Am 30. November und 1. Dezember 2021, findet jeweils von 9:30 Uhr bis 13:00 Uhr das virtuelle Symposium „Digitalisierung souverän gestalten“ statt. Grafik: iit
Am 30. November und 1. Dezember 2021, findet jeweils von 9:30 Uhr bis 13:00 Uhr das virtuelle Symposium „Digitalisierung souverän gestalten“ statt. Grafik: iit

Feinwerktechnik

23. November 2021 | Teilen auf:

Nachrichten aus der Branche

(November 2021) Das virtuelle Symposium „Digitalisierung souverän gestalten“ will wichtige Impulse geben, die Messe Grinding-Hub im Mai 2022 in Stuttgart startet mit der Aufplanung der drei Messehallen, eine neuer Roboter soll die Batterien von E-Autos recyceln, der Nachwuchswissenschaftler Dr. Tilman Traub ist mit der Otto-Kienzle-Gedenkmünze ausgezeichnet worden und der neue VDW-Podcast widmet sich der Frage: „Kann Wertschöpfung vor Ort funktionieren?“.

Digitalisierung souverän gestalten

Am 30. November und 1. Dezember 2021, findet jeweils von 9:30 Uhr bis 13:00 Uhr das virtuelle Symposium „Digitalisierung souverän gestalten“ des Instituts für Innovation und Technik Berlin statt.

Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft geben wichtige Impulse, um die Bedeutung digitaler Souveränität für das ganze Unternehmen und auch konkret für die Fachkräfte in der Werkstatt richtig einzuschätzen. Diskutieren Sie mit ihnen ganz praktische Fragestellungen zum Datenaustausch, zum Vertragsschutz oder zu technischen Lösungen. Ansätze für souveränes und rechtssicheres Agieren mit Plattformen, Mehrwertanbietern und Services werden vorgestellt. Machen Sie sich fit für die Managementaufgaben in Ihrem Unternehmen. In einem Co-Creation-Workshop werden an konkreten Use-Cases aus der Industrie Kriterien erarbeitet, mit denen Sie Anwendungen im eigenen Unternehmen besser bewerten können. Darüber hinaus wird die Frage beantwortet, wie man die Technikentwicklung und -anwendung sinnvoll gestalten und beispielsweise Künstliche Intelligenz erklärbar und kontrollierbar machen kann.

Die Veranstaltung richtet sich gleichermaßen an Unternehmen, Forschungseinrichtungen und politische Institutionen. Informieren Sie sich auf der unter www.iit-berlin.de.Um Ihnen einen besseren Überblick zu verschaffen, können Sie sich ebenfalls das Video zur Veranstaltung anschauen.

Grinding-Hub startet mit Aufplanung

Die positiven Zahlen ermöglichen den Start einer kompakten Aufplanung von drei Hallen auf dem modernen Stuttgarter Messegelände. Foto: Messe Stuttgart

Die Vorbereitungen für neue Leitmesse der Schleiftechnik im Mai 2022 in Stuttgart schreiten nach erfolgreichem Abschluss der Anmeldephase weiter voran.

Über 260 Unternehmen hatten sich mit Abschluss der Anmeldephase Ende September ihren Platz auf der Grinding-Hub gesichert. Nun startet das Team der neuen Leitmesse für Schleiftechnik in die nächste Phase und beginnt mit der Aufplanung von mehr als 14.500 Nettoquadratmetern (entspricht rund 30.000 Bruttoquadratmetern) Ausstellungsfläche. „Wir sind mit den Anmeldungen mehr als zufrieden und freuen uns über diesen großartigen Start, den die Grinding-Hub als neues Zentrum der Schleiftechnik schon jetzt hingelegt hat“, so Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken). „Natürlich wollen wir aber auch weiterhin allen Interessenten die Möglichkeit geben, im Mai 2022 in Stuttgart auszustellen und bleiben deshalb mit den Unternehmen auf jeden Fall im Gespräch.

