In jüngster Zeit wurden einige spannende Neuheiten für die Feinwerkmechanikbranche vorgestellt, die deutliche Fortschritte bei den Bearbeitungsmöglichkeiten und bei der Effizienz bringen. Wir stellen interessante neue Produkte vor.
Kleine Stückzahlen in höchster Präzision
Auf der Intec 2019 in Leipzig stellt die DMT Drehmaschinen die manuelle Drehmaschine KD 400 vor. Sie besitzt eine dezentrale Antriebstechnik und ermöglicht so die Fertigung von geringen Stückzahlen und Sonderanfertigungen, ohne dass dafür lange Umrüstzeiten in Kauf genommen werden müssen. Außerdem ist sie aufgrund der manuellen Bedienbarkeit und Nachvollziehbarkeit auch für den Lehrbetrieb gut geeignet.
Sollen Einzelteile oder geringe Stückzahlen gefertigt werden – beispielsweise im Rahmen einer Ausbildung –, kommen häufig noch konventionelle Drehmaschinen zum Einsatz. Diese sind allerdings in der Regel mit einer Zug- und Leitspindel ausgestattet, welche die Herstellung einer Kontur unmöglich macht.
Das Modell KD 400 der DMT Drehmaschinen hingegen ist eine manuelle Drehmaschine mit dezentraler Antriebstechnik: Bei ihr kann der Werkzeugschlitten in X- und Z-Achse sowohl manuell per Handrad als auch elektrisch (und gleichzeitig) in X- und Z-Achsenrichtung verfahren werden. So lassen sich sowohl einzelne Werkstücke als auch komplizierte Kegel- oder Kugelgeometrien wirtschaftlich und nachvollziehbar fertigen. Sie eignet sich aufgrund der manuellen Bedienung auch für den Lehrbetrieb und entspricht den neuesten Sicherheitsstandards. Gemäß der Baumusterprüfung durch die Berufsgenossenschaft und der Einhaltung der ISO 23125 sowie ISO 13849 entspricht die Drehmaschine den neuesten Sicherheitsstandards. Die KD 400 wird auf der Intec 2019 in Leipzig präsentiert.
Für schnelle Positioniervorgänge mit höchster Genauigkeit

Die Firma Lang ist Anbieter von Automations-Systemen sowie Fräs-, Laser- und Digitalisier-Maschinen. Die Lösungen aus dem Portfolio „Motion Control“ eignen sich optimal für hochpräzise und zugleich dynamische Positionieraufgaben. Der Hersteller präsentiert die bewährten Automations-Systeme sowie Neuerungen wie die Steuerung „LSMART express“ auf den Arizona Photonics Days 2019 in Tucson – eine Konferenz der optischen und photonischen Industrie. Das Unternehmen ist hier vom 30. Januar bis 2. Februar 2019 vertreten und unterstreicht damit seine Internationalisierungsstrategie.
Die neue Steuerung „LSMART express“ verfügt neben einem smarteren Design über stärkere Endstufen für höhere Motorleistungen, hat eine größere Anzahl von digitalen Ein- und Ausgängen als bisherige Steuerungen, integrierte Schnittstellen zur Realisierung von Sicherheitsfunktionen sowie eine Software mit integrierter Oszilloskopfunktion. Somit erfüllt es die hohen Anforderungen der optischen und photonischen Industrie sowie weiterer Branchen und kommt auf der ganzen Welt zum Einsatz.
Bessere Bearbeitung dünnwandiger Aluminiumbauteile

Sandvik Coromant stellt mit dem zum Patent angemeldeten Planfräser M5F90 eine neue Lösung für die Bearbeitung dünnwandiger Autokomponenten aus Aluminium vor. Der Zwei-in-Eins-Fräser M5F90 ermöglicht nicht nur die Zerspanung ohne Gratbildung, Kratzer oder Absplitterung, sondern dank eines innovativen Konstruktionskonzepts auch das Schruppen und Schlichten in einem Arbeitsgang. Damit erlaubt er insgesamt kürzere und effizientere Bearbeitungsstrategien.
Der Fräskörperdurchmesser (25 bis achtzig Millimeter) ist mit gelöteten PKD-Schneidplatten ausgestattet. Durch den Einsatz neuer Produktionstechnologien bedürfen sie Feineinstellung und sorgen für hohe Vorschübe ohne Vibrationen – so bieten sie Anwendern erhebliche Potenziale zur Einsparung von Zeit und Kosten. Darüber hinaus entstehen durch die optimierte Kombination von Schnittwinkel, Wendeplattenform, Kantenvorbereitung und Schnittparametern weder Kratzer noch Grate oder Brüche am Werkstück.
Obwohl der M5F90 speziell für die Fräsbearbeitung von dünnwandigen Aluminiumbauteilen wie Getriebegehäusen entwickelt wurde, ist der Fräser auch geeignet, Material mit großem Arbeitseingriff für Anwendungen im gesamten Automobilsegment zu bearbeiten.
Neuer Schmierstoff basiert auf nachwachsenden Rohstoffen

