Der Rundtisch ist getrennt vom Arbeitsbereich und kann per Automation oder per Hand hauptzeitparallel be- beziehungsweise entladen werden.
Der Rundtisch ist getrennt vom Arbeitsbereich und kann per Automation oder per Hand hauptzeitparallel be- beziehungsweise entladen werden. (Quelle: Emag)

Feinwerktechnik

24. March 2022 | Teilen auf:

Spanende Bearbeitung: Platzsparende Laserreinigung und effektives Kopierschlichten

(März 2022) Emag Laser-Tec hat eine Laserreinigungsanlage entwickelt, die effektive Reinigungsprozesse auf kleinstem Raum ermöglicht, eine deutliche Standzeitsteigerung beim Kopierschlichten verspricht der XT Fräser M5460 von Walter, mit der Kühlmittelpumpe Combiloop CL1 B hat Müller eine autarke Versorgungslösung geschaffen, Sandvik Coromant präsentiert einen neuen Coro-Drill 860 für ISO P-Werkstoffe und die Fuji Europe Corporation zeigt Bestückungslösungen für die moderne Industrie.

Effektives Laserreinigen

Viele Werkstücke müssen „sauber“ sein, damit der nachfolgende Produktionsprozess starten kann. Dabei spielt die Wahl des Reinigungsverfahrens eine entscheidende Rolle: Es muss genau so konfiguriert sein, dass genau die richtige Menge Energie und Zeit verbraucht wird, um die jeweilige Verschmutzung (oder Beschichtung) ausreichend zu beseitigen – „Nicht mehr als nötig“ ist die Devise. Alles andere wäre ein unnötig aufwändiger und teurer Prozess. An dieser Stelle punktet das Laserreinigen von Emag Laser-Tec: Die Parameter dieses Verfahrens lassen sich flexibel konfigurieren und perfekt an den Grad der Verschmutzung sowie das gewünschte Endergebnis anpassen. Außerdem werden nur definierte Flächen und Geometrien gereinigt oder entschichtet. Das sorgt für sehr effiziente Prozesse.Im Zentrum der Entwicklung bei Laser-Tec steht die Laserreinigungsmaschine LC 4 für Bauteile mit einem maximalen Durchmesser von 200 Millimetern. Sie beinhaltet alle Komponenten, die man für den Prozess benötigt – und das auf einem Raum von nur 4,5 Quadratmetern. Für effiziente Abläufe sorgt ein hocheffizienter 200-Watt-Laser, der nur wenige Sekunden pro Bauteil eingeschaltet wird. Die sehr kurze Pulsdauer führt zu einer ebenso kurzen Wechselwirkungszeit, so dass nur minimale Oberflächenveränderungen am Bauteil auftreten. Andererseits ermöglicht die kurze Pulsdauer bei Bedarf eine hohe Pulsspitzenleistung. Diese Eigenschaft lässt sich wiederum zur Erzeugung von bestimmten Oberflächeneigenschaften am Bauteil nutzen – beispielsweise für eine bessere Haftfähigkeit.Die Maschine kommt sowohl in ganzheitlichen Produktionslinien als auch alleinstehend zum Einsatz. Dazu verfügt sie über einen Rundtisch, der getrennt vom Arbeitsbereich ist. Er wird per Automation (oder eben per Hand) hauptzeitparallel be- beziehungsweise entladen. Außerdem ist es optional möglich, zwei Bauteile gleichzeitig zu spannen, während zwei andere den Reinigungsprozess durchlaufen.

Deutlicher Standzeitsteigerung

Mit dem Xtra-tec XT M5460 wird eine deutliche Standzeitsteigerung erreicht. (Quelle: Walter)