“Die positiven Zahlen ermöglichen den Start einer kompakten Aufplanung von drei Hallen auf dem modernen Stuttgarter Messegelände – darunter auch die 2018 eröffnete Paul Horn Halle. Mit ihrer direkten Lage am Eingang West, wo zurzeit die neue Haltestelle der Stadtbahnlinie U6 fertiggestellt wird, haben die Besucherinnen und Besucher nicht nur einen hervorragenden Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr, auch der Flughafen ist fußläufig erreichbar.Die Grinding-Hub feiert vom 17. bis 20. Mai 2022 in Stuttgart ihre Premiere. Nicht nur mit ihrer internationalen Ausrichtung und einem zentralen, aus aller Welt bestens erreichbaren Messestandort mit viel Potenzial überzeugt sie. Ebenso bringen die Organisatoren ein globales Netzwerk an Kontakten in die Verbände aller namhaften Herstellernationen sowie jede Menge Erfahrung im Bereich der Messeorganisation mit. Das inhaltliche Angebot konzentriert sich auf die Bereiche Technologie/Prozesse, Produktivität, Automatisierung und Digitalisierung in der Schleiftechnik. Darüber hinaus sind unter dem Namen „GrindingSolutionPark“ zwei Gemeinschaftsstände geplant, die zeigen sollen, wie Wissenschaft und Industrie harmonisch ineinandergreifen können. Schon vorab, im Frühjahr 2022, beginnen die Web-Sessions der Grinding-Hub: Ein Konzept, das sich bereits bei der Ausrichtung der Metav digital bewährt hat und nun auch den Besucherinnen und Besuchern der neuen Leitmesse der Schleiftechnik Lust auf einen Besuch vor Ort machen und den Kontakt zu Ausstellern ermöglichen soll.

Roboter recycelt Batterien

Im Forschungsprojekt „DeMoBat“ entwickelt ein Forschungsteam vom Fraunhofer IPA einen Industrieroboter, der die ausgedienten Batterien von Elektroautos sortenrein demontiert. Dazu muss er zunächst einmal das Gehäuse aufschrauben. Foto: Fraunhofer IPA/Rainer Bez

Die ausgedienten Batterien von Elektroautos enthalten wertvolle Rohstoffe, die weiterhin nutzbar sind. Um sie recyceln zu können, entwickelt ein Forschungsteam vom Zentrum für Digitalisierte Batteriezellenproduktion (ZDB) am Fraunhofer IPA eine Roboterzelle mit ganz verschiedenen Werkzeugen. Sie soll alle nötigen Arbeitsschritte der Demontage ausführen können und sich für sämtliche Batterietypen eignen.Das Forschungsprojekt „Industrielle Demontage von Batterien“ (DeMoBat), koordiniert vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, soll eine universelle Lösung liefern, die sich für alle Arbeitsschritte und Batterietypen eignet.

Die Bestandteile einer Batteriezelle sollen sortenrein demontiert und anschließend geprüft werden, ob sie noch gut genug sind für eine direkte Wiederverwendung. So sollen dereinst Second-Life-Batterien aus genutzten Komponenten entstehen. Wenn sich die gebrauchten Komponenten dafür nicht mehr eignen, sollen wenigstens ihre chemischen Bestandteile aufbereitet werden. Denn ausgediente Batterien enthalten viele weiterhin nutzbare Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Mangan oder Lithium.

Wie bei den Schrauben steckt auch anderswo bei der Demontage der Teufel im Detail. Zahlreiche Probleme müssen gelöst und neue Werkzeuge entwickelt werden. So dient eine Art Dosenöffner dazu, Dichtungen zu lösen. Und für das Herausheben der einzelnen Batteriezellen, die verklebt sind, haben die beteiligten Fachleute eine Art Mini-Wagenheber entwickelt. Einfallsreichtum erfordert auch das Hantieren mit Kabeln und Steckern, die sich nur schwer greifen lassen. Das Forschungsprojekt „DeMoBat“, das insgesamt drei Jahre läuft, hat gerade Halbzeit. Die Zwischenbilanz ist vielversprechend: Schon diesen Herbst soll ein erster Demonstrator zu sehen sein.

Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet

Verleihung der Otto-Kienzle-Gedenkmünze an Dr. Tilman Traub (Bildmitte) durch Prof. Christian Brecher (links), Präsident der WGP und Mitglied des Direktoriums des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) der RWTH Aachen und Prof. Wolfram Volk, Sprecher des Wissenschaftsausschusses der WGP und Leiter des Lehrstuhls für Umformtechnik und Gießereiwesen (utg) der Technischen Universität München. Foto: WGP

Die Produktion von Profilen ist bislang aber vor allem mechanisch getragen, Digitalisierungen sind in diesem Bereich noch Ausnahmen. Das könnte sich bald ändern, denn die Forschungen von Dr. Tilman Traub tragen Früchte: Erste Bausteine der sogenannten Walzprofilieranlagen zur Herstellung von Profilen wurden dank seiner Arbeiten bereits digitalisiert. „Tilman Traub hat es mit seinen Arbeiten geschafft, diesen bedeutenden Bereich der Produktion schneller und ressourcenschonender zu gestalten. Er hat das Walzprofilieren damit wichtige Schritte weitergebracht“, erläutert Prof. Christian Brecher, Präsident der WGP (Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik), der die Otto-Kienzle-Gedenkmünze im Rahmen der WGP-Herbsttagung am 3. und 4. November 2021, überreichte. „Seine exzellenten Forschungen und sein Einsatz für sein Institut haben uns dazu bewogen, ihm die Otto-Kienzle-Gedenkmünze zu verleihen, unsere höchste Auszeichnung.

