In letzter Zeit wurden einige spannende Neuheiten für die Feinwerkmechanikbranche vorgestellt, die neue Bearbeitungsmöglichkeiten und Effizienzverbesserungen bringen. Wir zeigen hier interessante neue Produkte.
Fullliner-Kampagne zum Jubiläum
Dreimal die Eins zum 111-jährigen Jubiläum und dreimal das „L“ von Fullliner stehen symbolisch für die drei Technologien Schleifen, Erodieren und Lasern. Spielerisch und einprägsam nutzt Vollmer für seine Kampagne Wortschöpfungen wie „SchneLLLer“, „KraftvoLLL“ oder „ALLLe Optionen“. Das bisherige Duo aus Schleif- und Erodiermaschinen komplettiert die Lasermaschine V-Laser 270 zum Trio. Zudem bietet Vollmer als Fullliner innovative Dienstleistungen an, die unter anderem aus Wartung, Finanzierung, Schulungen oder IoT-Anwendungen bestehen.
„Vor 111 Jahren wurde unser Unternehmen gegründet, wir nehmen das auch zum Anlass, uns dieses Jahr erstmals als Fullliner zu positionieren“, sagt Dr. Stefan Brand, Geschäftsführer der Vollmer Gruppe. „Dank unserer Schleif-, Erodier- und Lasermaschinen sind wir jetzt in der Lage, unsere Kunden unabhängig von einer Schärftechnologie zu beraten und individuelle Lösungen inklusive Dienstleistungen und Automatisierungen anzubieten.“
Transparent macht Vollmer sein neues Fullliner-Angebot über eine weltweite Kampagne, deren Fokus auf den drei Schärfverfahren Schleifen, Erodieren und Lasern liegt. Symbolisch für die drei Technologien nutzt Vollmer dreimal den Buchstaben L des Begriffes „Fullliner“, um seine Botschaften in Wort und Bild zu transportieren. Dreimal die Eins steht auch für 111 Jahre – seit 1909 agiert das schwäbische Traditionsunternehmen erfolgreich im internationalen Markt der Schärftechnik: Seit den 1980er Jahren stellt Vollmer Erodiermaschinen her, die entweder mit Draht oder Scheibe die PKD-Schneiden (polykristalliner Diamant) von Werkzeugen bearbeiten können. 2014 brachte der Maschinenbauer seine erste Schleifmaschine auf den Markt, mit der sich Hartmetallwerkzeuge wie Bohrer, Fräser und Reibahlen präzise schärfen lassen. Komplettiert wird das Technologietrio durch die neue Lasermaschine V-Laser 270. Mit der Energie des Laserlichtes sowie linearer Antriebstechnik können Werkzeughersteller ihre PKD-bestückten Werkzeuge exakt und effizient bearbeiten. Für alle Maschinentypen bietet Vollmer umfassende Automatisierungen an, die eine mannlose Fertigung rund um die Uhr ermöglichen.
Digitale Lösung optimiert Fertigungseffizienz

Die Nutzung von digitalen Lösungen macht Fertigungsunternehmen wesentlich effizienter und profitabler. So erhalten Anwender von Coro-Plus Machining Insights von Sandvik Coromant unmittelbaren Zugang zu Daten über Maschinen- und Werkzeugauslastung und profitieren von verbesserter Transparenz und der Möglichkeit, ihre Produktionsprozesse zu optimieren. Damit ist die Cloud-basierte Anwendung ein wirksames Instrument, um sowohl die Fertigungseffizienz als auch die Gesamtanlageneffektivität zu erhöhen.
Indem Fertigungsunternehmen mit der neuen digitalen Lösung die Produktionsauslastung analysieren und optimieren, können sie erhebliche Effizienzgewinne erzielen. Denn während die manuelle Erfassung und Dokumentation von Daten immer mühsamer und zeitintensiver wird, bieten vernetzte Maschinen neue Möglichkeiten für Transparenz, optimierte Planung und eine schlankere Produktion.
Zum Vernetzen der Werkzeugmaschinen (in der Regel möglich bei Modellen ab 2008) müssen diese zunächst an das Fabriknetzwerk angeschlossen werden. Die in der Folge rund um die Uhr gesammelten Maschinendaten werden über eine auf dem unternehmenseigenen Server installierte Software kombiniert, komprimiert und verschlüsselt. Anschließend werden diese an die Cloud-basierte Coro-Plus Machining Insights Anwendung gestreamt.
Als Resultat können sämtliche Vorkommnisse und Störungen während der Produktion in Echtzeit angezeigt und die Maschinen- und Werkzeugauslastung, Teileproduktion, Mitarbeiterproduktivität sowie der Zustand der Anlagen permanent überwacht werden. Darüber hinaus visualisiert CoroPlus Machining Insights den Performanceverlauf der Fertigung, gibt Einsicht in die Prozesse und bildet Rüstzeiten und ungeplante sowie geplante Machinenstillstandszeiten samt Ursachen ab.
Sandivk Coromants Cloud-basierte Anwendung umfasst je nach Angebotsumfang (Silber, Gold oder Platin) Dashboards zur Maschinenauslastung, Leistungsberichte, Verbindung zu anderen Systemen durch API, Eingabe über Bedienfläche, Anweisungen für Maschinenbediener, Warnungen für unbemannte Bearbeitung, Berichte zur Werkzeugperformance, Tickets sowie konfigurierbare Dashboards und Verlaufsberichte.
Hohe Standzeiten in Serie

Mit dem TC470 Supreme stellt Walter einen Gewindeformer speziell für die Anforderungen von Serienfertigern an höhere Standzeiten, Produktivität und Prozesssicherheit vor.
Seine Geometrie verfügt über mehr Formkanten als vergleichbare Gewindeformer. Die HiPIMS-Beschichtung und die neuartige Vor- und Nachbehandlung des Werkzeugs verringern den Verschleiß der Kanten und erhöhen die Werkzeugstandzeit. Diese ermöglicht höhere Bearbeitungsparameter und steigert die Produktivität. Die sehr glatte und gleichzeitig harte HiPIMS-Beschichtung reduziert das Drehmoment deutlich. Das wirkt sich wiederum positiv auf die Oberflächengüte aus.
Der TC470 Supreme wurde entwickelt für die Bearbeitung von Stahl-Werkstoffen (ISO P). In der Praxis zeigte er aber ebenso gute Ergebnisse in Aluminium (ISO N). Hohe Standzeiten und Bearbeitungsparameter sowie die sehr gute Prozesssicherheit machen den Gewindeformer vor allem für Massenfertiger interessant – beispielsweise aus dem Automotive-Bereich. Anwender können aus einer breiten Produktpallette auswählen. Walter bietet den TC470 Supreme in 4 Varianten an: mit oder ohne Schmiernuten beziehungsweise Innenkühlung sowie mit radialem oder axialem Kühlmittelaustritt, optimiert für lange und kurze Gewinde. Abmessungsbereich (metrisch) M3 bis M10 beziehungsweise. (metrisch fein) M10 mal 1 bis M16 mal 1,5 und für Gewindetiefen bis 3,5 mal DN.
Schrumpffutter mit Jet-Kühlung

Mit der SRKIN-CX-Serie stellt Iscar die neuesten Vertreter seiner X-Stream-Shrinkin-Schrumpffutter vor. Diese eignen sich für alle Vollhartmetall-, HSS- sowie Stahlwerkzeuge und verfügen über eine Jet-Kühlung entlang des Werkzeugschafts.
Das neue Schrumpffutter stellt die punktgenaue Kühlung und Schmierung der Schneiden während des gesamten Zerspanens sicher und sorgt für längere Standzeiten des eingesetzten Werkzeugs. Möglich macht dies die Jet-Kühlung entlang des Werkzeugschafts. Da die Kühlung nicht unterbrochen wird, verringert die Werkzeugaufnahme zudem das Risiko eines thermischen Schocks und verhindert, dass sich Aufbauschneiden bilden. Die neuen Schrumpffutter verbessern die Oberflächengüte der bearbeiteten Werkstücke, sind zum Hochgeschwindigkeitsfräsen geeignet und sorgen für eine sehr gute Spanevakuierung, was Ausbrüche der Schneiden vermindert.
Die neuen SRKIN-CX sind für den Einsatz auf CNC-Maschinen mit unzureichender externer Kühlung konzipiert. Anwender können sie bei allen Fräsbearbeitungen einsetzen, bei denen hohe Temperaturen entstehen – etwa bei sehr hart legierten Stählen oder bei hoch hitzebeständigen Legierungen. Mit den SRKIN-CX können Anwender sowohl Taschen und Kavitäten fräsen als auch Titan-Blisks vorschlichten und schlichten.
Intelligente Software steigert Wirtschaftlichkeit

Nach teilweise mehrwöchigem Stillstand oder Notbetrieb fahren viele Unternehmen ihre Produktion schrittweise wieder hoch. Mehr denn je sind Lösungen gefragt, die kurze Durchlaufzeiten, reduzierte Fertigungskosten und somit erhöhte Wirtschaftlichkeit ermöglichen. Die Firma Lang bietet zu ihren Maschinen im Bereich Positioniersysteme sowie Präzisionsgravieren und -fräsen eigens entwickelte Software-Systeme. Damit können unterschiedliche Bearbeitungsstrategien gemäß den individuellen Fertigungsanforderungen effizient miteinander kombiniert werden.
Lang ist spezialisiert auf Lösungen im Bereich Automations-Systeme, Frästechnologie, Lasertechnologie, Digitalisiersysteme und bietet dazu die korrespondierende Software an. Hierbei handelt es sich um Steuerungssoftware, Digitalisierungssoftware, CAD- und CAM-Software sowie Ausgabesoftware, mit der der Anwender in der Lage ist, flexibel unterschiedliche Bearbeitungsstrategien so zu kombinieren, wie es seiner Aufgabenstellung und Fertigungsmöglichkeit entspricht. Der Bedienkomfort sowie die leicht verständliche Benutzerführung tragen schnell zur Senkung der Fertigungskosten, Kürzung der Durchlaufzeiten und somit zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit bei.
„Moderne Produktionsmethoden wie die additive Fertigung, die wachsende Bedeutung komplexer Bearbeitungsverfahren sowie steigender internationaler Wettbewerbsdruck geben heute in einigen Industriebranchen den Takt vor. Mit unseren eigens entwickelten Maschinen, der Software, Schulungen, Services und Steuerungen aus einer Hand unterstützen wir unsere Kunden der verschiedenen Branchen dabei, effektive Prozesse, eine schnelle Inbetriebnahme und kurze Produktionszeiten umsetzen zu können. So lassen sich die heutigen hohen Marktanforderungen an schnelle Reaktions- und Lieferfähigkeit erfüllen“, erklärt Thomas Kozian, Geschäftsführer der Firma.