Durch den abgekapselten Arbeitsraum der Impala 900S ergibt sich weniger Lärm, was erheblich zum Gesundheitsschutz beiträgt – ebenso wie eine Absaugung, die durch die geschlossene Kabine ermöglicht wird.
Durch den abgekapselten Arbeitsraum der Impala 900S ergibt sich weniger Lärm, was erheblich zum Gesundheitsschutz beiträgt – ebenso wie eine Absaugung, die durch die geschlossene Kabine ermöglicht wird. (Quelle: Lang)

Feinwerktechnik

28. September 2022 | Teilen auf:

Spanende Bearbeitung: Berührungsloser Inkrementalgeber und smarte Spannbacke

(September 2022) Die Firma Lang hat auf der AMB 2022 in Stuttgart die neue Fräs- und Graviermaschine Impala 900S präsentiert, die Firma LBI oil free entwickelt kostensparende und besonders umweltfreundliche Schmiermittel, Walter hat den auch als Sonderwerkzeug auslegbaren Vollhartmetallbohrer DC165 Advance auf den Markt gebracht, die Firma MFG Technik & Service stellt mit dem Speedwagon einen neuen berührungslosen optischen Inkrementalgeber vor und Röhm hat auf der AMB mit „iJaw“, die erste Spannbacke vorgestellt, die mit Sensorik und kabelloser Datenübertragung ausgestattet ist.

Höchste Dynamik

Durch den abgekapselten Arbeitsraum der Impala 900S ergibt sich weniger Lärm, was erheblich zum Gesundheitsschutz beiträgt – ebenso wie eine Absaugung, die durch die geschlossene Kabine ermöglicht wird.
Durch den abgekapselten Arbeitsraum der Impala 900S ergibt sich weniger Lärm, was erheblich zum Gesundheitsschutz beiträgt – ebenso wie eine Absaugung, die durch die geschlossene Kabine ermöglicht wird. (Quelle: Lang)

Beim Fräsen und Gravieren ist ein hohes Maß an Toleranzgenauigkeit, Detailtreue und Oberflächenqualität gefragt. Diesen Herausforderungen stellt sich die Firma Lang und präsentierte die neue Impala 900S auf der AMB 2022 in Stuttgart. Die Fräs- und Graviermaschine bietet höchste Dynamik auf vier Achsen und ermöglicht exakte Positionier- und Wiederholgenauigkeit. Damit fügt sie sich als jüngste Entwicklung in die bereits 32-jährige Geschichte der Impala-Baureihe ein. Lang blickt in diesem Jahr auf fünfzig Jahre Firmenhistorie und die Impala ist seit mehr als drei Jahrzehnten ein wesentlicher Bestandteil. Die Impala 900S ist eine Weiterentwicklung der Impala 800S, die für hochpräzise Gravieranwendungen einsetzbar und daher beispielsweise prädestiniert für den Werkzeug- und Formenbau ist. Die Impala 900S hat eine noch größere Arbeitsfläche und arbeitet effizienter. Ob Prägestempel und -werkzeuge, Spritzgießformen, Moletten oder kleine Prägezylinder – verbunden mit einem kompakten Maschinendesign und vielseitigen Funktionalitäten ist die Impala 900S in unterschiedlichen Anwendungsbereichen einsetzbar. Wie alle Maschinen der Impala-Serie besitzt auch die neueste Version ein temperaturstabiles und schwingungsdämpfendes Granitbett. Zusätzlich bietet sie die Möglichkeit, eine Spindel mit Spindelnasenwachstumskompensation einzusetzen, was zu noch höherer Prozesssicherheit und Oberflächengenauigkeit führt. Sie erzielt hochpräzise Ergebnisse bei kurzen Fertigungszeiten durch Präzisionsantriebe auf allen vier Achsen.

