Zerspanung
Der WTX-Ti bringt Höchstleistungen bei der Zerspanung von schwer zerspanbaren Materialien, wie etwa hochfesten und säurebeständigen Stählen, Titan oder hochwarmfesten Superlegierungen. Foto: Ceratizit

Feinwerktechnik 2019-01-31T00:00:00Z Spanende Bearbeitung: Interessante Produktneuheiten

In jüngster Zeit wurden einige spannende Neuheiten für die Feinwerkmechanikbranche vorgestellt, die neue Bearbeitungsmöglichkeiten und Effizienzverbesserungen bringen. Wir stellen interessante neue Produkte vor.

Schwer Zerspanbares, leicht zerspanen

Es sind Werkstoffe wie Titan, Inconel, VA, Hastelloy oder Hardox, die Zerspaner, Maschine und Werkzeuge vor große Herausforderungen stellen. Diese schwer zerspanbaren Materialien werden immer populärer und sind weiter auf dem Vormarsch. Wer sich auf diesen Trend eingestellt hat, ist gut beraten und bleibt auch in Zukunft wettbewerbsfähig. Die Ceratizit Deutschland ist auf Veränderungen in der Zerspanungswelt gut vorbereitet und investiert hohe Summen in Forschung und Entwicklung, um aus schwer Zerspanbarem, leicht Zerspanbares zu machen.
Ein Paradebeispiel dafür ist der WTX-Ti von Ceratizit. Der Hochleistungsbohrer wurde aufgrund des Wandels auf dem Werkstoffmarkt entwickelt und besticht durch seine Performance in schwer zerspanbaren Materialien, wie etwa hochfesten und säurebeständigen Stählen, Titan oder hochwarmfesten Superlegierungen.
Seit seiner Einführung hat sich der Bohrer in vielen Produktionen bewährt und ist das Werkzeug der ersten Wahl, wenn Hochleistungen bei der Zerspanung von Werkstoffen mit hoher Festigkeit erforderlich sind. Das Entwicklerteam von hat mit dem WTX-Ti im Grunde auf die Bedürfnisse ihrer Kunden reagiert und das Werkzeug den Anforderungen entsprechend ausgelegt. „Wichtig war uns, dass wir einen leistungsfähigen Bohrer entwickeln, der nicht nur in Titan und Inconel funktioniert“, erklärt Felix Meggle, zuständiger Produktmanager für den Bereich Bohren und ergänzt: „Bei der Entwicklung lag unser Augenmerk darauf, dass der WTX-Ti auch bei der Bearbeitung von austenitischen und martensitischen Edelstählen sowie Hastelloy Spitzenergebnisse liefert.“

Hochgenaue Schnittstelle

Werkzeugmaschine
Aufgrund der modularen Konstruktion können Werkzeuge außerhalb der Werkzeugmaschine in die Adapter von Sauter Solid-Pro definiert eingespannt werden. Foto: Sauter

Präzision, Leistung, Schnelligkeit – das patentierte Schnellwechselsystem Sauter Solid-Pro verbessert die Performance angetriebener Werkzeuge. Die hochgenaue modulare Schnittstelle überzeugt mit hohen Drehzahlen und Drehmomenten. Durch die integrierte Hirthverzahnung gewährleistet Sauter ein prozesssicheres Wechseln der Adapter bei höchster Steifigkeit. Gegenüber herkömmlichen Wechselsystemen reduzieren sich Rüstzeiten um fünfzig Prozent. Ein ausgeklügeltes Dichtsystem sorgt für eine sichere interne Kühlmittelübergabe.
Mit dem modularen Schnellwechselsystem wird der Wechsel von Werkzeugen an der Spindel beschleunigt. Aufgrund des modularen Systemaufbaus kann der Bediener die Werkzeuge außerhalb der Werkzeugmaschine in die Adapter einspannen und definiert einmessen. Das Spannen und Lösen des Adapters kann mit einer Hand durchgeführt werden, indem nur eine einzige Schraube gelöst beziehungsweise angezogen wird. Eine Ausstoßfunktion erleichtert die Entnahme des Adapters. Der gesamte Wechselvorgang dauert nur dreißig Sekunden. Stillstandszeiten der Bearbeitungsmaschinen reduzieren sich deutlich. Auch die technischen Daten von Sauter Solid-Pro überzeugen. Eine integrierte Hirthverzahnung gewährleistet eine hohe Wiederholgenauigkeit und Selbstzentrierung. Dadurch ist ein prozesssicherer Wechsel der Adapter sichergestellt. Die formschlüssige Schnittstelle kann Drehmomente von bis zu einhundert Newtonmeter und Drehzahlen von bis zu 14.000 Umdrehungen pro Minute realisieren – bei höchster Steifigkeit und einem hohen Zeitspanvolumen. Die Rundlaufgenauigkeit beträgt < 5 μm auf 50 mm. Mit Sauter Solid-Pro können Kühlmittel mit bis zu achtzig bar sicher übertragen werden. Eine Sekundärdichtung schützt den Werkzeugrevolver vor Wassereinbruch. Der Betrieb des Dichtsystems ist auch bei einem hundertprozentigen Trockenlauf möglich.

