserer Fertigungspartner immer informiert sind und Aufträge verteilen können. Auch in der aktuellen Situation bieten wir somit kurze Lieferzeiten und sind uneingeschränkt lieferfähig.“