In letzter Zeit wurden einige spannende Neuheiten für die Feinwerkmechanikbranche vorgestellt, die neue Bearbeitungsmöglichkeiten und Effizienzverbesserungen bringen. Wir stellen hier interessante neue Produkte vor.
Voreinstellgerät für Einsteiger
Kompakt, zuverlässig und kostengünstig, so präsentiert sich das neue Voreinstellgerät Garant VG Basic der Hoffmann Group. Das solide Voreinstellgerät bietet eine attraktive Grundausstattung im unteren Preissegment, um Zerspanungswerkzeuge schnell und präzise zu vermessen. Dazu bringt das Gerät eine vollwertige Messelektronik mit Digitalkamera und einen Messbereich von bis zu 400 Millimetern auf zwei Achsen mit. Ein Zehnzoll Touchscreen, drei USB-Anschlüsse und ein ansprechendes Design runden das Angebot ab. Mit dem optional erhältlichen Etikettendrucker ist es zudem möglich, Messergebnisse auf ein Klebeetikett zu drucken und das Werkzeug damit zu markieren – das schafft ein Plus an Transparenz.
Beim neuen Voreinstellgerät Garant VG Basic können sowohl die X- als auch die Z-Achse über eine pneumatische Schnellverstellung um bis zu 400 Millimeter verschoben werden. Hierfür ist ein Druckluftanschluss von mindestens fünf bar notwendig. Über eine zusätzliche Feinverstellung lassen sich die beiden Achsen anschließend exakt positionieren, um mit Hilfe des robusten Messsystems und der leistungsfähigen CMOS-Farbkamera mit 17-fach-Vergrößerung die exakten Werkzeugmaße zu ermitteln. Die Bedienung des Geräts ist denkbar einfach, denn ein intuitiv gestaltetes Menü leitet den Anwender zielsicher durch das Programm. Das Garant T VG Basic bietet somit eine solide Basisausstattung an der Maschine oder Fertigungsinsel.
Schneidstoff für Hochtemperaturlegierungen

Die neueste und hochmoderne Schneidstoffsorte KCS10B von Kennametal wurde eigens für die Drehbearbeitung von Superlegierungen auf Nickel-, Kobalt- und Eisenbasis für die Luft- und Raumfahrt und andere Hochtemperaturanwendungen entwickelt.
Das Besondere an der Schneidstoffsorte KCS10B ist, dass auf ein ultrafeinkörniges Hartmetallsubstrat eine neuartige Beschichtung aufgetragen wird. Für die Bearbeitung von schwer zerspanbaren Superlegierungen hat das folgende Vorteile: Die Schichthaftung verbessert sich, die Werkzeugstandzeit verlängert sich um bis zu fünfzig Prozent, die Prozesssicherheit steigt und die Produktivität erhöht sich. Mit dem neuen Schneidstoff KCS10B meistert der Anwender mühelos auch jene Herausforderungen, die sich häufig bei der Drehbearbeitung von Hochtemperaturlegierungen stellen, namentlich die Kraterbildung und den Kerbverschleiß im Eingriffsbereich der Schneidplatte. Diese beiden Verschleißarten führen oft zu einem unerwarteten und nicht selten sogar zu einem vollständigen Werkzeugausfall.
Die besonderen Eigenschaften von KCS10B werden durch ein von Kennametal entwickeltes Verfahren zum Hochenergieimpulsmagnetronsputtern (High-Power Impulse Magnetron Sputtering - High-PIMS-Verfahren) erzeugt.
Neues Schlichtwerkzeug

Der neue MFF Fräser ergänzt die Industrial Tools Serie des japanischen Technologiekonzerns Kyocera im Bereich hochproduktiver Schlichtprozesse. Der Fräser eignet sich dabei zur Anwendung bei den Materialien Stahl, rostfreier Stahl und Guss.
Der neue und sehr stabile Fräser zeichnet sich durch seine extrem hohe Effizienz aus. Dazu trägt die WSP-Kombination aus Vorschlicht- und Schlichtplatte bei, die eine deutlich erhöhte Produktivität und nachweislich verbesserte Qualität bewirkt. Durch das jahrelang erworbene Know-how in der Entwicklung und Herstellung von Zerspanungswerkzeugen ist ein innovatives Pressverfahren entstanden, das robuste Wendeschneidplatten hervorbringt. Diese Wiper-Platten eignen sich besonders für sehr hohe Vorschubgeschwindigkeiten und erreichen sehr gute Oberflächengüten. Besonders bei großen Werkstücken wie Konstruktions- und Bauteilen aus Baustahl, Kohlenstoffstahl oder Gusseisen (Grau- und Kugelgraphit), kommen die Stärken des MFF Fräsers zum Tragen. Sogar für gehärteten Stahl (bis 60 HRC) und rostfreie Stähle ist der stabile Fräser einsetzbar.
Grenzen erweitert

