1406 Sicherungstechnik
Die Nachrüstung von zum Beispiel einbruchhemmenden Wohnungstüren wird in Nordrhein-Westfalen jetzt gefördert. Foto: ttz/Novoferm

Gebäudehülle 2014-06-02T00:00:00Z Sicherungstechnik: Viele Einbrüche verhindert

Über Bayern sind 33 kriminalpolizeiliche Beratungsstellen verteilt, die auf Anfrage jeden Bürger auch dahingehend beraten, wie das Risiko, Einbruchsopfer zu werden, minimiert werden kann. Diese kriminalpolizeilichen Beratungsstellen haben auch im Jahr 2013 ihr Augenmerk auf Fälle gerichtet, bei denen Einbrüche aufgrund von Sicherheitstechnik verhindert wurden. Die Ergebnisse der Analyse können von Metallbauern, die Sicherheitstechnik installieren, sehr gut für ihre Kundenberatung eingesetzt werden.

Die jeweiligen Tatortberichte wurden in Bayern im Einzelnen ausgewertet und statistisch zusammengefasst. Dabei wurde in folgende Teilbereiche unterteilt:

  • Einbruchsverhinderung durch mechanische Sicherungen: mit 1.402 Fällen,
  • Einbruchsverhinderung durch Einbruchmeldeanlagen: mit 201 Fällen.

Die Zahlen untermauern die Beratungsstrategie der kriminalpolizeilichen Beratungsstellen, zuerst bei mechanischer Sicherungstechnik anzusetzen. Die Einbruchmeldetechnik gilt ebenso als wichtiger Baustein, sollte jedoch immer als Ergänzung zur mechanischen Sicherungstechnik und nicht als Ersatz dafür gesehen werden.
Beeindruckend ist die Aufmerksamkeit und Zivilcourage von Zeugen, durch die in 325 Fällen ein Einbruch verhindert werden konnte.

Mechanische Sicherungen
Als mechanische Sicherungen gelten einbruchhemmende Fenster- beziehungsweise Türkonstruktionen, aber auch geprüfte Nachrüstsicherungen. Geprüfte Fenster und Türen bieten in Neu- und Umbauten Sicherheit von Anfang an. Geprüfte einbruchhemmende Nachrüstsicherungen, wie zum Beispiel Querriegelschlösser, einbruchhemmende Beschläge oder Gitter helfen dabei, die Sicherheit nachträglich zu erhöhen. Eine Nachrüstung ist immer möglich.

Einbruchmeldeanlagen
Die Erfolge durch Einbruchmeldetechnik wurden hinsichtlich örtlicher Alarmierung, Fernalarmierung und kombinierter Alarmierung ausgewertet. Ein örtlicher Alarm erfolgt akustisch über Sirenen und optisch über eine Blitzleuchte mit dem Ziel, den Täter abzuschrecken. Bei einer Fernalarmierung wiegt sich der Täter in Sicherheit, da der Alarm weder optisch noch akustisch angezeigt wird, die Alarmierung der hilfeleistenden Stelle jedoch still erfolgt. Ein kombinierter Alarm ist zeitgleich ein örtlicher und stiller Alarm.

Aufmerksame Nachbarn
Im Jahre 2013 wurden durch aufmerksame Zeugen 325 Einbrüche verhindert. Hierbei konnten 95 Täter festgenommen werden. Diese Zahlen beeindrucken und sprechen für sich. Dabei ergeht von den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen der Rat an die Bürger/innen, sich keinesfalls selbst zu gefährden. Hilfreich ist vielmehr, bei verdächtigen Wahrnehmungen sofort die Polizei zu alarmieren und eine möglichst genaue Täterbeschreibung abzugeben.

Fa llbeispiele mechanische Sicherungseinrichtungen
Nicht lange nach Ausreden suchte ein Täter in Nürnberg, der im Rahmen einer Polizeistreife beim Manipulieren an einer Türe ertappt wurde. Die Türe hatte den intensiven Bemühungen des Täters standgehalten. Auf die Frage, was er da tue, gab er sofort „Einbrechen“ an. Im laufe der Vernehmungen gestand er dann noch mehrere Einbrüche.

In Deggendorf mühte sich ein Täter erfolglos an einer Wohnungseingangstür ab. Vielleicht aus Frust über den Misserfolg montierte er ab, was abzumontieren war und nahm diese Teile als „Souvenir“ mit.
Im Bereich Amberg war die Eingangstür zu einem Kiosk so gut gesichert, dass der Täter trotz großer Mühe keinen „Erfolg“ hatte. Da nützten auch die zahlreichen Fußtritte nichts, mit der er die Türe noch bedachte. Außer Schmutz hinterließ der Täter keinen nennenswerten Schaden.

In das Innere eines Kindergartens zu gelangen, hatte sich ein Täter aus dem Bereich Amberg zum Ziel gesetzt. Nachdem er mit seinen Hebelversuchen an einem gut gesicherten Fenster nicht weiter kam, versuchte er sich an einer Eingangstür, an der er ebenfalls scheiterte. Da er zu diesem Zeitpunkt anscheinend immer noch nicht ans Aufgeben dachte, ging er noch eine Nebeneingangstür an, die ihm ebenso Widerstand bot. Schließlich sah er wohl ein, dass er der guten Sicherung nicht gewachsen war.
Zwei typische Fälle wurden aus dem Bereich Neu-Ulm gemeldet. Dort brachte dem Täter das Aufhebeln eines Fensters keinen Erfolg, da das Fenster von innen zusätzlich mit einer Querstange gegen das Öffnen gesichert war. Ein anderer Täter versuchte, ein Fenster mittels kleinen Griffloches zu entriegeln, was ihm jedoch wegen des absperrbaren Fenstergriffes nicht gelang.

zuletzt editiert am 26. April 2021
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