“Traub, der an der TU Darmstadt bereits nach 15 Monaten vom wissenschaftlichen Mitarbeiter zum Oberingenieur am Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) ernannt wurde, hat sich früh auf das Verfahren des Walzprofilierens spezialisiert. „Als ich damit anfing, bestanden die Anlagen aus viel Stahl, etwas Öl und wenig Elektronik“, schmunzelt er. Das ändert sich derzeit, sicher auch angetrieben durch seine Forschungen. Der gebürtige Würzburger hat eine neue Sensorik entwickelt, um in einer Walzprofilieranlage die an den unterschiedlichen Rollensegmenten auftretenden beschleunigenden oder bremsenden Antriebsmomente einzeln zu messen. Der neuartige Sensorkörper, eine sogenannte sensorische Passfeder, hat Traub zum Patent angemeldet. Dabei wollte es das Nachwuchstalent jedoch nicht bewenden lassen. Die Arbeit des Ausnahmewissenschaftlers trägt bereits Früchte. Seit 2019 ist er bei der Firma Dreistern, Schopfheim, Leiter Innovation und Business Development. Hier konnte er nicht nur seine Forschungsprojekte in die Praxis übertragen und die Assistenzsysteme auf der diesjährigen Blech-Expo in Stuttgart präsentieren. Den neuen Job genießt Traub aber auch aus ganz anderen Gründen: „Es wäre ein Horror für mich, wenn jeder Tag dem anderen gleichen würde.“ Diese Gefahr läuft er auf seinem jetzigen Posten ganz sicher nicht.

Kann Wertschöpfung vor Ort funktionieren?

Kann Wertschöpfung vor Ort funktionieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich der neue VDW-Podcast. Foto: Adobe-Stock

Was haben Städte wie Paris, Boston, Seoul und Hamburg gemeinsam? Sie alle haben ein Ziel: Bis 2054 wollen sie autark sein und vor Ort alles produzieren, was ihre Bewohner konsumieren.

Eine spinnerte Idee? Immerhin haben sich weltweit bereits 38 Städte der globalen Initiative Fab City angeschlossen, darunter Megacities wie Mexico City. Wie das gehen soll? Kleine, lokale Produktionsstätten – so genannte Fab Labs – sollen Wertschöpfung in Supermärkten und Hinterhöfen möglich machen. Erste Projekte zeigen, wie es funktionieren kann.In Hamburg etwa, dort regt sich viel. Zahlreiche Unternehmen, auch große Konzerne etwa aus der Logistikbranche sind interessiert oder schon mit dabei. Politik und Wissenschaft ziehen an einem Strang. Damit läuten sie für den Hafen nicht das Ende ein, sondern eine zukunftsfähige Perspektive. Das jedenfalls sagen die Teilnehmer des Podcast Tech Affair – Industry for Future des VDW. Lassen Sie sich in eine nachhaltige, eine überraschend einfache Zukunft entführen.Die Experten im Podcast „Tech Affair“ des VDW sagen:Dr. Martin Duensing, Abteilungsleiter für Wirtschafts- und Mittelstandspolitik bei der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Innovation: „Wenn es nicht in Hamburg gemacht wird, dann woanders.“

Nico Gramenz, Vorstandsvorsitzender der Factory Works, Berlin, einem digitalen, multi-regionalen Netzwerk: „2054 ist gar nicht so ambitioniert.“Prof. Jens P. Wulfsberg, Leiter des Laboratoriums Fertigungstechnik (LaFT) der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg und Präsident der WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik) 2022/2023: „Wir entwickeln keinen neuen Industriestandort. Wir schaffen daneben eine neue Art von Wertschöpfungssystem, das wir Menschen ohne Vorschriften und Verbote zur Verfügung stellen.“

Wenn aber Städte tatsächlich autark werden – was passiert dann auf dem Land? Lassen Sie es sich erläutern im Podcast „Tech Affair – Industry for Future“ des VDW unter https://vdw.de/podcast/urbane-produktion-wertschoepfung-vor-ort/

zuletzt editiert am 23.11.2021