Eine Luftaufnahme des modernen Schüco Hauptsitzes in Bielefeld, das durch seine geschwungene Glasfassade und architektonische Innovation besticht, umgeben von gepflegten Außenanlagen und einer angrenzenden Bahntrasse.
Wirtschaftlich behauptet sich das international aufgestellte Unternehmen trotz der Baukrise im Heimatmarkt Deutschland und schließt das Jahr 2025 mit einem Gesamtumsatz von 2,06 Mrd. EUR ab. (Quelle: Schüco International KG)

Schüco 2026-08-03T14:56:35.197Z Jahresbericht 2025

Im Jahr 2025 startete die Schüco Gruppe eine umfassende Initiative zum Thema Bauen im Bestand: Unter dem Titel „Schüco Value Up“ präsentierte das Unternehmen werterhaltende Lösungen, die die Gebäudehülle entlang des gesamten Lebenszyklus unterstützen. Damit setzte Schüco laut eigener Aussage einen weiteren Meilenstein seiner ganzheitlichen Strategie und erhielt für das Engagement in Richtung Klimaneutralität und Ressourcenschonung im Gebäudesektor den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Bauindustrie. Wirtschaftlich behauptet sich das international aufgestellte Unternehmen trotz der Baukrise im Heimatmarkt Deutschland und schließt das Jahr 2025 mit einem Gesamtumsatz von 2,06 Mrd. EUR ab.  

Die Schüco Gruppe blickt auf ein Jahr 2025 zurück, das wie die Jahre zuvor von globalen Konflikten und wirtschaftlichen Unsicherheiten, aber auch von eigener strategischer Ausrichtung geprägt war. Die Entwicklungen in der Branche zeigen deutlich, dass sich die Bauindustrie in einem grundlegenden Wandel befindet. Das wirtschaftliche Umfeld blieb in vielen Märkten angespannt: Steigende Materialkosten, Lieferengpässe, Fachkräftemangel und ein hohes Zinsniveau sowie unsichere politische Rahmenbedingungen belasteten weiterhin die Investitionsbereitschaft im Gebäudesektor. 

Bauen im Bestand als wichtiger Wachstumshebel

Die nachhaltige Transformation des Gebäudebestands zählt zu den größten Herausforderungen und zugleich wichtigsten Wachstumsfeldern der Bauindustrie. Schüco hat dieser Entwicklung im Jahr 2025 mit einer konsequenten Erweiterung seines Leistungsportfolios Rechnung getragen. Mit „Schüco Value Up“ präsentierte das Unternehmen ein umfassendes Leistungsangebot für den Werterhalt und die Transformation von Bestandsgebäuden – über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Das Angebot umfasst insbesondere minimalinvasive Sanierungslösungen, Beratungsleistungen für Eigentümer und Investoren, digitale Prozesse und Tools, Service- und Wartungsangebote sowie Lösungen für Rückbau und Recycling. Schüco entwickelt sich damit zunehmend zu einem ganzheitlichen Anbieter für die Phasen Planen, Bauen, Betreiben, Modernisieren, Rückbauen und Recyceln von Gebäudehüllen.

Ergänzend dazu arbeitet das Unternehmen international an der Ausweitung der Verfügbarkeit CO2-reduzierter Materialien, um sowohl die eigene Ökobilanz kontinuierlich zu optimieren als auch das Erreichen der Klimaziele Deutschlands und der EU im Gebäudesektor zu unterstützen. Auch in den anderen internationalen Märkten, beispielsweise im asiatischen Raum, steigen die Anforderungen an Nachhaltigkeit und die Nachfrage nach Recyclingmaterialien sukzessive weiter an.

