Gewinner des Feinwerkmechanikpreises 2015 ist das Projekt „Förderung eines guten sozialen Miteinanders der Azubis“ der Maschinenbaufirma Bernd Münstermann aus Telgte. Magdalena Münstermann, Prokuristin des Familienbetriebes und dort unter anderem verantwortlich für die Koordination der Ausbildung, hat dieses Projekt ab August 2014 ins Leben gerufen, und der Sohn Dirk Münstermann setzt es im Betrieb als Ausbildungskoordinator eigenverantwortlich um und entwickelt es weiter.
Das Projekt hat alle Auszubildenden – vom Förderschüler bis zum Abiturienten – des heute über 200 Mitarbeiter starken Handwerksbetriebes im Fokus und soll ihnen die offene und ehrliche Unternehmenskultur des Familienbetriebes vermitteln, die den Menschen ganzheitlich und positiv in den Fokus stellt. Ziel des Projektes ist es, die Stärken jedes Einzelnen zu finden und zu fördern, die Schwächen zu verbessern, das faire Miteinander und die gegenseitige Akzeptanz aller Mitarbeiter und die Eigenverantwortung zu stärken.
Zu den Maßnahmen des Programms gehört neben regelmäßigen wöchentlichen Treffen, Lernpatenschaften und dem ständigen Meinungsaustausch zum Beispiel auch ein Gemeinschaftsprojekt. Im Rahmen dieses Jahresprojektes wird ein funktionsfähiges Kart entwickelt, konstruiert und gebaut. Dabei wird von der Recherche und der Konstruktion über die Materialbestellung bis zur finanziellen Abrechnung alles von den Azubis erledigt. Ein gewählter Projektleiter koordiniert die Arbeiten und es werden auch immer wieder andere Mitarbeiter der Firma in die Arbeit mit einbezogen. Das Projekt wird inzwischen durch alle Mitarbeiter gelebt und es werden nicht nur die Eigenverantwortung und Akzeptanz, sondern auch die interne Kommunikation und das kollegiale Miteinander gefördert. Dabei zeigen sich alle Mitarbeiter sehr an der Zusammenarbeit mit den jungen Auszubildenden interessiert und sind darum bemüht, sie zu erfolgreichen Mitarbeitern auszubilden. Das Projekt ist dazu geeignet, die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen zu finden, die Jugendlichen zu begeistern und ihnen Gelegenheit zu geben, Erfolge und deren Bestätigung zu erleben.
Lehrreiches Auslandspraktikum

Ein weiterer Teil des Programms ist die Teilnahme jedes Auszubildenden an einem mehrmonatigen Auslandspraktikum. Dadurch erhalten sie interessante und wertvolle Impulse für ihre Persönlichkeitsentwicklung und sie können ihr Selbstwertgefühl und ihre Eigenständigkeit steigern. Auch der regelmäßige durch die Firma angebotene und organisierte Englischunterricht ist ein Mosaikstein in diesem Projekt.
Die Jury ist der Meinung, dass der mittelständische Familienbetrieb mit diesem preiswürdigen Projekt das Problem der demografischen Entwicklung mit zurückgehenden Lehrlingszahlen, das das gesamte Metallhandwerk in den nächsten Jahren massiv betreffen wird, sehr offensiv angeht und damit beste Voraussetzungen für seinen zukünftigen unternehmerischen Erfolg schafft, dessen Basis gut ausgebildete, motivierte und engagierte Mitarbeiter sind.