3D-Ebenenschlichten – Bearbeitung mit freier Werkzeuggeometrie. Grafik: Open Mind
3D-Ebenenschlichten – Bearbeitung mit freier Werkzeuggeometrie. Grafik: Open Mind

Feinwerktechnik

22. June 2021 | Teilen auf:

Spanende Bearbeitung: Intuitiver Online-Konfigurator und hochpositive Schneiden

(Juni 2021) Open Mind stellt eine neue Version der CAD/CAM-Suite Hyper-Mill vor, Ceram-Tec launcht einen neuen Online-Konfigurator, Iscar erweitert mit der 3D-gedruckten Neo Jetcrown-Linie die Reihe an Werkzeughaltern, Sandvik Coromant baut sein Sortiment von Schaftfräsern aus und Walter bringt die neue MN3-Geometrie zur wirtschaftlichen ISO N-Zerspanung auf den Markt.

Mehr Übersicht und Komfort

3D-Ebenenschlichten – Bearbeitung mit freier Werkzeuggeometrie. Grafik: Open Mind

Die Version 2021.2 der CAD/CAM-Suite Hyper-Mill bringt Erleichterungen für die Bedienung, verbesserte Bearbeitungsstrategien und weitere Optionen für die Datenkommunikation. Die Software ist führend in der Programmierung der zerspanenden Fertigung von 2,5D- bis Fünf-Achs-simultan, unterstützt seit Langem auch die additive Fertigung und führt mit der neuen Version auch hierfür neue Funktionen ein.

Mehrere Neuerungen sorgen in der Version 2021.2 für eine verbesserte Bearbeitung beim Schlichten von 3D-Formen. So wurde die Sortierung der Werkzeugwege optimiert, womit Abhebebewegungen verringert und homogenere Werkzeugbahnen erzeugt werden. Für eine übergangsfreie Bearbeitung sorgt das „Sanfte Überlappen“, bei dem sich Werkzeugbahnen über Begrenzungen hinaus überschneiden. Die Option „Werkzeugweg an Rohteil trimmen“ vermeidet unnötige Werkzeugbahnen. Außerdem kann für die Berechnung und Simulation der Werkzeugwege jetzt auch eine frei definierbare Werkzeuggeometrie verwendet werden.

Eine kleine, aber feine Änderung bieten die Anzeigeoptionen: Über das Kontextmenü lässt sich für jeden Job das verwendete Rohteil sichtbar machen. Auch die Anzeige der in einem Job verwendeten Elemente wie Kurven, Flächen oder Punkte kann jetzt bei deren Auswahl einfach per Knopfdruck ein- und ausgeschaltet werden.

Intuitives Selbst-Konfigurations-Tool

Startseite des Selbst-Konfigurators „CeramCreator“. Grafik: Ceram-Tec

Die Ceram-Tec-Unternehmensgruppe launcht mit „CeramCreator“ einen neuen Online-Konfigurator, der die Suche nach dem richtigen Produkt und dem passenden Werkstoff einfacher und schneller macht. Das Selbst-Konfigurations-Tool ermöglicht es Kunden, im ersten Schritt in der Zerspanungstechnik und bei Substraten maßgeschneiderte Produkte digital zu konfigurieren.

Ceram-Tec stellt das Produktportfolio der beiden Produktgruppen – Substrate und Schneidwerkzeuge – komplett online zur Verfügung und strukturiert das Angebot im Konfigurator nach Merkmalen und Spezifikationen. Selbsterklärend und intuitiv führt der Selbst-Konfigurator durch den Prozess. Dabei können Produkt- und Materialanforderungen manuell eingegeben oder im Bereich der Substrate CAD-Dateien hochgeladen werden. Zudem ist es möglich, die gewünschte Angebotsmenge und den gewünschten Lieferzeitpunkt zu wählen.

Ceram-Creator bietet einen einfachen und nutzerfreundlichen Prozess zum maßgeschneiderten Konfigurieren von Produktanfragen. Innerhalb weniger Minuten erhält der Kunde bei ausreichender Modellqualität in Kombination mit den Eingaben aus dem Selbst-Konfigurator eine vollautomatisiertes Ergebnis. Diese Prozessautomatisierung senkt Durchlaufzeiten, wodurch Zeit- und Kosteneinsparungen entstehen.

Das Selbst-Konfigurations-Tool CeramCreator steht ab sofort auf der CeramTec Homepage unter https://configure.ceramtec-group.com/ zur Verfügung. Ein Teaser-Video ist hier abrufbar unter: https://www.ceramtec-industrial.com/de/ceramcreator.

Stabiles, spindelnahes Abstechen

Die Jetcrown von Iscar ermöglicht die Kühlung des Schneidsatzes von zwei Seiten. Zudem werden die Schneidenträger jetzt nur noch mit einer Schraube geklemmt. Foto: Iscar

Mit der 3D-gedruckten Neo Jetcrown-Linie erweitert Iscar die Logiq F Grip-Reihe an Werkzeughaltern für Schneidenträger der Tang-F-Grip-Serie. Durch ihre Zangenform ermöglicht die Neuentwicklung die Kühlung des Schneideinsatzes von zwei Seiten. Das verbessert die Standzeit und die Spanabfuhr. Zudem kann der Werkzeughalter mit einer weiteren praktischen Neuerung aufwarten: Statt mit vier werden die Schneidenträger nur noch mit einer einzigen Schraube stabil geklemmt. Das vereinfacht nicht nur die Handhabung und erhöht die Benutzerfreundlichkeit des Werkzeugs, sondern reduziert auch die Rüstzeit und ermöglicht spindelnahes Abstechen bei maximaler Stabilität.