Ein freundlich lächelnder, älterer Mann mit grauem Haar und kurzem Bart trägt ein weißes Hemd und ein dunkelblaues Sakko. Er steht im Freien vor einer modernen Architektur mit einer markanten Glas-Stahl-Konstruktion und einer parkähnlichen Umgebung im Hintergrund.
„Unser Anspruch ist es, Gebäudehüllen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg ganzheitlich zu denken und zu optimieren – ökologisch wie wirtschaftlich", sagt Andreas Engelhardt, persönlich haftender Gesellschafter Schüco International KG. (Quelle: Schüco International KG)

Stabilität in der Baukrise durch Internationalisierung

Mit der strategischen Ausrichtung auf den gesamten Gebäudelebenszyklus sowie mit der Diversifizierung und Internationalisierung der Schüco Gruppe schafft es das Unternehmen trotz schwierigem Fahrwasser in der Bauwirtschaft vor allem in Deutschland, 2025 einen Umsatzzuwachs zu erzielen: Die Konzernumsatzerlöse betrugen 2,06 Mrd. EUR (Vorjahr: 2,05 Mrd. EUR). Das entspricht einem Anstieg von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der währungsbereinigte Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr betrug ebenfalls 2,3 Prozent.

In Deutschland musste im Jahr 2025 erneut ein leichter Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr um ca. 2,8 Prozent auf 728 Mio. EUR verzeichnet werden. Die internationalen Märkte konnten dies mit einem Umsatz von gut 1,3 Mrd. EUR auffangen und für den Gesamtkonzern ins Positive wenden. In Europa stieg der Umsatz leicht um 0,7 Prozent auf 965 Mio. EUR, in den übrigen internationalen Gesellschaften um 8,8 Prozent auf 371 Mio. EUR. Es zeigt sich, dass der Umsatzanteil der europäischen und der übrigen internationalen Schüco Gesellschaften am Gesamtumsatz der Schüco Gruppe sukzessive steigt und der Konzern auch in Zeiten der Baukrise im Heimatmarkt Deutschland resilient aufgestellt ist (Anteile am Umsatz: Deutschland 35 Prozent, international 65 Prozent).

Die Auswirkungen der Stagnation der deutschen Wirtschaft, der Baukrise und der zurückhaltenden Entwicklung in den europäischen Ländern in den letzten drei Jahren konnten durch das internationale Wachstum im Jahr 2025 abgefedert werden.

Derzeit ist die Schüco Gruppe mit ihrem Systemportfolio in über 90 Ländern weltweit vertreten. Die zukünftige Entwicklung des Unternehmens sieht eine zunehmende Fokussierung auf internationale Märkte vor. Inhaltlich bedeutet dies gezielte Investitionen zur Stärkung des Kerngeschäfts in Europa, die Erschließung neuer Geschäftsfelder auf Basis angrenzender Kompetenzen sowie den kontinuierlichen Ausbau und die Weiterentwicklung bestehender Strukturen.

Umsätze 2025 nach Unternehmenssparten

Der Geschäftsbereich Metallbau verzeichnete global im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Umsatzanstieg um ca. 2 Prozent auf 1,68 Mrd. EUR. Dabei entfielen 594 Mio. EUR auf Deutschland, 720 Mio. EUR auf die anderen europäischen Länder und 369 Mio. EUR wurden in den internationalen Märkten außerhalb Europas erwirtschaftet.

Der Umsatz der Sparte Polymer Business stieg um ca. 4,5 Prozent auf 327 Mio. EUR. Ca. 99 Mio. EUR entfielen auf den deutschen Markt, wo der Polymerbereich ein Umsatzwachstum von ca. 2,6 Prozent verzeichnen konnte. Unterstützt wird dies durch ein Wiederanziehen im Bereich des Neubaus und der Sanierung des privaten Wohnbaus.

Mit einem Jahresumsatz von 33 Mio. EUR verzeichnete das Service Business einen leichten Umsatzrückgang. Die im Jahr 2022 neu gegründete Unternehmenssparte konnte die positiven Erwartungen aufgrund der noch im Aufbau befindlichen Organisation und Kapazitäten nicht voll erfüllen. Der Ausbau dieses wichtigen Geschäftsbereichs, vor allem für Aufgaben in Bezug auf Sanierung, Wartung und Instandhaltung, wird weiter intensiv vorangetrieben.

