Abbildung Melissa Albeck (rechts) bedankt sich bei Gabriele Stadler (links) und ihrem Mann für die jahrelange erfolgreiche Führung des Unternehmens.
Ceratizit-Vorstandsmitglied Melissa Albeck (rechts) bedankt sich bei Gabriele Stadler (links) und ihrem Mann für die jahrelange erfolgreiche Führung des Unternehmens. (Quelle: Ceratizit)

Feinwerktechnik

24. March 2022 | Teilen auf:

Nachrichten aus der Branche

(März 2022) Die Ceratizit-Gruppe hat jetzt die verbliebenen Anteile von Stadler Metall übernommen, auf der Automatica wird gezeigt, wie KI in der Praxis Einzug hält, die AMAG unterstützt die Forschung für additive Fertigung an der TU Graz mit einer Hightech-Anlage, Technotrans erhöht Konzernumsatz und EBIT im Geschäftsjahr 2021 deutlich und um „Künstliche Intelligenz für den Mittelstand“ geht es in einem neuen Buch von Marc Haarmeier.

Übernommene Anteile

Die Firma Ceratizit hat zum 1. März die verbliebenen fünfzig Prozent der Anteile an Stadler Metalle übernommen und ist damit alleiniger Besitzer des auf den Handel mit sekundären Rohstoffen und ihre Aufbereitung spezialisierten Unternehmens. Für die zur österreichischen Plansee Group gehörende Ceratizit ist Stadler Metalle bereits heute wichtigster Lieferant von Sekundärrohstoffen für die Herstellung von Wolfram- und Wolframkarbidpulvern.

Für die Ceratizit-Gruppe war die Beteiligung an Stadler Anfang 2019 ein wichtiger Schritt, wie Vorstandssprecher Andreas Lackner erklärt: „Stadler Metalle ist in den vergangenen drei Jahren zu einem wichtigen Baustein unserer Rohstoff-Lieferkette geworden und hat uns geholfen, unabhängig von Rohstoffen aus China und Krisenregionen zu werden.“ Den technisch nach wie vor notwendigen Anteil primärer Rohstoffe deckt die Gruppe mittlerweile ausschließlich aus zertifizierten westlichen Minen.

Die bisherige Geschäftsführerin und Gründerin von Stadler Metalle, Gabriele Stadler, ist am 28. Februar gemeinsam mit ihrem Mann, Hubert Stadler, offiziell in den Ruhestand gegangen.

Die Leitung von Stadler hat ab 1. März 2022 Thomas Wenger übernehmen. Er ist bereits seit 2010 im Einkauf und Vertrieb von Stadler Metalle tätig und hat zuvor zehn Jahre im strategischen Einkauf bei zwei Unternehmen aus der Wolframbranche gearbeitet.

Künstliche Intelligenz

Robominds zeigt auf der Automatica, wie sich Roboter mit hochperformanten Steuerungen und Bildverarbeitungssystemen für KI-Anwendungen aufrüsten lassen. (Quelle: Robominds)

Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen sind seit Jahren in der industriellen Produktion angekommen. Zumindest theoretisch. Mit welcher Vehemenz KI jetzt in der Praxis Einzug hält, wird sich auf der Automatica zeigen, die vom 21. bis 24. Juni 2022 in München stattfindet.

Die Megatrends digitale Vernetzung und Künstliche Intelligenz läuten eine neue Ära der Automation ein. Sie erlauben die Realisierung von hochflexiblen Intralogistik- und Produktionskonzepten, die bis dato nicht darstellbar waren. Bei der derzeitigen Innovationsdynamik wird die diesjährige Leitmesse zur wahrscheinlich wichtigsten Automatica aller Zeiten mit einem Ausstellerspektrum, das von Startups bis zu Branchengrößen ein breiteres Spektrum als jemals zuvor umfasst.

Gespendete Drahtauftragsschweißanlage

Die hochmoderne Anlage zur additiven Fertigung von Bauteilen aus Titan. (Quelle: AMAG)

AMAG components beschäftigt sich seit 2018/19 mit der additiven Fertigung für Titanstrukturbauteile für die Luftfahrt - in der Forschung bis hin zu Demonstrationsteilen. Mit dem sogenannten WAAM-Verfahren - Wire-Arc-Additive-Manufacturing (Drahtauftragsschweißen) - werden Bauteile schichtweise aufgebaut und anschließend durch mechanische Bearbeitung in die finale Form gebracht.