Mit der neuen Tigertec Gold PVD-Sorte WSP45G stellt die Firma Walter einen Schneidstoff vor, der die Grenzen dieser Beschichtungen deutlich erweitert: Sowohl in der Anwendung als auch im Hinblick auf die Materialien, die der Anwender damit bearbeiten kann. Neben Xtratec XT, Walter BLAXX und M4000-Fräsern sind die neuen Tigertec Gold PVD-Wendeschneidplatten auch in Walter Wendeschneidplatten-Bohrern wie dem D4120 einsetzbar. Und das nicht nur für ISO P-Stähle, sondern auch für schwer zerspanbare Materialien der Werkstoffgruppen ISO S und M. Einzigartig ist der mehrlagige Schichtenaufbau: Ein TiAlN-Al2O3-Multilayer macht die WSP45G hart und zäh zugleich – und dadurch enorm resistent gegen abrasiven Verschleiß und hohe Temperaturen. Eine spezielle mechanische Nachbehandlung verbessert das Kammrissverhalten und schützt die Schneidkante vor Mikroausbrüchen. Die hell-goldfarbene Deckschicht der Beschichtung erleichtert die Verschleißerkennung und verbessert so die Prozesssicherheit. Ungenutzte Schneidkanten werden zuverlässig erkannt, so dass das gesamte Potenzial der Wendeschneidplatte genutzt wird.
Potenzielle Einsatzgebiete der neuen Tiger·tec Gold PVD-Sorte sind anspruchsvolle Bearbeitungsaufgaben wie schwer zu zerspanende Werkstoffe oder schwierige Bedingungen, wie unterbrochene Schnitte. Beim Fräsen können dies auch lange Auskragungen oder labile Aufspannungen, beim Bohren etwa schräge Ein- und Austritte sein.
Zur digitalen Werkzeugbaugruppe

Die Fertigungsindustrie kommt nicht mehr an der Digitalisierung vorbei – mit der zunehmenden Implementierung von Industrie 4.0 ist sie der zentrale technologische Umbruch der sogenannten vierten industriellen Revolution. Auch in der eher konservativen Metallzerspanung zeichnet sich ein Wandel ab: Die maschinelle Bearbeitung bleibt hier weiterhin das grundlegende Verfahren, doch aufgrund fortschreitender Digitalisierung müssen Hersteller von Zerspanungswerkzeugen ganz neue Anforderungen erfüllen – beispielsweise sind Daten zur Werkzeugspezifizierung zu vereinheitlichen und zu digitalisieren. Informationen müssen sein, um den Datenaustausch zwischen intelligenten Produkten und Fertigungsprozessen von morgen zu ermöglichen.
Deshalb ermöglicht Iscar Anwendern einen Zugang zu präzisen Werkzeugdaten über seinen elektronischen Katalog. Damit können sie online digitale Zwillinge von Werkzeugbaugruppen zum Fräsen oder Bohren selbst erstellen. Damit unterstützt Iscar seine Kunden bei der Werkzeugauswahl bereits im Stadium der Prozessplanung und -auslegung.
Basis hierfür sind Daten gemäß ISO 13399, die den präzisen Austausch von Werkzeuginformationen zwischen unterschiedlichen Softwaresystemen ermöglichen. Die Angaben über die verschiedenen Baugruppen liegen als 2D-und 3D-Daten vor und können direkt über den elektronischen Katalog von Iscar heruntergeladen werden. Anwender können diese neue Option in ihre CAD/CAM-Software integrieren und so Fehler während der Bearbeitung vermeiden. Auf diese Weise lassen sich online auch gleich mehrere Werkzeugbaugruppen gestalten. Das spart Zeit und Kosten in der Planung.