Bellmann Autohaus
Das in hoher Qualität gefertigte und montierte Attika- und Wallsystem dient als Referenzobjekt für weitere Aufträge. Foto: M&T

Deutscher Metallbaupreis

29. October 2019 | Teilen auf:

Sieger in der Kategorie Fenster, Fassade, Wintergarten 2019

Gewinnerobjekt in der Kategorie Fenster, Fassade, Wintergarten ist das Attika- und Wallsystem für das Mercedes Benz Autohaus Moll Ochsenhausen. Lesen Sie, was die Firma Alusysteme Bellmann aus Brand-Erbisdorf getan hat, um die komplizierte Blechbearbeitung in den Griff zu bekommen.

Beispielhaft bekleidet

Ein führender deutscher Automobilkonzern hat ein neues CI für das Segment seiner Personenkraftwagen definiert, das bei den Autohäusern umgesetzt werden sollte. Neben einer neuen Farbgebung und Geometrie des Fassadenbandes wurde auch das Logo modifiziert und hinterleuchtet.

Die Firma Alusysteme Metallbau Bellmann bekam den Auftrag, die Umbauten an einem Autohaus (Fassade, Wall, Portale, Stehlen und sonstige Bekleidungen) beispielhaft zu planen, zu konstruieren und umzusetzen.

Dabei mussten eine ganze Reihe völlig neuer Herausforderungen gemeistert werden.

Die sehr dunkle Farbwahl der Attika- und Wallelemente zwang den Metallbauer zu einer äußerst vorsichtigen Verarbeitung in der Werkstatt und bei der Montage, da jeder Fingerabdruck, jede Welle in der Oberfläche, jegliche Oberflächenstörung sehr deutlich sichtbar wäre.

Extreme Temperaturausdehnungen ausgleichen

Die durch die Sonneneinstrahlung in Kombination mit der dunklen Farbe entstehenden hohen Oberflächentemperaturen verursachen erhebliche Materialausdehnungen, die besonders bei den sehr langen Attikafronten kompensiert werden mussten. Hier wurde eine speziell entwickelte Sonderkonstruktion aus Los- und Festpunkten realisiert, die die entsprechenden Bewegungen zuließen, aber eine ausreichende Statik boten, um Windlasten aufzunehmen und Verwerfungen zu verhindern.

Entsprechend den sehr hohen Qualitätsstandards des Kunden musste ein Spaltmaß von durchgängig acht Millimeter zwischen den Attika- und Wallelementen garantiert werden. Durch eine Sonderkonstruktion wurde das umgesetzt.

Im horizontalen Bereich zwischen den einzelnen Wallelementen und der Attikaunterkante wurde eine justierbare Spaltmaßeinstellung vorgesehen. Dazu wurde ein spezieller Höhenverstellmechanismus entwickelt. Damit ist auch der zerstörungsfreie Rückbau von Kassettenelementen bei Revision, Ersatz und Reparatur möglich.

Das in höchster Ausführungsqualität und mit großem technischen Sachverstand umgesetzte Referenzobjekt wurde Vorbild für weitere realisierte Projekte und weitere Planungen, im Zuge dessen viele weitere Autohäuser umgestaltet werden.

Stolz wie Oskar: Steffen Bellmann auf der Preisverleihung in Würzburg. Foto: Stefan Bausewein

Fazit: Nachnutzbar entwickelt

Die Jury ist der Meinung, dass die Fassadenbaufirma hier mit bemerkenswertem Know-how eine aufgrund der extremen Einsatzbedingungen und Anforderungen (geringste Toleranzen, dunkle Farbe, hohe Temperaturdifferenzen, empfindliche Oberflächen) sehr anspruchsvolle Konstruktion und Montage handwerklich perfekt ausgeführt hat. Mit dem Objekt wurde das CI des Auftraggebers gestalterisch stimmig umgesetzt. Das System ist ein bemerkenswertes Beispiel für eine gelungene Blechbearbeitung und es lässt sich effektiv für weitere vergleichbare Objekte nachnutzen.