Dank ihrer robusten Konstruktion kann der Anwender die Neo Jetcrown zum vibrationsfreien Hochvorschubabstechen auf der x-Achse von Werkstücken mit einem Durchmesser bis zu 82 Millimeter einsetzen. Er erreicht damit hohe Oberflächengüten und Planebenheiten.

Erweiterte Schaftfräserserie

Sandvik Coromants Coro-Mill Plura HFS sorgt auch in der neuen 5xD-Ausführung für maximale Stabilität, hohe Prozesssicherheit und exzellente Oberflächen beim High Feed Sidemilling von dünnen Stegen. Foto: Sandvik Coromant

Die Schaftfräserserie Coro-Mill Plura HFS (High Feed Side Milling) wurden für die Zerspanung von Stahl und rostfreiem Stahl entwickelt. Die Werkzeuge verbessern aber auch die Produktivität beim Fräsen von schwer zerspanbaren Werkstoffen, beispielsweise hochwarmfesten Superlegierungen und Titanlegierungen nachhaltig.

Mit der jetzigen Sortimentserweiterung sind auch Bearbeitungsprozesse mit Schnitttiefen von bis zu fünf mal Durchmesser in nur einem Durchgang möglich. Hierdurch kann sowohl die Bearbeitungszeit deutlich reduziert als auch die Produktivität und Standzeit erhöht werden. Dank eines konischen Werkzeugkerns konnte die Werkzeugsteifigkeit des Coro-Mill Plura HFS nochmals verbessert werden. Die Durchbiegung des Werkzeugs wird durch die patentierte Doppel-Helix-Geometrie sowie das innovative Form Control Design signifikant reduziert. Des Weiteren wurde beim Coro-Mill Plura HFS die Schneidkantenpräparation für die High-Feed-Sidemilling-Bearbeitung und für Schlichtanwendungen optimiert; das innovative Spanbrecherprofil kombiniert Schneidkantenzähigkeit mit optimaler Spanteilung. Insgesamt sorgt dies für maximale Stabilität, hohe Prozesssicherheit und exzellente Oberflächen beim High Feed Sidemilling von dünnen Stegen.

Für die anspruchsvolle Bearbeitung von Titanlegierungen bietet das Werkzeug einzigartige technologische Features: So verfügt der Coro-Mill Plura HFS in der Sorte 1745 über eine patentierte Beschichtung, die in Kombination mit der innovativen Fräsergeometrie für höchste Genauigkeit und Prozesssicherheit sorgt. Aufgrund der axialen Kühlmittelzufuhr profitieren Anwender von einer stets sicheren Spanabfuhr.

Hochpositive Schneiden

Das ist die neue Walter MN3-Geometrie zur wirtschaftlichen ISO N-Zerspanung. Foto: Walter

Eigens für das schnell wachsende Potenzial der ISO N-Werkstoffe, zum Beispiel bei Aluminium, bringt Walter die neue MN3-Geometrie auf den Markt: Hochpositiv und doppelseitig nutzbar kombiniert sie hohe Standzeiten und Abtragsraten mit mehr Wirtschaftlichkeit. Zur guten Performance der Platte tragen insbesondere die polierte Spanfläche (für einen besseren Spanabfluss) und die extrem scharfe Schneide (für einen weicheren Schnitt) der neuen Geometrie bei. Das bestehende Walter Portfolio zur ISO N-Zerspanung mit den positiven Geometrien FN2 und MN2 wird durch die doppelseitige Platte sinnvoll ergänzt. Walter bringt die neue Wendeschneidplatte in zwei Sorten auf den Markt: als wirtschaftliche, unbeschichtete und polierte Sorte WN10 und in der Sorte WNN10, mit hochverschleißfester HIPIMS-PVD-Beschichtung, extrem glatter Oberfläche und optimierter Schichtanbindung.

MN3 ist die erste Walter Geometrie, die über die doppelte Anzahl an Schneidkanten verfügt und gleichzeitig hochpositiv ist. Der Spanwinkel am Radius beträgt 29 Grad. Sie ist sowohl für die mittlere Bearbeitung von Nichteisen-Metallen und ISO N-Legierungen (zum Beispiel Aluminium-, Kupfer- oder Messinglegierungen) einsetzbar, als auch zum Feinschlichten kleiner Bauteile aus Stahl- und Rostfrei-Werkstoffen sowie Superlegierungen. Dank hochpositiver Schneide und Span-Noppen profitiert der Anwender von einem verbesserten Spanbruch – selbst bei bleifreien Werkstoffen wie beispielsweise CuZn21Si3P. Die Oberflächenrauheit wurde optimiert, was auch bei Werkstoffen mit Klebeneigung (Aufbauschneidenbildung) erhöhte Standzeiten ermöglicht. Die negative Grundform mit doppelter Schneidenzahl steigert die Produktivität und Wirtschaftlichkeit.