Der neue Anwenderleitfaden: „Qualitätssicherung in der additiven Materialextrusion“ ist kostenfrei bestellbar. (Quelle: IPA)

Feinwerktechnik

24. November 2022 | Teilen auf:

Nachrichten aus der Branche

(November 2022) Das Fraunhofer IPA und die Universität Bayreuth haben den neuen Anwenderleitfaden „Qualitätssicherung in der additiven Materialextrusion“ herausgegeben, Iscar betreibt ein innovatives Tech-Center für die Kundenbetreuung, das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt steht unter neuer Leitung, zur EMO Hannover 2023 wurde das vorläufige Ausstellerverzeichnis veröffentlicht und der Technotrans-Standort Holzwickede nutzt ab sofort grünen Wasserstoff.

Additive Materialextrusion

Der neue Anwenderleitfaden: „Qualitätssicherung in der additiven Materialextrusion“ ist kostenfrei bestellbar. (Quelle: IPA)

Die additive Materialextrusion (MEX) kann ihr volles Potenzial in der Industrie noch nicht ausschöpfen. Die Gründe liegen zum einen in der Qualitätssicherung. Ihre Standards sind nicht etabliert oder nur teilweise adaptierbar. Zum anderen ist nicht einheitlich geregelt, welche Qualitätsmerkmale den größten Einfluss auf die Bauteilqualität haben und welche Prüfverfahren zur Messung dieser geeignet sind. Der neue Anwenderleitfaden „Qualitätssicherung in der additiven Materialextrusion“ des Fraunhofer IPA und der Universität Bayreuth schafft Abhilfe.Hierfür werden bereits existierende Normen und Richtlinien der additiven Fertigung herangezogen, die für MEX geeignet sind. Kern des Vorgehensmodells ist die Evaluierung geeigneter Qualitätsmerkmale und deren Prüfverfahren anhand geeigneter Prüfkörper und Referenzbauteile sowie deren quantitativer und qualitativer Bewertung mittels einer Qualitätsmatrix. Dabei liegt der Fokus auf den Qualitätsmerkmalen Zugfestigkeit, Oberflächenbeschaffenheit und Form-/Maßhaltigkeit. Dieser prozessbezogene Ansatz ist insbesondere in sicherheitsrelevanten Bereichen wie der Luftfahrtindustrie, Medizintechnik oder im Fahrzeugbau Voraussetzung, um eine Zertifizierung und damit Fertigungsaufträge zu erhalten. Die Anwendung des Leitfadens wurde bei einem Fertigungsdienstleister, einem Materialhersteller und einer Forschungseinrichtung praktisch erprobt und bietet damit einen niedrigschwelligen Zugang zur Qualitätssicherung für die additive Materialextrusion.

Innovatives Testzentrum

Die Maschinen (v.l.): Langdreher XD26 II von Hanwha, Kurzdreher DMG-Mori CTX800 beta, Universalfräsmaschine C 52 U von Hermle und Vertikaldrehmaschine VL 4 von EMAG. (Quelle: Iscar)

Wie Kundenbetreuung auch aussehen kann, demonstriert Iscar Tag für Tag mit seinem Tech-Center. In dem Paradies für Tüftler und Innovatoren testet der Werkzeughersteller aus Ettlingen einerseits die eigenen Produkte, löst aber vor allem auch die technischen Probleme seiner Kunden. Und dieser Service kommt gut an.Mittlerweile ist das Tech-Center in der Obhut von Marco Huck und Markus Schmitt. Die beiden lösen verschiedene technische Probleme der Iscar-Kunden, erproben Werkzeuge und Neuheiten und fahren Benchmark-Tests, um den Markt im Auge zu behalten. Zu den Maschinen gehören Langdreher XD26 II von Hanwha sowie Kurzdreher DMG-Mori CTX800 beta, eine C 52 U Universalfräsmaschine von Hermle und die Vertikaldrehmaschine VL 4 von EMAG. Der Maschinenpark ist zwar schon gut bestückt, erhält aber dennoch bald wieder Zuwachs. „Dieses Jahr wird sich unser Tech-Center nochmal um fünfzig Prozent vergrößern“, freut sich Schmitt. Ein zweiter Langdreher und eine Tieflochbohrmaschine erweitern den Maschinenbestand. „Mit den zwei Neuen haben wir alles, was das Herz begehrt! Nach unseren Anlagen würde sich so manche Produktion die Finger lecken“, gibt er mit einem Augenzwinkern zu. Die Maschinenauswahl ist keinesfalls ein Zufallsprodukt: Die Geräte sind am Markt weit verbreitet. „Damit haben wir die Möglichkeit, unsere Tests so nah wie möglich an der Situation beim Kunden zu fahren“, erklärt Schmitt.

