In letzter Zeit wurden einige spannende Neuheiten für die Feinwerkmechanikbranche vorgestellt, die neue Bearbeitungsmöglichkeiten und Effizienzverbesserungen bringen. Wir stellen hier interessante neue Produkte vor.
Beim Bohren auf der sicheren Seite
Mit dem Wendeschneidplatten-Vollbohrer D4120 etablierte Walter 2018 einen flexiblen Allrounder im Markt. Jetzt vervollständigt der Werkzeughersteller sein D4120-Programm: Mit den Abmessungen 2, 3, 4 und 5 mal Durchmesser sind die Tübinger im Durchmesser-Bereich 13,5 bis 59 Millimeter breit aufgestellt. Eigens entwickelte Außen- und Zentrumsplatten sorgen für einen gezielten Ausgleich der Schnittkräfte. Die Zentrumsplatten wurden dazu etwas größer gewählt als die äußeren Wendeschneidplatten und sind mit einer Eckenschutzfase versehen. Neben höherer Prozesssicherheit trägt dies entscheidend zu hoher Präzision und niedrigen Bohrgeräuschen bei. Für hohe Oberflächengüten bietet Walter eine Ausführung mit Wiper-Schneide an. Der Bohrkörper ist mit zwei Kühlkanälen sowie einem Messbund (Dc) zur einfachen Bohrer-Identifikation, auch im montierten Zustand, versehen. Polierte Spannuten und eine gehärtete Oberfläche optimieren Spanabtransport und Verschleißfestigkeit.
Mit der Kombination aus D4120 und vierschneidigen Wendeschneidplatten erhält der Anwender Wirtschaftlichkeitsvorteile und größtmögliche Flexibilität durch ein in sich abgestimmtes System. Hiervon profitiert der Anwender sowohl bei schwierigen Bearbeitungen wie Querbohrungen, Brillenbohrungen und schrägen Ein- und Austritten als auch bei der Einsetzbarkeit in den ISO-Werkstoffen P, K, M, N und S.
Kurzer Prozess bei der Zerspanung
Nickelbasislegierung - Sie trotzen hohen thermischen und mechanischen Belastungen, sind äußerst korrosionsbeständig und für viele Einsatzmöglichkeiten geeignet. Die Kehrseite der Medaille: diese Superlegierungen sind äußerst anspruchsvoll in der Zerspanung. Jetzt gibt es den Monster-Mill NCR Schaftfräser von Ceratizit für diese Aufgaben.

Verschiedene Faktoren sorgen dafür, dass die Bearbeitung von Inconel & Co. ab sofort keine Schwierigkeit mehr darstellt. So verfügt der Monster-Mill NCR über eine spezielle Werkzeuggeometrie, die genau auf die Bearbeitung von Nickelbasislegierungen abgestimmt ist. Diese ist gerade in Bezug auf den Werkzeugverschleiß entscheidend und gewährleistet stabile und sichere Prozesse. Aber auch der verstärkte Kerndurchmesser und konisch ansteigende Kern wirken effektiv Verschleiß am Werkzeug entgegen, sodass eindrucksvolle Standzeiten möglich sind.
Zu guter Letzt ist es aber auch der neuartigen Dragonskin-Beschichtung zu verdanken, dass der Monster-Mill NCR den abrasiven Nickelbasislegierungen so gut standhält. Die Beschichtung ist ebenfalls eine Neuentwicklung, die eine hohen Hitzeresistenz aufweist und enormen Widerstand gegen Verschleiß bietet.
Modular und schnell gewechselt
Im Umfeld von Industrie 4.0 stehen Drehmaschinen sowie Fräszentren aufgrund steigender Produktivitäts-, Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsanforderungen mehr denn je im Mittelpunkt. Dank fortschrittlicher Konfigurationsmöglichkeiten mit bis zu drei Werkzeugrevolvern, Y- und B-Achsen, Haupt- und Gegenspindel sowie angetriebener Werkzeugeinheiten auf bis zu 42 Revolver-Stationen ermöglichen die Maschinen ein Höchstmaß an Effizienz. Die hohe Flexibilität erlaubt eine optimale Aufteilung komplexer Fräs-, Bohr-, Entgrat- und Gewindeoperationen. Dadurch entfällt unnötiges Umrüsten und Umspannen. Darüber hinaus können Anwender die Prozesse mit integrierbaren Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen in Roboterzellen konsequent auf Produktivität trimmen.

