Termindruck, Fachkräftemangel, BIM, Cloud und Künstliche Intelligenz: Die Digitalisierung stellt Metallbaubetriebe vor immer neue Herausforderungen. Wie CAD- und PDM-Lösungen wie HiCAD dabei helfen können, Konstruktion, Datenmanagement und Fertigung durchgängig zu vernetzen und Kapazitäten freizusetzen, erläutert Michael Strucker, Geschäftsführer von ISD Software und Systeme, im Gespräch mit M&T.
Wie hat sich die Rolle von CAD-/PDM-Software im Metallbau in den letzten Jahren verändert – und wo stehen wir heute?
CAD- und PDM-Software haben sich von reinen Konstruktionswerkzeugen zu zentralen Bausteinen der gesamten Wertschöpfung entwickelt. Heute geht es nicht mehr nur darum, Bauteile zu zeichnen, sondern Informationen durchgängig von der Planung über die Fertigung bis zur Montage bereitzustellen. Der Trend geht klar zu inte-
grierten Lösungen, die unnötige Arbeitsschritte vermeiden und Prozesse beschleunigen. Gleichzeitig sehen wir, dass neue Technologien wie Künstliche Intelligenz zusätzliche Potenziale eröffnen, um Arbeitsabläufe künftig noch effizienter zu gestalten.
Welche konkreten Herausforderungen aus der täglichen Praxis von Metallbauern adressiert Ihre Software am stärksten?
Metallbauer stehen unter hohem Termin- und Kostendruck. Individuelle Projekte, steigende Dokumentationsanforderungen und komplexe Fertigungsprozesse müssen effizient bewältigt werden. HiCAD unterstützt dabei, Konstruktionen, Stücklisten, Fertigungsunterlagen und NC-Daten aus einem Modell zu erzeugen. Das reduziert Fehlerquellen, vermeidet doppelte Dateneingaben und spart wertvolle Zeit.
Viele Betriebe kämpfen mit Fachkräftemangel. Inwiefern kann intelligente Software Arbeitsabläufe vereinfachen oder Kapazitäten freisetzen?
Der Fachkräftemangel wird die Branche langfristig begleiten. Software kann fehlende Fachkräfte nicht ersetzen, aber vorhandene Ressourcen deutlich effizienter nutzen. Automatisierte Abläufe, intelligente Konstruktionsfunktionen und die Wiederverwendung von Standards reduzieren Routineaufgaben. Dadurch können sich qualifizierte Mitarbeiter stärker auf anspruchsvolle Tätigkeiten konzen-
trieren und Unternehmen ihre Kapazitäten besser ausschöpfen.
Wie unterstützt ISD die Integration digitaler Prozesse – von der Planung bis zur Fertigung?
Unser Ziel ist ein durchgängiger digitaler Workflow. Konstruktion, Datenmanagement und Fertigung sollen nahtlos zusammenarbeiten. Mit HiCAD und HiCAD PDM schaffen wir eine zentrale Datenbasis, aus der Fertigungszeichnungen, Materiallisten, NC-Daten und Projektdokumentationen konsistent abgeleitet werden können. Das erhöht Transparenz, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit.
Welche neuen Funktionen oder Entwicklungen dürfen Metallbauer in den nächsten Software-Versionen erwarten?
Wir entwickeln unsere Lösungen kontinuierlich gemeinsam mit den Metallbaubetrieben weiter. Im Fokus stehen die weitere Automatisierung von Konstruktionsprozessen, eine stärkere Vernetzung von Planung und Fertigung sowie eine einfachere Bedienung komplexer Aufgaben. Ein wichtiger Zukunftsbereich ist dabei auch die Künstliche Intelligenz. Als mittelständisches, inhabergeführtes Softwareunternehmen investieren wir konsequent in Forschung und Entwicklung, um innovative Funktionen zu schaffen, die unseren Kunden einen echten Mehrwert im Arbeitsalltag bieten.
Thema BIM: Wie weit ist der Metallbau wirklich, und was bedeutet das für kleine und mittlere Betriebe?
BIM entwickelt sich zunehmend zum Standard in vielen Bauprojekten. Für kleine und mittlere Betriebe geht es dabei darum, die richtigen Technologien wirtschaftlich einzusetzen. Wer strukturierte digitale Daten bereitstellen kann, verbessert die Zusammenarbeit mit anderen Gewerken und stärkt langfristig seine Wettbewerbsfähigkeit. Der Markt ist aber noch weit entfernt davon, dass alle Gewerke BIM-konform arbeiten. Bis zum Beispiel ein Fliesenleger seine Daten digital zur Verfügung stellt, ist es noch ein weiter Weg.