Zukunftsweisende Schmiermittel

Neben den Aspekten der Nachhaltigkeit sind die Schmiermittel auch ausgesprochen wirtschaftlich, da sie sehr sparsam im Verbrauch sind.
Neben den Aspekten der Nachhaltigkeit sind die Schmiermittel auch ausgesprochen wirtschaftlich, da sie sehr sparsam im Verbrauch sind. (Quelle: iStock)

Die steigenden Energiekosten und der wachsende Druck beim Thema Umweltschutz, sensibilisiert immer mehr Unternehmen für zukunftsweisende Lösungen. Auch bei den Schmiermitteln denkt die Metallverarbeitung Industrie mehr und mehr um. „Unsere ölfreien Produkte erweisen sich nicht nur in diesen angespannten Zeiten als effizient, sie sind bereits seit Jahrzehnten eine erfolgreiche Alternative zu herkömmlichen Schmierstoffen“, sagt Sascha Keller, Geschäftsführer von LBI oil free.

Da die Rezepturen des Unternehmens komplett auf Mineralöl verzichten, wird jede Menge Energie gespart, denn es entfällt der kostenintensive Waschprozess von Werkstück und Bearbeitungsumfeld. Die Schmierstoffe trocknen sehr schnell, so dass diese ohne weiteres anschließend geschweißt und sogar lackiert werden können. Auch Abwasser muss nicht teuer entsorgt werden, wie bei herkömmlichen Produkten.

Alle Produkte werden auf Basis von umwelt‐ und arbeitsplatzfreundlichen Rohstoffen entwickelt und hergestellt. Mit ihnen wird gestanzt, tiefgezogen oder gebogen und das im Ergebnis mit einer perfekten Oberflächengüte der Werkstücke. „Wir setzen auf regenerative und synthetische Polymere, die in der Regel biologisch abbaubar, kennzeichnungsfrei, biozidfrei sind und ohne Chlor, Silikon und Schwermetalle auskommen“, erklärt Sascha Keller den Unterschied. Korrosionsschutz gewährleisten auch die umweltfreundlichen Schmiermittel und entsprechen den EU‐REACH‐Richtlinien.

Produktiveres Bohren

Der Walter DC165 Advance Standardbohrer hat ein breites Sonder-Programm.
Der Walter DC165 Advance Standardbohrer hat ein breites Sonder-Programm. (Quelle: Walter)

Einer der wichtigsten Gründe für Sonderwerkzeuge ist es, die Produktivität zu steigern, indem man mehrere Bearbeitungsschritte in ein Werkzeug integriert. Der neben dem Standard-Programm auch als Sonderwerkzeug auslegbare Vollhartmetallbohrer DC165 Advance von Walter bietet dafür ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Aufgrund seines Designs mit geraden Nuten eignet sich der Bohrer außerordentlich gut für die Auslegung als Sonderwerkzeug, da es – anders als bei gewöhnlichen Spiralbohrern – an den Übergängen nicht zu Verzerrungen kommt. Als Stufenbohrer bietet er eine große Bandbreite an Durchmessern, von Zwischenstufen bis hin zu großen Durchmessern. Die polierten Spannuten des DC165 Advance verbessern die Spanabfuhr und minimieren die Aufbauschneidebildung. Von Vorteil ist dies vor allem bei der Bearbeitung von Aluminium, das neben der Bearbeitung von Guss-Werkstoffen die Hauptanwendung des Bohrers darstellt. Vier Führungsfasen verhelfen dem DC165 Advance zu einer sehr guten Führung – und somit zu einer sehr exakten Rund- und Geradheit der Bohrung, als auch zu einer hohen Oberflächenqualität. Neben der allgemein bekannt hohen Bohrer-Qualität profitieren die Anwender darüber hinaus von unternehmensspezifischen Serviceleistungen: wie zum Beispiel der Möglichkeit, des dreimaligen Nachschleifens in den weltweit verfügbaren Walter-Reconditioning-Centern und darüber hinaus vom Walter Xpress-Service.