Dünnwandige Aluminiumbauteile besser bearbeiten

Planfräser M5F90
Planfräser M5F90 von Sandvik Coromant bietet erhebliche Vorteile für die Automobilproduktion Foto: Sandvik Coromant

Sandvik Coromant stellt mit dem zum Patent angemeldeten Planfräser M5F90 eine neue Lösung für die Bearbeitung dünnwandiger Autokomponenten aus Aluminium vor. Der Zwei-in-Eins-Fräser M5F90 ermöglicht nicht nur die Zerspanung ohne Gratbildung, Kratzer oder Absplitterung, sondern dank eines innovativen Konstruktionskonzepts auch das Schruppen und Schlichten in einem Arbeitsgang. Damit erlaubt er insgesamt kürzere und effizientere Bearbeitungsstrategien.
Der Fräskörperdurchmesser (25 bis achtzig Millimeter) ist mit gelöteten PKD-Schneidplatten ausgestattet. Durch den Einsatz neuer Produktionstechnologien bedürfen sie Feineinstellung und sorgen für hohe Vorschübe ohne Vibrationen – so bieten sie Anwendern erhebliche Potenziale zur Einsparung von Zeit und Kosten. Darüber hinaus entstehen durch die optimierte Kombination von Schnittwinkel, Wendeplattenform, Kantenvorbereitung und Schnittparametern weder Kratzer noch Grate oder Brüche am Werkstück.
„Die Flexibilität des Werkzeugs und die Möglichkeit zum Schrupp- und Schlichtfräsen erlaubt die Bearbeitung verschiedener Flächen auf einem Werkstück mit nur einem Fräser", erläutert Emmanuel David, Global Automotive Product Manager bei Sandvik Coromant. „Darüber hinaus bietet der zuverlässige und sichere M5F90 im Vergleich zu einem Fräser mit konventionellem Grundkörper eine höhere Standzeit. Das Werkzeug ist zudem durch den geringen Kühlmittelverbrauch umweltfreundlich", ergänzt Philippe Andre, Global Automotive Application Engineer.

Allrounder für Bohranwendungen

X-treme Evo
Die neuartige Stirngeometrie des X-treme Evo schafft viel Platz für den Span im Zentrum und verbessert so die Spanförderung, insbesondere in weichem Material. Foto: Walter

Mit dem Vollhartmetallbohrer X-treme Evo in der Produktlinie Advance bringt die Firma Walter die neue Produktfamilie DC160 auf den Markt. Diese ist in dreifacher Hinsicht universell einsetzbar: In allen ISO-Werkstoffgruppen. Für unterschiedlichste Anwendungen wie schräge Ein- und Austritte, Bohrungen nah an der Werkstückkante oder ballige und konkave Oberflächen. Und auf allen Maschinenkonzepten: mit angetriebenen Werkzeugen, axial und radial (mit Winkelkopf), in Bearbeitungszentren oder stehend oder in Drehmaschinen. Im ersten Schritt bringt Walter den X-treme Evo in den Varianten drei und fünf mal Dc ohne Innenkühlung sowie fünf, acht und zwölf mal Dc mit Innenkühlung heraus. Neben der DC160-Variante gibt es den Bohrer der Advance-Linie auch als Stufenbohrer DC260 Advance mit und ohne Innenkühlung. Die größten Stärken des X-treme Evo liegen laut Walter in seiner hohen Standzeit, Produktivität und Prozesssicherheit.
Neu am X-treme Evo sind die Sorten WJ30ET (Komplettbeschichtung) sowie WJ30EU (Kopfbeschichtung): ein hoch zähes Feinstkorn-Substrat, kombiniert mit einer Walter eigenen TiSiAlCrN/AlTiN-Mehrlagen-Beschichtung auf einer AlTiN-Grundschicht. Überaus verschleißfest, für hohe Standzeiten – bei gleichzeitig hohen Schnittwerten. Ebenfalls neu sind die Ausspitzung mit steilem Ausspitzwinkel sowie die nah an der Bohrerspitze liegende vierte Führungsphase.

Ausgefeilte Beschaffungslogistik

Kanban-Konzept
Beim neuen Kanban-Konzept scannt der Benutzer das ablösbare Etikett auf dem Behälter mit dem Kanban-Smartphone und übermittelt dadurch sofort eine erneute Bestellung. Foto: Otto Roth

Auf der intec 2019, der internationalen Fachmesse für Werkzeugmaschinen, Fertigungs- und Automatisierungstechnik (5. bis 8. Februar, Leipzig), präsentiert die Firma Otto Roth ihre hohe Kompetenz in der Verbindungstechnik. In Halle 5 auf Stand A15 können die Besucher zudem innovative Lösungen für ein effizientes C-Teile-Management erleben: Etwa ein besonders schnelles behälterunabhängiges Bestellsystem, das auf lösbaren Etiketten und mobilen Scannern aufbaut. Auch individuelle und hochwertige Zeichnungsteile liefert das Unternehmen auf Wunsch im Rahmen verschiedener Kanban-Modelle – sorgfältig verpackt und damit sicher vor Beschädigungen.
Das neue Kanban-Konzept basiert auf ablösbaren Etiketten, die nicht fest mit dem Ladungsträger verbunden sind. Die neutralen Behälter werden von Otto Roth befüllt, etikettiert und angeliefert. Sind die Teile aufgebraucht, scannt der Benutzer das Etikett mit dem Kanban-Smartphone und übermittelt dadurch sofort eine erneute Bestellung. Diese wird umgehend bereitgestellt, der Abtransport der leeren Behälter erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Im Vergleich zum klassischen Kanban sparen Kunden damit deutlich Zeit und sind noch flexibler bei schwankendem Bedarf. Bestellmengen lassen sich mit dem Kanban-Smartphone jederzeit ganz einfach ändern und den aktuellen Bedürfnissen anpassen.

zuletzt editiert am 26. April 2021
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