In jüngster Zeit wurden einige spannende Neuheiten für die Feinwerkmechanikbranche vorgestellt, die neue Bearbeitungsmöglichkeiten und Effizienzverbesserungen bringen. Wir stellen interessante neue Produkte vor.
Fräser sorgt für gratfreie Erstbearbeitung
Sandvik Coromant hat jetzt seinen neuen Tangentialfräser M5Q90 vorgestellt, der für die erste Schruppbearbeitung neu gegossener Aluminiumteile entwickelt wurde und die Prozesse in der Automobilindustrie beschleunigen soll. Das neue Werkzeug ist in der Lage, das sogenannte „Cubing“, also die Erstbearbeitung von Flächen nach dem Gießen, in einem einzigen Arbeitsgang ohne Gratbildung durchzuführen. Dafür ist es mit tangentialen PKD-Schneidplatten ausgestattet, die eine gleichmäßige und stabile Zerspanung ermöglichen, während gleichzeitig der Stromverbrauch gesenkt und Vibrationen eliminiert werden. Damit gewährleistet das Konzept eine zuverlässige Performance, verbesserte Standzeiten, außergewöhnliche Oberflächengüte, hohe Zerspanungsleistung und eine größere Anzahl von Werkstücken pro Platte.
Der M5Q90 vervollständigt das Angebot für die Bearbeitung von Aluminiumbauteilen im Automobil und ergänzt die Werkzeuglösungen M5B90, M5C90, M5F90, Coro-Mill Century/590 und M5R90. Die Lösung ist sowohl zum Plan- als auch zum Schulterfräsen und darüber hinaus auch für viele Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau und in der Luft- und Raumfahrt geeignet.
Wendeschneidplatten optimieren Tannenbaumfräser

Mit dem Wendeschneidplatten-Tannenbaumfräser platzierte die Firma Walter ein bislang einzigartiges Werkzeug am Markt. Der Sonderfräser für die Semi-Schlicht- und Schlichtbearbeitung von Tannenbaumnuten kombiniert die wirtschaftlichen Vorteile von Wendeschneidplatten mit der Produktivität eines mehrstufigen Fräswerkzeugs. Und das mit sehr großer Präzision (Toleranz bei der Schlichtbearbeitung von Profilen plus/minus zehn Mikrometer). Maßgeblich dafür ist der hochgenaue Wendeschneidplattensitz. Die Innenkühlung gewährleistet einen prozesssicheren Abtransport der Späne sowie eine verbesserte Oberflächenqualität am Werkstück. Der Spezialist für die Bearbeitung von Turbinenschaufelfüßen bei Gas- und Dampfturbinen sowie deren Gegenstück in der Turbinenwelle wird bevorzugt für Stahl und Rostfrei-Stähle sowie in Titan und Nickelbasislegierungen eingesetzt.
Im Vergleich zu VHM-Fräsern reduziert der mit Wendeschneidplatten bestückte Tannenbaumfräser die Bearbeitungszeit; der Aufwand für das Nachschleifen der Schneidkanten entfällt. Da kein Ersatz für verschlissene Werkzeuge vorgehalten werden muss, verringert sich zudem der Werkzeug-Umlauf. Mit Hilfe eines neuen Wendeschneidplatten-Schneidstoffes steigert Walter die Standzeit des Fräsers jetzt nochmals zwischen zwanzig bis dreißig Prozent: Der Fräser erreichte durch die hoch verschleißfeste HIPIMS-Beschichtung im Test eine Standzeit von bis zu vierzig Metern pro Schneidkante in legiertem Stahl.
Komplexe Vielfalt einfach beherrschen

