Der ID.Buzz Cargo macht eindrucksvoll deutlich, wohin die Zukunft führt: Über der Vorderachse muss kein großvolumiger Motorraum für einen leistungsstarken Verbrenner vorhanden sein. (Quelle: Volkswagen AG)

Nachhaltigkeit 2023-02-28T23:00:00Z Nutzfahrzeuge: Neuer E-Antrieb fürs Heck

Um für die Elektromobilität bereit zu sein, sorgt die Automobilindustrie bei leichten Nutzfahrzeugen dafür, dass anstelle des Verbrenners ein E-Antrieb auf die Vorderachse wirkt. Anders die Baukasten-Architektur für Transporter der Neuzeit: Dort konzentriert sich die Antriebstechnik in kompakter Bauform auf die Hinterachse – das bringt Vorteile.

Als sich vor etlichen Jahren abzeichnete, dass E-Antriebe zum Trend werden könnten, blieb den Nutzfahrzeugmarken keine Zeit für eine sich über Jahre hinziehende komplette Neukonstruktion. Hersteller von Lieferwagen und Transportern mussten mit dem klarkommen, was sie hatten: So wurde allermeist der Vierzylinder unter der Fronthaube durch einen Elektromotor ersetzt und mit dem Frontantrieb kombiniert. Platz dafür war reichlich gegeben. Diesem Prinzip folgen auch jetzt noch die meisten Lieferwagen und Transporter, die mit einem E-Antrieb zu Beginn des Jahres 2023 aus der Serienfertigung rollen. Erste Neuentwicklungen läuten inzwischen jedoch einen Generationswechsel ein.

Mercedes eSprinter für das Modelljahr 2024: Weil der E-Antrieb zur Hinterachse wechselt, hat die Technik unter der Fronthaube starke Ähnlichkeit mit einem Schaltschrank angenommen. (Quelle: Mercedes-Benz)

„Schaltschrank“ unter der Fronthaube

Der bei den VW-Nutzfahrzeughändlern zur Probefahrt bereitstehende ID.Buzz Cargo macht eindrucksvoll deutlich, wohin die Zukunft führt: Über der Vorderachse muss kein großvolumiger Motorraum für einen leistungsstarken Verbrenner vorhanden sein. Stattdessen verbergen sich dort in einem geringer dimensionierten Raum unter der Fronthaube Komponenten, die optisch eher einem Schaltschrank zuzuordnen sind.

Was den Antrieb anbelangt, setzen die Entwickler jetzt primär aufs Heck und kombinieren dort den E-Motor mit der Hinterachse zu einer kompakten Einheit. Diesem Prinzip folgt auch der Mercedes eSprinter im Modelljahr 2024, der in ersten Varianten bereits ein Jahr vor der Markteinführung in Europa präsentiert wurde – allerdings bleibt der eSprinter äußerlich fast unverändert gegenüber der 2023er-Serienfertigung. Somit verfügt er auch weiterhin über den Motorraum in vertrauter Dimension.

Längerer Radstand – mehr Akku-Platz

Das Baukasten-Konstrukt des ID.Buzz Cargo lässt es zu, dass zukünftig außerdem ein verlängerter Radstand und auch ein zusätzlicher E-Antrieb für die Vorderräder (4Motion) als Option ins Angebot kommen werden. Für die Gegenwart ist vor allem wichtig, dass sich durch die Neuentwicklung mehr Platz für die Akku-Bestückung schaffen lässt.

Wer einen E-Transporter auf der Langstrecke einsetzen möchte, kann beim ID.Buzz Cargo davon ausgehen, dass sich die nach WLTP ermittelten maximal 425 Kilometer (Werksangabe für das 77-Kilowattstunden-Akkupaket) unter Alltagsbedingungen eher nicht verwirklichen lassen. Dank Schnellladetechnik mit bis zu 170 Kilowatt wären jedoch (laut Hersteller) nach einer halben Stunde 80 Prozent der Akkuleistung ersetzt.

Kompakte Einheit: Auch der Elektromotor für den zukünftigen eSprinter ist in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hinterachse angesiedelt und soll Ende 2023 in Deutschland serienreif sein. (Quelle: Mercedes-Benz)

Beim zukünftigen eSprinter sollen Akkus mit 56, 81 und 113 Kilowattstunden zur Wahl stehen und die Leistung an der Schnellladesäule bis zu 115 Kilowatt reichen. Einzelheiten wird man allerdings erst im Modelljahr 2024 testen können.

zuletzt editiert am 12. Dezember 2023
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