Modulare Schnellwechselsysteme für angetriebene Werkzeugeinheiten spielen bei der Planung dieser Bearbeitungen eine sehr wichtige Rolle. Schließlich befinden sich oft mehr als zehn angetriebene Werkzeuge auf den verschiedenen Revolvern. Moderne Schnellwechselsysteme ermöglichen ein hauptzeitparalleles Montieren und Vermessen der Werkzeugadapter außerhalb der Maschine und bilden somit die Basis für schnelles und effektives Rüsten. Selbst bei einem Werkzeugwechsel während einer laufenden Serie reduzieren sich die Stillstandszeiten auf ein Minimum.
In Zusammenarbeit mit den Spezialisten für angetriebene Werkzeugsysteme EWS und Eppinger sowie Hainbuch, den Experten für Werkstück-Spanntechnik, hat Iscar ein umfangreiches Portfolio an spezifisch angepassten Schnellwechseladaptern für Fräs- und Bohranwendungen auf angetriebenen Werkzeugeinheiten entwickelt. Anwender und Maschinenhersteller können jetzt die Vorteile der Baureihen EWS Varia VX und Eppinger Preciflex mit den modularen Iscar-Werkzeugsystemen Multi-Master, T-Face, Flexfit und Sumocham kombinieren. Iscar hat die Adapter für das Multi-Master-Wechselkopffrässystem für das Hainbuch Spanntop Mini System im Spannbereich drei bis 65 Millimeter optimiert. Das ermöglicht eine flexible Bearbeitung direkt am Spannfutter. Die enge Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen verschafft den Kunden einen sehr großen Mehrwert bei Flexibilität, Handhabung und Produktivität.
CAM-System in MES-System integriert
Die Firmen Hummingbird Systems und die Open Mind Technologies, Hersteller von CAM/CAD-Systemen, kooperieren. Mit ihrer Zusammenarbeit bieten beide Softwareunternehmen Anwendern die Möglichkeit, Prozesse fertigungsweit zu vernetzen, zu steuern, zu automatisieren und zu optimieren.

Mit ihrer Kooperation fördern Hummingbird und Open Mind den durchgängigen Prozess- und Informationsfluss im gesamten Fertigungsunternehmen. Alle Prozesse von der Planung, Steuerung bis zur Kontrolle lassen sich in einem System in Echtzeit genau lenken, analysieren und optimieren. Da das MES-System die maßgeblichen Referenzdateien führt, sind alle Prozesse transparent, nachvollziehbar und sicher.
„Unsere MES-Lösung ist ein agiles System zur Planung, Steuerung und Automatisierung der technischen Prozesse für alle Fertigungsunternehmen. Es kann zu einem durchgängigen Fertigungsmanagement mit der Möglichkeit der Datenintegration aller vorhandenen Systeme und Maschinentechnologien beziehungsweise der Integration im Sinne der Industrie 4.0 sukzessive ausgebaut werden“ , führt Hans-Georg Zwicker, COO bei Hummingbird Systems, aus.
MES-Systeme (Manufacturing Execution System) sind umfassende Softwarelösungen zur zentralen Verwaltung aller produktionsrelevanten Daten eines Unternehmens. Alle operativen Prozesse, die eine Auswirkung auf den Fertigungs- oder Produktionsprozess haben, werden in einem MES-System abgebildet. Sämtliche Funktionen wie Materialmanagement, Maschinenbelegungs- und Personaleinsatzplanung, Auftragssteuerung, Instandhaltung, Dokumentenverwaltung, Leistungsanalyse oder Qualitätsmanagement werden durch eine MES-Lösung unterstützt.
Neue innovative Zerspanungslösungen
Mit der neuen KPK Serie und der MFWN Mini Serie erweitert Kyocera seine sehr erfolgreichen Werkzeuglinien um zwei neue Produktserien.

Die KPK Serie zeichnet eine hervorragende Leistung beim Abstechen und ein starker Klemmmechanismus für zusätzliche Sicherheit aus. Die MFWN Mini Serie ist eine verkleinerte Version der Original-Fräser, die ebenso eine ausgezeichnete Leistung und Standzeit aufweisen.
Bei Zerspanungsvorgängen kommt es häufig zu einigen Herausforderungen, instabile Klemmungen, Steifigkeitsprobleme und Vibrationen sind die Folgen. Wenn die Schnittgeschwindigkeit am Zentrum des Werkstücks zu niedrig ist, ist die Belastung enorm groß. Zudem neigen herkömmliche Werkzeuge dazu, durch Spanprobleme leichter zu brechen. All diese Probleme sind bei der KPK Serie passé, da sie mit neuen Stechplatten-, Schwerter- und Werkzeugblockausführungen für ein stabiles und sicheres Abstechen in den Einsatzbereichen Stahl, rostfreier Stahl, Gusseisen und Aluminium sorgen. Durch den einfachen Austausch der Wendeschneidplatte wird die Wechselzeit auf ein Minimum. Die sicher befestigte Stechplatte hat drei Kontaktflächen, um eine sichere Klemmung zu gewährleisten. Rattern wird vermieden und der Abstechprozess wird wesentlich sicherer.
Mit der MFWN Mini Serie bringt Kyocera neue Neunzig-Grad-Fräser mit geringen Schnittkräften und doppelseitigen Wendeschneidplatten mit sechs Schneidkanten auf den Markt. Die neue Linie ist angelehnt an das Original, der MFWN Fräser, steht diesem aber in nichts nach. Ganz im Gegenteil: Die Mini Serie funktioniert bis fünf Millimeter Schnitttiefe, während das große Vorbild sogar bis zu einer Schnitttiefe von acht Millimeter verwendet werden kann. Auch dieses Produkt wird für die Bearbeitung von Materialien wie Stahl, rostfreier Stahl, Gusseisen und exotische Materialien verwendet.