Sicher, digital und automationsstark – auf der Hannover Messe (1. bis 5. April) präsentiert Stöber Antriebstechnik in Halle 15, Stand G06 zukunftsweisende Lösungen, die das Leben von Konstrukteuren deutlich vereinfachen. Dazu gehört unter anderem der neue Produkt-Konfigurator. Mit diesem intuitiven Online-Tool kann der Anwender aus dem umfangreichen Motion-Produktportfolio die passende Antriebslösung sehr einfach mit wenigen Klicks zusammenstellen. Der Anwender erhält direkten Zugang zu Datenblättern sowie zu 2D- und 3D-Modellen. Die Komponenten können im Anschluss direkt bei Stöber angefragt werden.
Besucher können sich auf dem Messestand zudem über den sensorlosen Lean-Motor informieren. Diese Neuentwicklung ist bei gleicher Leistung deutlich leichter und kleiner als ein Asynchron- und günstiger und robuster als ein Servoantrieb. Mit einem Wirkungsgrad bis zu 96 Prozent entspricht der Lean-Motor der Effizienzklasse IE5. Konstrukteure bauen damit Maschinen kompakter und zukunftssicherer, Anwender profitieren vom geringeren Energiebedarf und der langen Lebensdauer. Zum Einsatz kommt die neue Motorklasse zum Beispiel für dynamische Automatisierungsaufgaben in rauen Produktionsumgebungen.
Free-Turn Tools ausgezeichnet

Nachdem die von Ceratizit entwickelten Free-Turn Werkzeuge für die neue Drehtechnologie „High Dynamic Turning“ bereits auf der AMB in Stuttgart mit einem hochkarätigen Industriepreis für innovative Produkte ausgezeichnet wurden, überzeugten sie jetzt auch die Jury beim Intec Award. Das Werkzeugsystem, das kompromissloses Drehen mit vollem Freiheitsgrad ermöglicht, wurde in Leipzig mit dem zweiten Platz geehrt und war das bestplatzierte Produkt im Bereich Zerspanungswerkzeuge.
Mit dem neu entwickelten Drehverfahren ist es möglich, alle bekannten Außendrehoperationen mit nur einem Werkzeug – dem dynamischen Free-Turn-Tool – durchzuführen. Hierzu wird die Frässpindel genutzt, um einen 360 Grad Rotationsfreiwinkel zu erzeugen und das dynamische Werkzeug in jeglicher Position zu einem Werkstück anzustellen. Dadurch kann sowohl der Spanbruch als auch die Bauteilqualität positiv beeinflusst werden. Außerdem werden massive Einsparungen von Werkzeugwechselzeiten erreicht. Die stirnseitig auf den schlanken Schaft der Werkzeugaufnahme aufgeschraubten Wendeschneidplatte kann aus mehreren Schneiden mit unterschiedlichen Eigenschaften bestehen. Zum Beispiel verschiedenen Spitzenwinkeln, Eckenradien oder Spanleitstufen - sogar unterschiedliche Beschichtungen und Schneidstoffe sind denkbar.
Der Free-Turn kann also auf die Bedürfnisse der Bearbeitung angepasst werden und bietet deshalb den Vorteil, mehrere Werkzeuge zu ersetzen.
Hohe Standzeiten und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Auf der internationalen Fachmesse Intec stellte die Wikus-Sägenfabrik erstmalig ihr neues Bimetall-Sägeband Primar M42 der Öffentlichkeit vor. Aufgrund seiner variablen Zahnteilung eignet sich das neue Produkt für ein großes Spektrum an kleineren und mittleren Werkstücken. Im sogenannten Level 1 Segment der universell einsetzbaren Standard-Sägebänder überzeugt Primar M42 mit einem besonders günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis.
Das neue Bimetall-Sägeband bietet dem Anwender zahlreiche Vorteile wie beispielsweise hohe Standzeiten und ein breit gefächertes Einsatzspektrum: So kann es sowohl bei industriellen Sägeanwendungen als auch im Werkstattbetrieb von Profilen und Vollmaterialien aller Metalle bis zu einer Stärke von 1.000 N/mm² zum Einsatz kommen, wodurch weniger Bandwechsel benötigt werden. Die M42-Zahnschneide mit angepasstem Spanwinkel sowie die optimierte variable Zahnteilung mit Standardschränkung sorgen dabei für gewohnte Präzision im Sägeprozess sowie für geringere Geräuschemissionen. Der Produktionsprozess mit Superfinish erhöht die Lebensdauer sowie die Prozesssicherheit. Damit lassen sich die Kosten pro Schnitt reduzieren und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen.