Wie die Auswertung der durch Sicherungstechnik verhinderten Einbrüche in Bayern im Jahr 2016 deutlich zeigt, lohnt sich die Investition in mechanische Sicherungstechnik. Die Zahl der dadurch verhinderten Einbrüche steigt ständig.
Auswertungsgrundlage des Bayerischen Landeskriminalamtes waren wiederum die Meldungen der örtlichen Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen. Mehr als 1.900 „Erfolge“ durch Sicherungstechnik belegen, dass sich die Investition in geeignete Technik lohnt.
Auch die bereits veröffentlichten bayerischen Zahlen für den Wohnungseinbruch 2016 mit einem seit Jahren steigenden Versuchsanteil von inzwischen 47,1 Prozent lassen den Schluss zu, dass Einbrecher immer häufiger an der eingesetzten Sicherungstechnik scheitern.
Das sehr starke Medieninteresse am Thema Einbruchschutz sowie die aktuelle Förderung von Einbruchschutz in Bestandsgebäuden durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sollten durch Metallbauer, die sich mit dem Einbruchschutz beschäftigen, genutzt werden, um auf empfehlenswerte Sicherungstechnik hinzuweisen. Auch eine Eintragung in die Herstellerverzeichnisse der Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen macht durchaus Sinn.
Der Metallbauer kann die vorliegenden Zahlen auch in der Kundenberatung nutzen, um das Thema Einbruchschutz „im Gespräch zu halten“.
1.947 durch Sicherungstechnik verhinderte Einbrüche in Bayern
Auch im Jahr 2016 hatten die Kriminalpolizeilichen Fachberater Fälle im Blick, bei denen Einbrüche aufgrund von Sicherheitstechnik verhindert wurden. Hierzu wurden die jeweiligen Tatartberichte ausgewertet und die Ergebnisse in der folgenden Statistik zusammengefasst.
Dabei wurde in folgende Teilbereiche unterteilt:
- Einbruchsverhinderung durch mechanische Sicherungen: 1.755 Fälle,
- Einbruchsverhinderung durch Einbruchmeldeanlagen: 192 Fälle.
Die Zahlen zeigen einen deutlichen „Vorsprung“ der mechanischen Sicherungen bei der Einbruchsverhinderung. Dieser Trend hält seit vielen Jahren an und bestätigt die Kriminalpolizeilichen Fachberater nach wie vor darin, die Ratsuchenden zuerst zur Investition in mechanische Sicherungstechnik zu animieren und den Einbau von Einbruchmeldetechnik im Einzelfall als Ergänzung zu empfehlen. Als ebendiese Ergänzung wird zertifizierte Einbruchmeldetechnik von Polizeiseite aus jedoch als wichtiges und in manchen Objekten sogar unverzichtbares Mittel gegen Einbruch gesehen.
Beeindruckend ist im Jahre 2016, wie in den Vorjahren auch, die Aufmerksamkeit und Zivilcourage von Zeugen. Hierdurch konnte in 366 Fällen ein Einbruch verhindert werden.
Mechanische Sicherungen helfen sicher
Als mechanische Sicherungen gelten einbruchhemmende Fenster- beziehungsweise Türkonstruktionen, aber auch DIN-geprüfte Nachrüstsicherungen.
Geprüfte Fenster und Türen bieten in Neu- und Umbauten Sicherheit von Anfang an. Geprüfte einbruchhemmende Nachrüstsicherungen, wie zum Beispiel Querriegelschlösser, einbruchhemmende Beschläge oder Gitter, helfen dabei, die Sicherheit nachträglich zu erhöhen.
Auch Schaufenster können entsprechend gesichert werden. Eine Nachrüstung ist immer möglich.
In 1.755 Fällen wurde durch mechanische Sicherungen ein Einbruch verhindert.
Die folgenden Zahlen zeigen die Verteilung der Einbruchsverhinderung durch mechanische Sicherungen an Türen, Fenstern und Schaufenstern:
- Türen: 1.258,
- Fenster: 487,
- Schaufenster: 10.
Dabei sticht ins Auge, dass im Bereich der Türen deutlich mehr Erfolge zu verbuchen sind als bei den Fenstern. Dies dürfte daran liegen, dass im privaten Bereich die Haustür als „Aushängeschild“ des Hauses häufig besser gesichert ist als die Fenster und im gewerblichen Bereich oft auf Fenster verzichtet wird.
Es bleiben als Schwachstelle die Fenster, welche im ungesicherten Zustand verhältnismäßig leicht zu „knacken“ sind.
Somit sollten die vorliegenden Zahlen als Aufruf dazu verstanden werden, auch verstärkt in die Sicherung von Fenstern zu investieren. So sollte bei Neu- oder Umbauten, aber auch im Zuge einer energetischen Sanierung der Einbruchschutz unbedingt mit Beachtung finden. Erfreulich ist, dass dafür sogar eine Förderung der KfW-Bankengruppe aus den Programmen „Altersgerecht Umbauen“ und „Energieeffizient Sanieren“ beantragt werden kann.
Dazu müssen zum Beispiel Fenster mit geprüfter Technik nachgerüstet oder Zugangstüren durch geprüfte einbruchhemmende Türen ersetzt werden. Weitere Informationen dazu können unter
www.kfw.de/einbruchschutz
abgerufen werden.
Aufteilung nach Privat und Gewerbe
Wie oft welche mechanischen Sicherungen Täter zum Aufgeben gezwungen haben, zeigt geordnet nach Privat-, Gewerbe- und sonstigen Objekten die folgende Aufstellung.
Mit den vorliegenden Zahlen können Metallbauer ihre Kunden verstärkt über Sicherungstechnik informieren und damit den Bürger beziehungsweise Kunden selbst entscheiden lassen, was ihm Sicherheit wert ist. Die Auswertung ist auch im Internet unter
www.polizei.bayern.de
Rubrik „Schützen und Vorbeugen - Beratung – Technische Beratung“ eingestellt.