Datensicherheit und Cloud-Lösungen werden zunehmend wichtiger. Wie geht ISD mit diesen Anforderungen um?
Datensicherheit und Flexibilität müssen Hand in Hand gehen. Metallbaubetriebe haben unterschiedliche Anforderungen an ihre IT-Infrastruktur. Deshalb unterstützen wir verschiedene Lösungskonzepte. Dabei stehen der Schutz sensibler Projektdaten und die Datenhoheit unserer Kunden stets im Mittelpunkt.
Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Software auch für kleinere Metallbaubetriebe wirtschaftlich bleibt und keine Überforderung darstellt?
Nicht jeder Betrieb benötigt vom ersten Tag an den vollen Funktionsumfang. Deshalb setzen wir auf modulare Lizenzkonzepte, praxisnahe Schulungen und eine intuitive Bedienung.
Unser Ziel ist es, dass Unternehmen mit ihren Anforderungen wachsen können und Digitalisierung nicht als Hürde, sondern als Chance für mehr Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit erleben. Darüber hi-
naus sind wir fast der einzige CAD-Anbieter weltweit, bei dem man die Lösung noch kaufen kann – das kommt insbesondere mittelständischen Unternehmen sehr entgegen.
Welche Rolle spielen KI-gestützte Funktionen künftig in der
Konstruktion und Projektabwicklung?
Künstliche Intelligenz wird die Konstruktion und Projektabwicklung nachhaltig unterstützen. Dabei geht es aus unserer Sicht nicht da-
rum, den Konstrukteur zu ersetzen, sondern ihn bei wiederkehrenden Aufgaben zu entlasten und Informationen schneller verfügbar zu machen. KI kann helfen, Prozesse zu automatisieren und die Effizienz zu steigern. Als Softwarehersteller investieren wir intensiv in diesen Bereich, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln, die unsere Kunden im Arbeitsalltag sinnvoll unterstützen.
Was ist aus Ihrer Sicht der häufigste digitale „Knackpunkt“
im Metallbau – und wie kann die Branche ihn überwinden?
Der größte Knackpunkt sind nach wie vor unnötige manuelle Eingriffe zwischen einzelnen Arbeitsschritten und Softwaresystemen. Wenn man nicht mit einer speziell für den Markt ausgerichteten 3D-Software arbeitet, führt dies zwangsläufig zu einem teuren Mehraufwand. Daten werden mehrfach erfasst, Informationen gehen verloren und Fehler entstehen.
Die Lösung liegt in einer durchgängigen, branchenorientierten 3D-CAD-Software. Digitalisierung ist eine Unternehmensstrategie. Wer diesen Weg konsequent geht, wird langfristig effizienter, flexibler und wettbewerbsfähiger sein.
Zur Person
Michael Strucker...
... wurde 1971 in Dortmund geboren. Seit 1999 arbeitet er mit stetig wachsender Verantwortung bei der ISD Software & Systeme GmbH. Seit 2008 ist er Geschäftsführer der Tochtergesellschaften in Österreich und der Schweiz. Seit 2014 ist er auch Geschäftsführer der Deutschen Konzernmuttergesellschaft sowie aller Gesellschaften der ISD Group. Sein Hauptverantwortungsbereich ist der weltweite Vertrieb der ISD-Produkte.
Veranstaltungs-Tipp
Metallkongress 2026
ISD ist einer von zwei Partnern und Sponsoren des Metallkongresses 2026. Der Branchen-Hotspot fürs Metallhandwerk findet am 23. und 24. Oktober 2026 in Würzburg statt. Die Referenten berichten über viele spannende und aktuelle Entwicklungen, Marktchancen und Möglichkeiten für Metallhandwerker. Die Themen reichen von Schweißen und Recht über Verteidigung und Software bis zu Schadensfällen und Digitalem Produktpass.
Abgerundet wird der Metallkongress von der Preisverleihung des Deutschen Metallbaupreises und des Feinwerkmechanikpreises.
Die Fachausstellung hält vielfältige Produkte bereit, zeigt neue Entwicklungen und bietet Raum für Informationen und Diskussion. Begleitpersonen haben ein separates Programm, das Sie begeistern wird.
Tickets und alle Infos zum Metallkongress: www.metallkongress.de.
