Thyssenkrupp
(v.l.n.r.): Johannes Dittrich, Head of Procurement, Thyssenkrupp Aerospace; CSO Victor Breguncci, Amag Vertriebsvorstand; Patrick Marous, CEO Thyssenkrupp Aerospace. (Quelle: Thyssenkrupp)

Feinwerktechnik

29. August 2022 | Teilen auf:

Nachrichten aus der Branche

(August 2022) Amag Austria Metall und Thyssenkrupp Aerospace haben ihre intensive Zusammenarbeit verlängert, an der Universität Kassel wurde jetzt ein Großprüfstand für die Erprobung von Antriebssträngen in Betrieb genommen, im Zentrum für Leichtbautechnologien des Stuttgarter Technologie- und Innovationscampus S-TEC fand der erste Workshop zum Thema „Trockenbearbeitung von Aluminiumprofilen“ statt, der neue Podcast des VDW befasst sich mit der „digitale Sicherheit“ und Dualis veranstaltet am 22. September eine Vortragsreihe rund um Produktionsplanung und -optimierung.

Verlängerte Zusammenarbeit

Die intensive Zusammenarbeit zwischen der Amag Austria Metall und Thyssenkrupp Aerospace wurde nun mit der Unterzeichnung des neuen Liefervertrages für weitere sechs Monate im kommenden Jahr verlängert. Thyssenkrupp Aerospace sichert sich durch Amag so die Beschaffung von Premiumaluminium für das nächste Jahr.Patrick Marous, CEO von Thyssenkrupp Aerospace, sagt: „Wir freuen uns sehr, dass wir im Rahmen unserer langfristigen, strategischen Partnerschaft mit Amag diesen Vertrag schließen konnten. In dem derzeitigen volatilen Marktumfeld ist es unser gemeinsames Ziel, unsere Kunden als zuverlässiger Partner zu unterstützen. Die langfristige Materialversorgung ist daher ein wichtiger Bestandteil unserer Materials as a Service-Strategie.“„Einmal mehr hat der respektvolle Umgang miteinander während der Pandemie bewiesen, dass in unserer Partnerschaft mit Thyssenkrupp Aerospace langfristige Perspektiven im Vordergrund stehen. Umso mehr freut es uns nun, mit dem Abschluss dieses Agreements zum Aufschwung der Luftfahrtindustrie beitragen zu können“, so Victor Breguncci, Vertriebsvorstand der Amag Austria Metall.Das Aluminium der Amag, das in Form von Blechen und Platten an Thyssenkrupp Aerospace, einer Tochterfirma von Thyssenkrupp Materials Services, und ihre Standorte in 22 Ländern geliefert wird, kommt für die weitere Produktion von nahezu allen Luftfahrtsegmenten wie beispielsweise Außenhaut, Sitzen und Strukturteile, unter anderem für Boeing und Airbus, zum Einsatz.

Mobile Vorreiterrolle

Am neuen Großprüfstand (v.l.n.r.): Henning Rimbach (Leiter Kompetenzzentrum E-Achse Daimler Truck Werk Kassel), Prof. Dr.-Ing. Michael Fister (FG Mechatronik mit dem Schwerpunkt Fahrzeuge), Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ute Clement, Prof. Dr. Frank H. Lehmann (Standortverantwortlicher des Mercedes-Benz Werks Kassel).
Am neuen Großprüfstand (v.l.n.r.): Henning Rimbach (Leiter Kompetenzzentrum E-Achse Daimler Truck Werk Kassel), Prof. Dr.-Ing. Michael Fister (FG Mechatronik mit dem Schwerpunkt Fahrzeuge), Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ute Clement, Prof. Dr. Frank H. Lehmann (Standortverantwortlicher des Mercedes-Benz Werks Kassel). (Quelle: Uni Kassel)

Ein Großprüfstand für die Erprobung von Antriebssträngen von Nutzfahrzeugen wurde jetzt an der Universität Kassel in Betrieb genommen. Im Zuge der weiteren Fokussierung auf die E-Mobilität wurde der Großprüfstand zwischen 2019 und 2021 aufgebaut und mit Erfolg in Betrieb genommen. Dazu hat die Universität Kassel einige Millionen Euro investiert. Der neue Prüfstand ermöglicht es, elektrische Antriebssysteme vom Transporter bis hin zum schweren Lkw unter realitätsnahen Bedingungen in Betrieb zu nehmen, wichtige Forschungsfragen zu beantworten und das Verhalten der elektrischen Antriebstränge auch über eine längere Betriebsdauer zu untersuchen. Das Mercedes-Benz Werk Kassel unterstützt die Universität Kassel bei diesem Vorhaben. Das Werk ist das globale Kompetenzzentrum für elektrische Antriebssysteme von Daimler Truck, wo elektrisch angetriebene Achsen für schwere Lkw gefertigt werden.Mit Hilfe des Prüfstands konnte die Universität bereits zwei öffentlich geförderte Forschungsprojekte im Bereich der E-Mobilität von Transportern und Lkw erfolgreich akquirieren. Über eine Laufzeit von jeweils drei Jahren konnte die Universität Forschungsgelder von über zwei Millionen Euro einwerben.Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ute Clement betont die Rolle der Universität für Forschung und Entwicklung im Bereich E-Mobilität. „Wir sind stolz auf die Vorreiterrolle, welche die Betriebe der Region gemeinsam mit der Hochschule hier übernommen haben.“

Stabile Fräsprozesse

Präsentation am Monitor wird von einem Mann vorgetragen.
Heiko Simonis, Business Development Manager bei Hufschmied Zerspanungssysteme, erläuterte die Schneidengeometrie eines für die Aluminiumbearbeitung optimierten Werkzeugs. (Quelle: Hufschmied Zerspanungssysteme)

