Auf der Seite der ECHA wird auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Registrierung von Erzeugnis-Informationen angeboten. Screenshot: ECHA
Auf der Seite der ECHA wird auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Registrierung von Erzeugnis-Informationen angeboten. Screenshot: ECHA

Feinwerktechnik

20. September 2021 | Teilen auf:

SCIP-Datenbank: Besonders besorgniserregende Stoffe

(September 2021) Seit dem 14. September 2021 kann auf die Daten der ersten öffentlichen EU-Datenbank für besonders besorgniserregende Stoffe in Produkten (SCIP) zugegriffen werden. Sie soll es dem Verbraucher ermöglichen, fundierte Kaufentscheidungen zu treffen. Abfallentsorgungsunternehmen soll die SCIP-Datenbank helfen, die Wiederverwendung von Erzeugnissen und das Recycling von Materialien weiterzuentwickeln.

Hintergrund

Unternehmen, die Erzeugnisse liefern, welche besonders besorgniserregende Stoffe (Substances of Very High Concern = SVHC) aus der REACH-Kandidatenliste enthalten, müssen diese bei der Europäischen Chemikalienagentur ECHA anmelden. Die Anforderung betrifft Erzeugnisse auf dem EU-Markt, die SVHC in einer Konzentration von mehr als 0,1 Gewichtsprozent enthalten. Die Verpflichtung ist am 5. Januar 2021 in Kraft getreten und basiert auf der 2018 überarbeiteten EU-Abfallrahmenrichtlinie.

Die Registrierungen werden in der SCIP-Datenbank gespeichert. Sie soll sicherstellen, dass die notwendigen Informationen über den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Materialien öffentlich zugänglich sind.

Ziel ist die sichere Verwendung von Erzeugnissen sowie die Verbesserung der Wiederverwendung und Wiederverwertung.

Aktuelle DatenlageIn der gesamten EU sind bisher etwa 6 000 Unternehmen ihrer Pflicht zur Meldung von Erzeugnissen, die besonders besorgniserregende Stoffe enthalten, bei der ECHA erfolgreich nachgekommen. Damit weist die SCIP-Datenbank inzwischen eine Datenbasis von mehr als vier Millionen Produkt-Registrierungen auf. Diese Zahl enthält allerdings auch doppelte Anmeldungen für ein und dasselbe Erzeugnis, die von mehreren Akteuren in den EU-Lieferketten eingereicht wurden, sowie Anmeldungen, die mehr als ein Erzeugnis umfassen.

Ausgehend von den bisher eingereichten Informationen sind die am häufigsten gemeldeten Produktkategorien in der Datenbank:

- Maschinen und deren Teile,

- Messgeräte und deren Teile,

- elektronische Geräte und deren Teile,

- Fahrzeuge und deren Teile,

- Artikel aus Kautschuk und

- Möbel.

Die meistgenannten besonders besorgniserregenden Stoffe sind:

- Blei (zum Beispiel in Kugellagern, Batterien),

- Bleimonoxid (zum Beispiel in Lampen, Fahrzeugteilen),

- Bleititantrioxid (zum Beispiel in Elektroherden),

- Kieselsäure, Bleisalz (zum Beispiel in Bleikristallwaren, Fahrzeuglacken) und

- DDC-CO (zum Beispiel in Farben, Klebstoffen).

Weiterführende Informationen

Die hier aufgeführten Informationen entstammen dem Artikel ECHA/NR/21/22 „Know more about hazardous chemicals in products – SCIP data published“ vom 14. September 2021. Unter https://echa.europa.eu/de/-/know-more-about-hazardous-chemicals-in-products-scip-data-published kann der englische Originalartikel eingesehen werden. Am Ende des Artikels wird zudem ein Erklärvideo zur Suchfunktion der SCIP-Datenbank bereitgestellt.

Auf der Seite https://echa.europa.eu/de/scip-database können die Daten nach Artikelname oder Marke, Produktkategorie, Materialart oder chemischer Bezeichnung durchsucht werden.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Registrierung von Erzeugnis-Informationen wird auf https://echa.europa.eu/de/scip-suppliers-of-articles angeboten.(Autor: Thomas Röper (B.Eng.) ist Technischer Berater in der gewerbespezifischen Informationstransferstelle beim Bundesverband Metall in Essen.)