Fasen ist wahrscheinlich die häufigste Bearbeitung in der gesamten Metallzerspanung und bei praktisch jedem Bearbeitungsprozess anzutreffen. Foto: Iscar

Feinwerktechnik 2022-01-19T10:45:10.630Z Spanende Bearbeitung: Mit Präzisionskühlung zu besseren Schnittdaten

(Januar 2022) Iscar bietet eine breite Palette für effektive Faslösungen, Walter stellt seinen ersten VHM-Bohrer mit Präzisionskühlung vor, Albromet liefert hochwertige Aluminiumbronze, Yaskawa hat die Singular Control-Lösung um neue Funktionen erweitert und das Hochleistungs-Klemmsystem iCT von Ceramtec bringt höhere Prozesssicherheit bei der Zerspanung mit keramischen Schneidstoffen.

Vielseitige Faslösungen

Fasen ist wahrscheinlich die häufigste Bearbeitung in der gesamten Metallzerspanung und bei praktisch jedem Bearbeitungsprozess anzutreffen. Das Fasen gilt traditionell als einfache Bearbeitung. In der Regel werden dafür unterschiedliche, einfach gestaltete Schneidwerkzeuge eingesetzt. Drehwerkzeuge, Fräser mit einem Schneidkantenwinkel von 45 Grad oder Bohrer mit einem Spitzenwinkel von neunzig Grad sind typische Vertreter solcher Werkzeuge. Ihr Anwendungsbereich umfasst aber deutlich mehr – zum Beispiel auch Entgraten, Abschrägen, Senken, Hinterschneiden, rückseitiges Fasen in Bohrungen, Herstellung von V-Schnitten, Anbohren und Zentrierbohren. Ein rotierendes Fas-Werkzeug ist vielseitig einsetzbar, und im Idealfall sollte es in der Lage sein, all diese Aufgaben wirtschaftlich und effizient zu erledigen.

Verschiedene, hauptsächlich maßliche Einschränkungen stellen jedoch ein ernsthaftes Hindernis für die Herstellung eines solchen idealen Werkzeugs dar. Gerade beim Fasen suchen Anwender nach einer einfachen, produktiven, kostengünstigen und vielseitigen Lösung. Hier kommen die Werkzeuge von Iscar ins Spiel. Die Spezialisten aus Ettlingen haben eine große Bandbreite an hoch entwickelten, intelligenten Fräswerkzeugen für ganz unterschiedliche Bearbeitungsarten im Portfolio. Dazu gehören beispielsweise die Multi-Master H-Fräsköpfe mit zwei Spannuten und die komplett geschliffenen Multi-Master E-Fräsköpfe mit mehreren Spannuten. Sie ermöglichen ein effektives Fasen und Entfernen von Graten, insbesondere bei der Bearbeitung kleinerer Flächen oder Werkstücke. Der multifunktionale Fräskopf Multi-Master HCD ist der Spezialist für effizientes Außen- und Innenfasen, Entgraten, Zentrier- und Anbohrungen sowie für das Senken. Seine Schneidengeometrie kombiniert negative und positive axiale Spanwinkel. Zusammen mit der radial positiven Spanfläche sorgt dieses Design für eine starke Schneidkante mit sehr guten Spanformeigenschaften. Anwender profitieren von einem weichen Schnitt, einer einfachen Spanabfuhr und einem zuverlässigen Spanfluss – selbst unter schwierigen Bearbeitungsbedingungen.

Präzise gekühlt

Die spezielle Stirngeometrie: mit stabiler, gerader Hauptschneide, viel Spanraum im Zentrum und mit Kühlkanälen, die nahe der Schneidkante positioniert sind. Foto: Walter

Mit dem DC175 Supreme stellt Walter seinen ersten VHM-Bohrer mit Präzisionskühlung vor. Er ist ausgelegt für die Bearbeitung von ISO-Werkstoffen der Gruppen M und S. Die Walter eigene Präzisionskühlung lenkt den Kühlschmierstoff sehr nahe an die Hauptschneide und erhöht dadurch die Bohrer-Standzeit. Um dies zu erreichen, entwickelte Walter eine spezielle Stirngeometrie: mit stabiler, gerader Hauptschneide, viel Spanraum im Zentrum und mit Kühlkanälen, die nahe der Schneidkante positioniert sind. Im Einsatz beim Kunden erzielte Walter damit Standzeitsteigerungen von rund dreißig Prozent. Dazu tragen neben der Kühlung und Geometrie auch die neuen Walter Sorten WJ30RZ und WJ30RY bei. Die mittels HiPIMS-Beschichtungstechnologie aufgebrachte, hoch verschleißfeste TiAlSiN-basierende Schicht ist bei drei- und fünfmal Dc als Komplettbeschichtung (Sorte WJ30RZ) und bei achtmal Dc als Kopfbeschichtung (Sorte WJ30RY) ausgeführt. Der achtmal Dc erhält zudem eine polierte Spannut.

Das Ergebnis ist eine sehr glatte Oberfläche, die für einen perfekten Spanabtransport sorgt. HiPIMS-Beschichtung und neuartiges Kühlkonzept ermöglichen es dem Anwender, die Schnittdaten zu erhöhen und so die Produktivität zu steigern beziehungsweise die Fertigungskosten zu senken, weil die Zeit auf der Maschine effizienter genutzt werden kann.