Ende Juni 2022 fand im Zentrum für Leichtbautechnologien des Stuttgarter Technologie- und Innovationscampus S-TEC der erste Workshop zum Thema „Trockenbearbeitung von Aluminiumprofilen“ statt. Rund dreißig Teilnehmende aus Industrie und Wissenschaft kamen zu der Veranstaltung. Sie wurde von der Hufschmied Zerspanungssysteme, Apt Extrusions, Reichenbacher Hamuel, SolidCAM, Spreitzer, MHT Merz und Haag sowie dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA initiiert und koordiniert. Besucher konnten sich dort über neue Trends und Herausforderungen in der Trockenbearbeitung von Aluminiumprofilen entlang der gesamten Prozesskette austauschen.Nach Begrüßung Teilnehmenden stellte Andreas Gebhardt vom Fraunhofer IPA die neuesten Forschungsansätze in der spanenden Bearbeitung von Leichtbauwerkstoffen vor. Anschließend informierte Stefan Fehn über optimierte Maschinen- und Spannkonzepte der Reichenbacher Hamuel für die Aluminiumprofilbearbeitung. Stefan Michler von der Apt-Gruppe zeigte anschließend aktuelle Beispiele zu Bearbeitungsmöglichkeiten für stranggepresste Profile im Zusammenhang mit der Zerspanung, dem Schweißen, Kleben und der Montage. Darauf aufbauend stellten Alena Rückert und Heiko Simonis von der Hufschmied Zerspanungssysteme in einem Doppelvortrag optimierte Fräs- und Bohrwerkzeuge für die Bearbeitung von Aluminiumprofilen vor. In einem praxisnahen Vortrag über die einfache und schnelle CAM-Programmierung legten Stefan Speiser und Benjamin Kopf von der SolidCAM danach die Vorteile des Einsatzes eines CAM-Systems in der Profilbearbeitung dar. Die Vortragsreihe schloss ab mit einem Beitrag von Thomas Haag über den Nutzen der Luft-Kühl-Schmiertechnik Mediumverteiler der MHT zur Trockenbearbeitung von Aluminiumwerkstoffen.Weitere wertvolle Einblicke in die Trockenbearbeitung von Aluminiumprofilen konnten die Teilnehmenden während einer anschließenden Live-Zerspanungsdemonstration und bei der begleitenden Hausmesse gewinnen. Eine Anschlussveranstaltung ist für Herbst 2022 geplant.

Digitale Sicherheit

Abbildung Person mit Kapuzenpullover
Wie sich ein Unternehmen schützen kann und was auch seitens der Politik noch zu tun ist, hören Sie im aktuellen Podcast des VDW. (Quelle: Cybersecurity_AdobeStock_487335430_gopixa)

Die Anzahl der Hackerattacken wächst - auch im deutschen Mittelstand. 88 Prozent aller Unternehmen gaben 2021 in einer Befragung des Bitcom an, dass sie bereits einmal angegriffen wurden. In einer aktuellen Studie hat die Allianz Versicherung Cyberangriffe als das größte Risiko für deutsche Unternehmen eingestuft. Durch Homeoffice, Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz (KI) und Internet of Things (IoT) bieten Unternehmen Cyberkriminellen ständig wachsende Einfallstore. Viele Betriebe sind sich der Lage zwar bewusst, rüsten sich aber noch nicht ausreichend dagegen. Häufig wird in die Beschaffung von IT-Hardware investiert. Für die Sicherheitssoftware ist dann kein Budget mehr da. Es wächst ein unsichtbares Risiko.Was von der Hackerszene noch alles zu erwarten ist, wie die deutsche Wirtschaft aufgestellt ist, welche Prozesse einzelne Unternehmen für den Fall der Fälle unbedingt installieren sollten und wer gegebenenfalls helfen kann, das sind Fragen, denen der neue Podcast „Cybersecurity: Wie groß ist die digitale Sicherheit wirklich?“ in der Reihe Tech Affair: Industry for Future des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) nachgeht: unter https://vdw.de/podcast/folge-13-cybersecurity-wie-gross-ist-die-digitale-sicherheit-wirklich/.

Informative Vortragsreihe

„DUALIS Inspiration Day 2022“ beleuchtet KI in der Produktionsplanung und weitere Trends.
„DUALIS Inspiration Day 2022“ beleuchtet KI in der Produktionsplanung und weitere Trends. (Quelle: Adobe Stock 502428147)

Digitalisierung bestimmt die Zukunft in der Fertigung. Den Verantwortlichen stellen sich jedoch zahlreiche Fragen, wenn es um die Wahl der richtigen Strategie und Lösungen geht. Der „DUALIS Inspiration Day 2022“, der am 22. September von 9:00 bis 17:30 Uhr in der Börse Dresden und online stattfindet, setzt auf das Prinzip: Wissen teilen und aus Erfahrungen anderer lernen. Experten von Dualis und anderen Unternehmen geben im Rahmen der Veranstaltung anhand von Best-Practice-Beispielen Einblicke in Themen rund um die intelligente Produktionsplanung und -optimierung sowie die Herausforderungen im Zuge der Industrie 4.0. Im Fokus steht dabei unter anderem die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Produktionsplanung. Anmeldung und vorläufige Agenda zum „DUALIS Inspiration Day 2022“ unter: https://www.dualis-it.de/live-erleben/events-2/anmeldung/?messe=10853.

zuletzt editiert am 29.08.2022