Berührungslose Geschwindigkeitsmessung

Der neue berührungslose optische Inkrementalgeber Speedwagon eignet sich für fast alle Materialien und Oberflächen.
Der neue berührungslose optische Inkrementalgeber Speedwagon eignet sich für fast alle Materialien und Oberflächen. (Quelle: MFG)

Der Speedwagon ist ein neuer berührungsloser optischer Inkrementalgeber den die Firma MFG Technik & Service im Angebot hat. Mit dem wurde ein integrierfähiges Modul entwickelt, das kontaktlos, ohne mechanische Teile Geschwindigkeiten misst und übermittelt.Das System erkennt die Geschwindigkeiten von bewegten Bahnen und Stückgütern und überwacht, steuert und regelt so Fertigungsanlagen. Es unterstützt dabei, Schreibgeschwindigkeiten von Kennzeichnungssystemen anzupassen oder Arbeitsschritte/-takte einer Maschine zu synchronisieren, Längen zu messen, Maschinentakte zu starten und zu steuern u. v. m.

Der große Vorteil: Die Messung erfolgt berührungslos, rein optisch, ohne mechanische Bauteile und damit schlupffrei. Im Gegensatz zu Messrädern und anderen mechanischen Verfahren erreicht Speedwagon damit eine höhere Messgenauigkeit und beschädigt nicht das Material durch die mechanische Abnutzung.

Zusätzlich ist das System in der Lage, eine Triggerfunktion zu übernehmen, also einen Start-Impuls zum Beispiel für Kennzeichnungsgeräte auszugeben, sobald ein zuvor definierter Inkrementwert erreicht wurde.

Smarte Spannbacke

Der Aufbau der sensorisierten Spannbacke „iJaw“ von Röhm.
Der Aufbau der sensorisierten Spannbacke „iJaw“ von Röhm. (Quelle: Röhm)

Röhm, der Spann- und Greifmittelspezialist mit Sitz in Sontheim an der Brenz, präsentierte auf der AMB in Stuttgart seine Weltneuheit „iJaw“, die erste Spannbacke überhaupt, die mit Sensorik und kabelloser Datenübertragung ausgestattet ist. So lässt sich direkt während der spanenden Bearbeitung die Spannkraft in Echtzeit messen. Die Datenübertragung an ein Gateway erfolgt über den Industriestandard IO-Link Wireless.Werkzeugmaschinenhersteller können die smarte Spannbacke ab sofort über die so genannte HMI-Anbindung komplett in die Steuerung der Erstausstattung (OEM) ihrer Werkzeugmaschinen integrieren. Über die „On-Premises“-Variante können bestehende Werkzeugmaschinen auch zu einem späteren Zeitpunkt problemlos ein Upgrade ins smarte Spannbackenzeitalter erhalten.

„Mit der iJaw revolutionieren wir den Fertigungsprozess in der Metallbearbeitung nachhaltig. Denn die Echtzeitmessung der Spannkraft während des Bearbeitungsprozesses bringt dem Anwender eine ganze Reihe an Vorteilen. Das fängt bei einer höheren Maschinenverfügbarkeit an, weil sich die Rüstzeiten reduzieren und die Bearbeitungsprozesse beschleunigen lassen. Dadurch reduzieren sich auf der einen Seite die Teilekosten, während auf der anderen Seite die Teilequalität steigt. Das ist Prozessoptimierung pur und ein echter Meilenstein in der Digitalisierung der Fertigung. Insgesamt läuft die sensorgesteuerte Werkstückbearbeitung natürlich viel sicherer ab als eine, bei der herkömmlich manuell nach Gefühl aufgespannt wurde“, sagt Gerhard Glanz, CEO der Firma Röhm.Werkzeugmaschinen lassen sich bald sehr einfach mit der „iJaw“ nachrüsten. Dazu benötigen die Anwender neben den sensorisierten Spannbacken nur das Gateway, einen Industrie-PC sowie ein Medium zur Visualisierung der gemessenen Daten. Das kann ein lokaler PC oder ein mobiles Tablet sein. Die Steuerung des Systems erfolgt dann durch die Web-App iJaw Mobile, welche die Verbindung zwischen der „iJaw“ und dem Gateway herstellt.

zuletzt editiert am 28.09.2022