Total baut sein Angebot für die metallverarbeitende Industrie weiter aus. Mit Total Folia führt das Unternehmen einen biobasierten Kühlschmierstoff ein, der frei von Mineralölen und Emulgatoren ist. Das Produkt eignet sich für eine Vielzahl von maschinellen Bearbeitungen wie das Zerspanen, Schleifen und Umformen von diversen Metallsorten.
Kühlleistung und Schmierkraft von Total Folia tragen zur Präzision der maschinellen Bearbeitung bei und verlängern zugleich die Lebensdauer der Werkzeuge. So ermöglicht der Schmierstoff dem Bediener, mehr Teile mit einer höheren Rate herzustellen, was wiederum die Werkzeugkosten senkt und zu erheblichen Produktivitätssteigerungen beitragen kann.
Da Total folia auf nachwachsenden Rohstoffen basiert, ist es umweltverträglicher als vergleichbare Schmierstoffe aus Mineralöl. Die lange Haltbarkeit des Produkts und die verlängerte Lebensdauer der Werkzeuge reduzieren zudem die Abfallmenge. Der Schmierstoff ist geruchlos und setzt aufgrund seiner hohen Kühlleistung keine gesundheitsgefährdenden Dämpfe frei. Dank der biobasierten Inhaltsstoffe ist Total Folia zudem hautverträglicher als konventionelle Kühlschmierstoffe. Durch den wegfallenden Ölanteil vermindert das Produkt schließlich auch das Unfallrisiko im Betrieb, indem es die Rutschgefahr auf Böden und Oberflächen im Falle eines Auslaufens reduziert.
Mit exzellentem Schliff zum präzisen Gewinde

Für das präzise Einbringen von Gewinden in der Serienfertigung bietet Hahn + Kolb die Universal-Hochleistungsgewindebohrer von Atorn. Die Gewindebohrer vom Typ Uni Max arbeiten prozesssicher bei gleichzeitig hohen Schnittgeschwindigkeiten und langen Standzeiten. Dahinter steckt unter anderem eine besondere Geometrie: Sie ist hochpositiv, mit extremem Hinterschliff und bietet damit einen besonderen Vorteil bei der Bearbeitung hochlegierter Edelstähle. Durch aggressive Spanwinkel an den Bohrern lassen sich auch Stähle mit einer Festigkeit bis 1.200 N/mm² genauso wie NE-Metalle, Sonderlegierungen oder Guss-Werkstücke in Serie bearbeiten. Die extremen Drallwinkel in Kombination mit der hohen Schnittgeschwindigkeit versprechen eine hervorragende Spankontrolle und minimieren gleichzeitig die Gefahr von Wickelspänen.
Die Universal-Gewindebohrer sind mit einer Ultra-HL-Beschichtung ausgerüstet, die speziell für den Einsatz Gewindeschneiden entwickelt wurde. Die mehrlagige Beschichtung ist besonders gleitstark und sichert eine sehr hohe Konturtreue an der Schneide. In Kombination mit der innovativen Geometrie sind so höchste Standmengen bei Gewindetiefen bis 3xD möglich. Mit der innengekühlten Variante lässt sich der Schmierstoff noch gezielter zur Schneide transportieren, was die Standzeit der Werkzeuge nochmals erhöht.
CAD/CAM-Suite und High-Performance-Paket erweitert

Die CAD/CAM-Suite Hyper-Mill ist jetzt in der aktuellen Version 2019.1 verfügbar. Open Mind, einer der führenden Hersteller von CAD/CAM-Lösungen, erweiterte das Schlichtmodul des Performance-Pakets Hyper-Mill Maxx Machining. Weitere Highlights sind prozessoptimierende Verbesserungen in der Bedienung sowie neue Funktionen zur Reduzierung von Berechnungszeiten.
„5-Achs-Schlichten prismatischer Verrundungen“ ist eine neue Funktion im Schlichtmodul von Hyper-Mill Maxx Machining: Durch die Geometrie und die automatische Anstellung des Tonnenfräsers können diese nach dem Prinzip eines Hochvorschubfräsers eingesetzt werden. Dabei erfolgt die Bearbeitung in einer stechenden und ziehenden Bewegung mit einem extrem hohen Vorschub. Die höchste Performance bei der Bearbeitung lässt sich mit konischen Tonnenfräsern, auch Kreissegment- oder Parabelfräser genannt, erzielen. Auch Kugel- und Radiusfräser lassen sich mit dieser Strategie effizient nutzen.
Das Gewindefräsen wurde für die Version 2019.1 von Hyper-Mill komplett überarbeitet und ist nun äußerst komfortabel in der Programmierung. Das Modul unterstützt eine Vielzahl verschiedener Gewindefräsertypen und erleichtert die Auswahl von Rechts- und Linksgewinden sowie die Festlegung der Fräsrichtung: von unten nach oben oder umgekehrt. Darüber hinaus wurden der Schruppmodus und die Kantenkontrolle verbessert.