Zwölf Farben stehen zur Wahl, doch in Viper-Grün bringt Ford am besten zur Geltung, dass der Transit E-Custom MS-RT giftig werden kann. Dazu macht der E-Antrieb satte 285 PS mobil, die mit maximalem Drehmoment von 415 Newtonmeter aufs hintere Räderwerk wirken. Und ja: Einen Frachtraum hat dieser Leistungsträger auch.
Ford liefert im Kürzel die Botschaft: MS-RT steht für Motor Sport Road Technology. Vor allem als E-Transporter erfüllt der 3,2-Tonner das, was man sich als Racer vorstellen mag. Üppige 210 kW bzw. 285 PS sind eine Ansage, die unter Kastenwagen zweifellos Eindruck macht. Statt an dieser Stelle Beschleunigungswerte und weitere Höchstleistungsdaten aufzulisten, kann man in seinem Wissensdurst auch einfach der Aussage vertrauen: Es reicht!
Die Leistung muss auf die Straße
Die Ford-Konstrukteure haben natürlich Vorkehrungen getroffen, damit das maximale Drehmoment von 415 Nm gut dosierbar auf die Straße kommen kann. So ist der MS-RT mit einer um 5 cm breiteren Spur und mit leicht ausgestellten Radkästen für die 19 Zoll-Felgen (Dimension 8Jx19) ausgestattet. Frontstoßfänger, Seitenschweller und Dachspoiler lassen das Sport-Outfit bereits auf den ersten Blick erkennen.
Zur Erinnerung: Als Ford den großen E-Transit als 3,5-Tonner in seiner stärksten Version mit 269 PS im Jahr 2022 vorgestellt hat, drängte sich am Testtag bereits die Frage auf, wozu diese Power bei einem Elektrotransporter? Darauf gab es plausible Antworten, dass schließlich auch zusätzliche Leistung wertvoll ist, wenn beispielsweise ein Nebenabtrieb für ein Kühlaggregat genutzt wird oder damit auch für einen Hängerbetrieb ausreichend Kraftreserven zur Verfügungen stehen können.

Sicher: Dieses Argument kann ebenso beim MS-RT eine Rolle spielen, denn eine Anhängelast von max. 2300 kg wäre möglich, um dann auch noch am Haken weiteres Expressgut ans Ziel bringen zu können – allerdings mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von nunmehr 99,9 km/h... Für eine Tour zählt aber nicht allein, wie zügig man unterwegs sein kann. Schließlich können Reichweite und Ladetechnik ebenso von Bedeutung sein.
Schnellladen jetzt noch schneller
Für die Ladetechnik bleibt es bei der Serienausstattung, die der Hersteller auch für einen herkömmlichen E-Custom vorsieht. Der Lithium-Ionen-Akku verfügt über eine seit Anfang 2026 nutzbare Kapazität von 70 kWh und soll so auf eine WLTP-Reichweite von max. 370 km kommen (WLTP steht für Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure und standardisiert den Energieverbrauch).
Eine Auffrischung am Gleichstrom-Schnelllader kann mit max. 125 kW erfolgen und könnte (laut Werk) somit bestenfalls in 29 Minuten dafür sorgen, dass bis zu 80 % des möglichen Energievorrats erneut in den Akku fließen. Nebenbei: Wer einen E-Custom der Vorjahre besitzt, kann sich jetzt (over the air) ein Update für die schneller getaktete 125 kW-Ladetechnik besorgen.
Für die Wechselstrom-Ladung mit 11 kW (Steckertyp 2) sind für die Komplettladung 6,7 bis 10,1 Stunden einzuplanen – je nach verfügbarer Ladeleistung.
Mehr Personen oder mehr Fracht
Dem Kastenwagen MS-RT verbleibt in Normallänge L1H1 eine Nutzlast von max. 800 kg (zum Vergleich: max. 1300 kg erreicht der Custom mit Verbrenner). Statt der 5,8 m3 im Laderaum bietet die um 40 cm längere L2H1-Karosserie 6,8 m3 und die Nutzlast verringert sich auf maximal 700 Kilogramm. Was auch möglich ist: In der Version mit integrierter Doppelkabine kann eine zweite Sitzreihe drei weitere Plätze bieten. Im Frachtraum L1 reduziert sich dadurch das Ladevolumen auf 3,3 m3 und bei L2 verbleiben hinter der DoKa-Trennwand 4,3 m3.

Für die erste Sitzreihe lassen sich entweder zwei Einzelsitze wählen oder die Order für einen Beifahrerdoppelsitz macht es möglich, dass in der Doppelkabine des MS-RT eine sechsköpfige Besatzung startklar sein kann. Der E-Custom MS-RT startet in Länge L1 zum Netto-Basispreis von 58.850 Euro, 2.000 Euro mehr kostet die Doppelkabine und die L2-Version erfordert einen Zuschlag von 800 Euro (Preise plus MwSt.).