Neue Leitung

Dr.-Ing. Christoph Bleicher leitet seit dem ersten Oktober den Forschungsbereich Betriebsfestigkeit am Fraunhofer LBF in Darmstadt. (Quelle: Fraunhofer LBF, Banczerowski)

Am 1. Oktober 2022 hat Dr. Christoph Bleicher die Leitung des Forschungsbereichs Betriebsfestigkeit am Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt übernommen. Er verfügt über viele Jahre Erfahrung in der Betriebsfestigkeitsforschung und ist in der Community gut vernetzt. Als Kenner der Branche und ihrer Belange ist eines seiner Ziele, die Beziehungen zu Kundschaft und Forschungspartnern zu intensivieren und strategische Themen für die Betriebsfestigkeit voranbringen. Christoph Bleicher ist bisher als Forscher und anerkannter Fachmann in der Gussbranche bekannt. Er arbeitet und forscht seit zwölf Jahren am Fraunhofer LBF an der Lebensdauerbewertung zyklisch beanspruchter Bauteile unterschiedlichster Gusswerkstoffe und leitete die von ihm aufgebaute Gruppe „Qualifizierung gegossener Komponenten“. Zahlreiche Industrie- und Forschungsprojekte zur Bemessung und Optimierung von zyklisch beanspruchten Gussbauteilen standen unter seiner Verantwortung.Institutsleiter Prof. Dr. Tobias Melz: „Ich freue mich, dass wir die Stelle intern besetzen konnten. Dr. Bleicher ist ein erfahrener Experte der Betriebsfestigkeit, der in den letzten Jahren sehr engagiert und erfolgreich neue Themen für das Fraunhofer LBF und unsere Partner eingesetzt hat. Das wird er zukünftig in seinem neuen Verantwortungsbereich weiter ausbauen.“ Christoph Bleicher übernimmt die Leitung von Rüdiger Heim, der den Bereich in den vergangenen Jahren verantwortetet hat.

Vorläufiges Ausstellerverzeichnis

Martin Göbel, Leiter Messen VDW, freut sich über den Zuspruch zur EMO 2023. Das vorläufige Ausstellerverzeichnis steht unter www.emo-hannover.de/ausstellerverzeichnis zur Verfügung. (Quelle: VDW)

Die EMO Hannover 2023, Weltleitmesse der Produktionstechnologie, wartet mit einem hohen Anmeldestand auf. Kurz vor Anmeldeschluss haben sich mehr als 1.000 Aussteller zur EMO Hannover 2023 angemeldet. „Wir freuen uns sehr über diesen großen Zuspruch internationaler Firmen nach vier Jahren Pause in Hannover“, sagt Martin Göbel, Leiter Messen beim EMO-Veranstalter VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), Frankfurt am Main. Mit dabei sind namhafte Firmen aus 36 Ländern. 64 Prozent der angemeldeten Unternehmen kommen aus dem Ausland. Die größten Kontingente stellen neben Deutschland Italien, Taiwan und die Schweiz. „Nach den Erfahrungen der Corona-Pandemie freuen sich die Hersteller von Produktionstechnologie sehr, sich ihren Kunden wieder persönlich präsentieren zu können, ihnen neue Produkte und Dienstleistungen vorzustellen, mit ihnen zu diskutieren, zu verhandeln und letztendlich auch Geschäfte zu machen“, weiß Göbel vom VDW. Diese Aufgeschlossenheit und gute Stimmung hätten große Messen in anderen Branchen bereits gezeigt.Investitionsbedarf ist jedenfalls vorhanden. Trotz aller schwierigen Rahmenbedingungen und damit verbunden unsicheren Prognosen für das kommende Jahr können Begegnungen auf einer internationalen Plattform auch dazu beitragen, Beziehungen zu festigen, Gewissheiten zu vertiefen und Kooperationen anzustoßen.

Grüner Wasserstoff

Inbetriebnahme des Wasserstoffprojekts „H2HoWi“ in Holzwickede. (Quelle: Westenergie AG)

Der Technotrans-Standort Holzwickede nutzt ab sofort grünen Wasserstoff als klimafreundlichen Bestandteil der Wärmeversorgung im Unternehmensgebäude an der Gottlieb-Daimler-Straße. Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „H2HoWi“ stellt der Verteilnetzbetreiber Westnetz, eine Tochtergesellschaft der Westenergie, in der Gemeinde bei Dortmund eine rund 500 Meter lange Erdgasleitung der öffentlichen Gasversorgung auf hundert Prozent grünen Wasserstoff um. Das Projekt wurde im Oktober 2022 gestartet und läuft bis Ende 2023. Projektpartner Technotrans ist einer von drei Unternehmen, die den klimaneutralen Wasserstoff zur Wärmeversorgung ihrer Gebäude nutzen. Der KfW-55-Produktionsstandort des Thermomanagement-Spezialisten ist bereits mit einer Photovoltaikanlage und Wärmepumpe ausgestattet. Die offizielle Inbetriebnahme des Projektes erfolgte am 20. Oktober 2022 durch Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Im Bild zu sehen (v.l.): Katherina Reiche, Vorstandsvorsitzende der Westenergie, Boris Jankiewicz, Geschäftsführer der Firma Fritz Ostermann, Thomas Poppenberg, Standortleiter Technotrans Solutions, Michael Finger, Sprecher des Vorstands der Technotrans, Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Heinz Werner Schmidt, Geschäftsführer Remeha, Ulrike Drossel, Bürgermeisterin der Gemeinde Holzwickede.

zuletzt editiert am 24.11.2022