Die TU Graz betreibt ein Labor für additive Fertigung, das von Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Franz Haas (Leiter des Instituts für Fertigungstechnik) und Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Christof Sommitsch (Leiter des Instituts für Werkstoffkunde, Fügetechnik und Umformtechnik) geleitet wird. Beide Professoren sind Mitglieder im wissenschaftlichen Beirat der AMAG.

Zur Stärkung der Kooperation und zur Förderung der Forschung und Ausbildung im Bereich der additiven Fertigung schenkt die AMAG der TU Graz nun eine hochmoderne Anlage aus dem Bestand der AMAG components in Übersee am Chiemsee.

Die Anlage mit einem Neuwert von rund 800.000 Euro wurde bei AMAG components zuletzt für die Forschung und die Fertigung von Demonstrationsteilen aus Titan genutzt.Im universitären Umfeld sollen nun unter Einbeziehung der Expertisen der beiden beteiligten Institute Erkenntnisse zum Materialverhalten sowie zu den erzielbaren Eigenschaften der erzeugten Komponenten aus unterschiedlichen Werkstoffen gewonnen werden (zum Beispiel auch Aluminium). Den Studentinnen und Studenten steht damit ein hochmodernes industrielles Werkzeug für ihre Ausbildung zur Verfügung.

Gesteigerter Konzernumsatz

Sehr zufrieden mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2021 zeigen sich die beiden Technotrans-Vorstände CTO/COO Peter Hirsch (l.) sowie CEO Michael Finger. (Quelle: Technotrans)

Der Technotrans-Konzern hat im ersten Umsetzungsjahr der Strategie Future Ready 2025 alle Ziele erreicht. Der Transformationsprozess entfaltete seine Wirkung trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen. Mit einem Anstieg des Konzernumsatzes um 10,8 Prozent auf 211,1 Millionen Euro übertraf Technotrans die zuletzt im November 2021 angehobene Prognose und erzielte den zweithöchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte. Das operative Konzernergebnis (EBIT) erhöhte sich signifikant um 62,7 Prozent auf 11,0 Millionen Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich um 1,6 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) stieg deutlich auf 12,5 Prozent (Vorjahr: 7,8 Prozent). Das Wachstum der Fokusmärkte Plastics, Energy Management, Healthcare & Analytics und Print übertraf die Erwartungen. Auch das spezialisierte Geschäft im Bereich Laser & Machine Tools verbuchte Zuwächse. Beide Segmente Technology und Services generierten höhere Umsatz- und Ergebnisbeiträge als im Vorjahr. Der Free Cashflow von 10,0 Millionen Euro hat sich mehr als verdoppelt (Vorjahr: 3,9 Millionen Euro). Der Anstieg der Eigenkapitalquote auf 57,6 Prozent per 31. Dezember 2021 (Vorjahr: 53,6 Prozent) belegt die solide Vermögens- und Finanzlage. Der Auftragsbestand erreichte am Jahresende ein Allzeithoch. Zusammen mit einem Book-to-Bill-Ratio von 1,2 ist dies ein deutliches Zeichen für weiteres Wachstum.

Informative Literatur

„Künstliche Intelligenz für den Mittelstand: Erfolgreiche Einführung und Nutzung von KI-Anwendungen in Unternehmen“ von Marc Haarmeier. (Quelle: Springer Gabler)

Kürzlich ist das neue Buch „Künstliche Intelligenz für den Mittelstand: Erfolgreiche Einführung und Nutzung von KI-Anwendungen in Unternehmen“ vom Experten Marc Haarmeier erschienen.Wie kann unter der Berücksichtigung des individuellen unternehmerischen Reifegrades KI im Mittelstand erfolgreich eingeführt werden? Und welche Vorteile hat gerade der Mittelstand bei der Einführung von KI? Diese Fragestellungen werden anhand zahlreicher Anwendungsfällen von KI in den Unternehmensbereichen Logistik, Produktion, Einkauf und Beschaffung, Personalwesen, Unternehmensinfrastruktur, Service- und Kundenmanagement, Forschung und Entwicklung, Marketing und Vertrieb, Qualitätskontrolle und -sicherung reflektiert. Hierbei steht Machine Learning als Service-Plattforms besonders im Fokus, da diese einen zentralen Baustein im Aufbau einer unternehmensweiten KI-Architektur bilden. Für den Einsatz von KI ist es gerade für mittelständische Unternehmen relevant, frühzeitig Partnerschaften zu etablieren. Hierfür werden mögliche Kooperationspartner aus Forschung und Lehre in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgestellt.Das Buch mit einem Umfang von 69 Seiten kostet 14,99 Euro (ISBN: 9783658360849).

zuletzt editiert am 24.03.2022