Nachhaltigkeit in der Schüco Gruppe

Bereits seit 2017 erstellt und veröffentlicht Schüco regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht, der transparent über die strategischen Nachhaltigkeitsaktivitäten informiert. Seit 2024 stehen die Berichtsangaben auch vollintegriert auf der Webseite zur Verfügung. Der Bericht für das Jahr 2025 wurde nach den Kriterien der European Sustainability Reporting Standards erstellt und ist unter www.schueco.de/nachhaltigkeit zu finden.

Die Schüco Gruppe verfolgt das Ziel, ihr Geschäftsmodell entlang der Prinzipien der Kreislaufwirtschaft weiterzuentwickeln. Die Themen Kreislaufwirtschaft, Dekarbonisierung und Ressourcenschonung sind dabei zentrale und integrale Bestrebungen innerhalb des Geschäftsmodells. Gemäß der Nachhaltigkeitsstrategie des Jahres 2025 fokussiert Schüco seine Nachhaltigkeitsaktivitäten vor allem auf vier strategische Säulen: Klimaschutz und -anpassung, Umwelt- und Ressourcenschutz, Naturschutz sowie soziale und unternehmerische Verantwortung.

Die Schließung der Wertstoffkreisläufe in der Baubranche ist ein essenzieller Baustein für die Senkung der CO2-Emissionen im Gebäudesektor und damit das Erreichen der Klimaziele. Sowohl für die Systemlösungen aus Aluminium als auch für die aus Kunststoff hat Schüco CO2-reduzierte Materialklassen eingeführt und fest im Markt etabliert. Zudem ermöglicht Schüco mit einem Angebot zur Rücknahme von Produkten, dass die Materialien am Ende des Lebenszyklus wieder in die Wertstoffkreisläufe zurückgeführt werden. Inzwischen verfügt das Unternehmen über mehr als 95 Cradle-to-Cradle-zertifizierte Aluminium-Systeme im Portfolio und leistet damit einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft in der Baubranche.

Um die Recyclingquote im Bereich der eigenen Materialien zu steigern, konzentriert sich Schüco darauf, Sammelquoten zu erhöhen und Wertstoffkreisläufe zu schließen. In Deutschland ist Schüco 2022 als Mitgründer des Joint Ventures RE:CORE in das hochwertige Recycling von Altfenstern aus Kunststoff eingestiegen. Mit Gründung der RE:CORE Metals GmbH im Dezember 2024 und ersten Pilotprojekten wurde das Geschäftsfeld Rücknahme und Recycling sukzessive auf weitere Baumaterialien ausgeweitet. Das Engagement für die Rücknahme von Altmaterialien aus der Fensterproduktion und den Rückbau alter Fassadenelemente aus Bestandsgebäuden wurde im Jahr 2025 materialübergreifend erfolgreich intensiviert: Die Tonnagen konnten stetig gesteigert werden.

Im Jahr 2025 wurde das langjährige Engagement von Schüco, die Themen Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung in der Bauwirtschaft voranzutreiben, mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Unternehmen in der Kategorie Bauindustrie gewürdigt. Als unabhängige Instanz unterstreicht die Expertenjury dieser renommierten Auszeichnung damit die Vorreiterrolle des Unternehmens. Die Kriterien für die Auszeichnungen sind unter www.nachhaltigkeitspreis.de zu finden.

Mitarbeitende 2025

Die Schüco Gruppe beschäftigte im Jahresdurchschnitt 2025 weltweit ca. 6.750 Mitarbeitende, die sich wie folgt aufteilten: In Deutschland beschäftigte das Unternehmen ca. 3.800 Mitarbeitende, 2.950 Mitarbeitende waren außerhalb Deutschlands beschäftigt.