Hochwertige Halbzeuge

Aluminiumbronze wird immer interessanter, egal ob für Gleitlager, Umformtechnik, Spezialmaschinenbau, Verpackungstechnik, Offshore- oder Anlagentechnik oder für den Kunststoff Formenbau. Foto: Albromet

Gleitelemente, Greifer, Spann- und Bewegungsteile sowie Führungen müssen einiges können und vieles aushalten. Darum setzen immer mehr Maschinenbauer beim Bau diese Maschinenkomponenten auf Aluminiumbronze von Albromet.In der lebensmittelverarbeitenden Industrie sorgt dieser Werkstoff dafür, dass zu verpackende Produkte nicht haften bleiben. In der pharmazeutischen Industrie erfüllt das Metall höchste Ansprüche an die Hygiene, da es nicht magnetisch ist, geringsten Abrieb verursacht und sehr gut wärmeleitend ist.„Auch die geringe Adhäsionsneigung, die Belastbarkeit und die Vielseitigkeit sorgen für immer mehr Nachfrage“, freut sich Peter Lang, Geschäftsführer von Albromet.Zum Sortiment gehören Halbzeuge aus Aluminiumbronzen mit Härten von 200 bis 380 HB und Halbzeuge aus Leitkupferlegierungen mit Härten von 170 bis 360 HB. „Aluminiumbronze ist die am meisten eingesetzte Legierung für Lagerungen in einem extrem schwierigen Umfeld", sagt Peter Lang. Da wundert es kaum, dass selbst in Offshore-Anlagen der Werkstoff zu finden ist.Das unternehmenseigne Zuschnitt Zentrum und die CNC-Bearbeitung runden das Serviceangebot des Unternehmens ab.

Erweiterte Funktionen

Singular Control von Yaskawa: Die Lösung für die gemeinsame Steuerung von Robotern, Servoantrieben, Frequenzumrichtern und I/O über einen einzigen Controller wurde um neue Funktionen erweitert. Foto: Yaskawa

Yaskawa hat die Singular Control-Lösung, die die gemeinsame Steuerung von Robotern, Servoantrieben, Frequenzumrichtern und I/O über einen einzigen Controller erlaubt, um neue Funktionen erweitert. Neu ist insbesondere das „Circular Conveyor Tracking“: Die übergreifende „Singular Control“-Steuerung MP3300iec RBT ermöglicht damit nicht mehr nur die automatische Nachverfolgung von linearen Transportbandbewegungen, sondern auch von kreisförmigen. Über eine entsprechende Radiusberechnung kann die Software damit exakt die Position eines jeden Produkts auf dem Band bestimmen und den oder die Picker in Millisekunden genau passend positionieren. Dadurch ergeben sich vor allem für Verpackungsanwendungen und andere Picking-Applikationen neue Vorteile wie zum Beispiel die Möglichkeit einer kompakteren Bauweise oder die Vermeidung von Abfallprodukten.In Verbindung mit den hochperformanten Sigma-7-Servosystemen spielt der Motion Controller MP3300iec seine Stärken aus. So können mit der Standardausführung bis zu 62 reelle Achsen gleichzeitig gesteuert werden. In der RBT-Ausführung sind es 32 reelle Achsen und bis zu acht Roboter. Die Kombination aus Sigma-Sieben-Servoachsen und MP-Controller ist eine einfache Möglichkeit, leistungsfähige Motion-Anwendungen zu realisieren. Die Servosysteme stellen dem Controller hierbei neben Prozessdaten auch Statusinformationen wie zum Beispiel eine Schwingungsanalyse zur Verfügung. Die Daten lassen so Rückschlüsse auf den Zustand der Gesamtanlage zu und ermöglichen eine effiziente Wartungsplanung der Maschine.

Höhere Prozesssicherheit

Neues Hochleistungs-Klemmsystem iCT für alle gängigen Wendeschneidplattentypen und ihre Einsatzarten . Foto: Ceramtec

Weniger Komplexität, mehr Leistung: Mit dem neuen Hochleistungs-Klemmsystem iCT bringt Ceramtec ein Werkzeugsystem auf den Markt, bei dem das Spannsystem für optimierte Leistung komplett überarbeitet wurde. Gleichzeitig wurde die Variantenvielfalt reduziert, um den Kunden eine bessere Übersichtlichkeit, einfachere Handhabung und größere Sicherheit bei der Zuordnung der Einbauteile zu den Werkzeugen zu ermöglichen.Das neue Werkzeugsystem iCT (innovative Clamping Technology) löst als Weiterentwicklung die Baureihe S3 bei den Drehwerkzeugen ab und erhöht deutlich die Prozesssicherheit bei der Zerspanung mit keramischen Schneidstoffen. Das Werkzeugsystem wird in erster Linie in der Automobil- und Zuliefererindustrie beim Drehen von Massenbauteilen aus Gusseisen eingesetzt. Hier wird mit Hochleistungskeramik schnell und hochproduktiv zerspant. In den letzten Jahren sind die Zerspanungsschnittgeschwindigkeiten immer weiter gesteigert worden, was entsprechend höhere Anforderungen auch an das Spannsystem stellt. Das iCT-Klemmsystem ist für alle gängigen Wendeschneidplattentypen und ihre Einsatzarten – glatte bis stark unterbrochene Schnitte, Schlichtdrehen im glatten Schnitt bis zum Schruppdrehen unter ruppigen Einsatzbedingungen – verfügbar. Das iCT-System unterstützt dabei die unterschiedlichsten Befestigungsarten. Es erlaubt das Spannen von glatten Wendeschneidplatten ebenso wie von solchen, deren Spannung über Loch- oder Muldenvariante vorgesehen ist.

zuletzt editiert am 19. Januar 2022