Auf den Standort der Unternehmenszentrale in Bielefeld entfielen etwas über 2.000 Mitarbeitende. Am zweiten großen Standort in Weißenfels, mit dem Sitz des Geschäftsbereichs Polymer und dort ansässiger Produktion, wurden ca. 935 Mitarbeitende beschäftigt.

Im Jahr 2025 betrug die Zahl der Auszubildenden in Deutschland, verteilt auf alle Standorte, 206.

Ausblick 2026

Das Jahr 2026 ist für Schüco ein besonderes: Der 18. Januar 1951 ist der Geburtstag von Schüco, damit feiert das Unternehmen in diesem Jahr sein 75. Jubiläum. Gründer Heinz Schürmann startete die Unternehmensgeschichte im ostwestfälischen Porta Westfalica als 6-Mann-Betrieb für Schaufenster, Markisen und Rollgitter aus Aluminium. Heute zählt die Schüco Gruppe 6.750 Mitarbeitende und ist mit ihrem Portfolio in über 90 Ländern weltweit vertreten. Die Meilensteine der Unternehmensgeschichte sind auf der Webseite zu finden: www.schueco.com/de/unternehmen/ueber-schueco/historie

2026 wird geprägt von den Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Schüco investiert seit Jahren konsequent in Digitalisierung und seit 2025 auch in KI-gestützte Lösungen, um Planungs-, Fertigungs- und Betriebsprozesse effizienter zu gestalten. Digitale Weiterentwicklungen unterstützen Kunden bei der Produktivitätssteigerung und stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in einem zunehmend anspruchsvollen Marktumfeld. Konkretes Beispiel für mehr Geschwindigkeit, mehr Qualität und mehr Kundenzufriedenheit: Mittels Einsatz von künstlicher Intelligenz verwandelt Schüco komplexe Kundenanfragen in effiziente digitale Serviceabläufe. Jahrzehntelange Produkt- und Nutzererfahrungen sowie technische Lösungsexpertise sind übergreifend verfügbar und liefern den Kunden schnellstmöglich und automatisiert eine passende Lösung oder den richtigen Ansprechpartner.

Die ersten Monate des Jahres 2026 zeigen erneut die Folgen des Klimawandels mit einer Vielzahl von Extremwetterereignissen, allen voran die sehr frühen Hitzewellen in Europa und Deutschland sowie häufige Starkregenereignisse mit lokal verheerenden Folgen. Die Gebäudehülle besitzt in diesem Zusammenhang, neben der resilienten (Um-)Gestaltung von Städten, eine entscheidende Bedeutung. Hochwasserresistenz, Kühlung, Lüftung und außenliegender Sonnenschutz müssen auch auf Gebäudeebene, und damit an der Fassade, umgesetzt werden. Bei Neubauvorhaben sind diese Faktoren, analog zu Wärmedämmung und Energieeffizienz, planerisch von Anfang an konsequent mitzudenken. Im gebauten urbanen Umfeld muss der Gebäudebestand entsprechend umgebaut und angepasst werden. Schüco bietet mit dem bestehenden Portfolio bereits umfassende Lösungen für unterschiedliche internationale Anforderungen in Bezug auf Extremwetterereignisse, die Weiterentwicklung klimaresilienter Gebäudehüllen bleibt für Schüco aber eines der wichtigen Zukunftsfelder.

Im ersten Halbjahr 2026 bewegte sich Schüco in einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld. Zwar zeigen sich in der deutschen und europäischen Bauwirtschaft erste Anzeichen einer Stabilisierung und leichten Erholung, jedoch belasteten die geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormus die Energie- und Rohstoffmärkte. Steigende Material- und Transportkosten waren die Folge. Dies verstärkte den Preisdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette und machte Preisanpassungen in vielen Bereichen erforderlich. Die Aussichten auf eine steigende Investitionsbereitschaft in der Immobilienbranche wurden in dieser Situation in vielen Märkten wieder getrübt.

zuletzt editiert am 03. August 2026
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