Mit dem Xtra-tec XT M5460 platziert Walter einen neuen Kopierschlichtfräser am Markt. Er wurde speziell für das hochpräzise Bearbeiten von Freiformflächen und tiefen Kavitäten entwickelt. Der Kopierschlichtfräser verfügt über einen inneren Kühlkanal, der die Spanabfuhr durch Druckluft oder MMS ermöglicht. Notwendig ist dies vor allem bei tiefen Taschen, weil der Anwender die Späne damit herausblasen kann. Walter bietet den M5460 sowohl mit Weldon- und Zylinderschaft als auch mit der im Werkzeug- und Formenbau häufig verwendeten zylindrisch-modularen Schnittstelle an. Dieser potenzielle Kundenkreis profitiert beim Einsatz des Kopierschlichtfräsers unter anderem davon, dass er bereits vorhandene Aufnahmen weiterhin nutzen kann. Im ersten Step bringt Walter den Fräser für Durchmesser acht bis 32 Millimeter heraus.Der M5460 ist ein Spezialist für schwer zerspanbare Werkstoffe, besonders für die Hartbearbeitung von Stählen bis 63 HRC. Maßgeblich dafür ist neben der Geometrie der Wendeschneidplatten mit hoher Schneidkantenstabilität vor allem die Walter eigene Sorte WHH15X: Diese ist hoch verschleißfest und ermöglicht dadurch eine hohe Präzision und Werkzeugstandzeit. In Praxistests erreichte Walter Standzeit-Zuwächse von bis zu 500 Prozent. Dank eines umfassenden Sortiments an Schneidstoffen ist der Kopierschlichtfräser gleichermaßen in Stahl und Gusseisen wie in nichtrostenden Stählen einsetzbar. Dies macht ihn, neben dem Werkzeug- und Formenbau, auch für die Luft- und Raumfahrt- oder Energieindustrie interessant. Der M5460 verspricht hohe Produktivität bei maximaler Prozesssicherheit.

Hohe Spülleistungen

Anders als bei vielen gängigen Lösungen ist Combiloop CL1 B mit zwei Pumpen ausgestattet. (Quelle: Müller)

Mit der Druckerhöhungslösung Combiloop CL1 B von Müller wird schnell eine autarke Versorgungslösung geschaffen – prozesssicher mit bis zu maximal 25 bar und bei bis zu sechzig Liter Durchfluss im Kühlschmierstoff. Hochkompakt, nachhaltig, energieeffizient und im Gegensatz zu normalen Kühlmittelpumpen dank Doppelpumpen-Feeder-Prinzip und integrierter Filtration stets stabil, leistungssicher und ohne Maschinenstillstand.„Die Combiloop CL1 B ist ein typisches Produkt, das aus den Alltagsproblemen unserer Kunden resultiert und das wir neu gedacht haben. Einer unserer Müller Erstausrüstungspartner, der gleichermaßen einer der führenden Handelspartner für Fräsmaschinen, Kurzdrehautomaten, schlichtweg Bearbeitungszentren ist, kam auf uns zu und schilderte seine Probleme. Das Basisproblem: Werkzeugmaschinen sind im Niederdruck zu schwach ausgelegt – teils, um die Späne abzureinigen, was zu Ausschuss, Stillstand und verstopften Kanälen führt; teils, um bestimmte Werkzeuganforderungen druckseitig zu erreichen; oder um einfach gewisse Bearbeitungen durchzuführen, wo es einen höheren, konstanten Druck inklusive entsprechender Spülleistungen braucht“, erläutert Stefan Mauth, Entwicklungschef bei Müller. Die Combiloop CL1 B ist ein als ganzheitliches System gedachtes Produkt.„Vereinfacht gesagt, ist die combiloop CL1 B an sich ein USP und ein Muss für das Gros der Maschinen, weil sie Leistungssicherheit in Sachen Konstantdruck im Nieder- respektive Mitteldruck bringt, weil sie Filtration ermöglicht und weil sie einem möglichen Erhitzen entgegenwirkt. Dabei begeistern die hervorragende Ästhetik, gesteigerte Betriebssicherheit sowie durchdachte Nutzer- und Servicefreundlichkeit“, resümiert Martin Müller.

Effizienteres Stahlbohren

Sandvik Coromant präsentiert mit dem Coro-Drill 860 mit PM-Geometrie einen neuen Hochleistungsbohrer für ISO-P-Stähle. (Quelle: Sandvik Coromant)

Sandvik Coromant hat für weitere Produktivitätssteigerungen beim Stahlbohren das Sortiment seines Vollhartmetallbohrers CoroDrill 860 nochmals erweitert. Werkzeuge mi der neuen PM-Geometrie ermöglichen das Hochleistungsbohren in ISO-P-Stählen mit einer deutlich verlängerten Standzeit.Der CoroDrill 860 mit PM-Geometrie verfügt über eine neue Sorte mit einer verbesserten PVD-Mehrfachbeschichtung. Resultat sind eine verbesserte Verschleißfestigkeit, längere Standzeiten und eine allgemeine Steigerung der Produktivität, was zu reduzierten Kosten pro Bauteil führt. Der Bohrer eignet sich für Anwendungen in der Automobilindustrie, dem allgemeinen Maschinenbau, dem Werkzeug- und Formenbau sowie der Energieerzeugung.Standardmäßig ist der Bohrer in Durchmessern von drei bis 16 Millimeter erhältlich. Für die Anpassung an kundenspezifische Bearbeitungsanforderungen sind maßgefertigte Werkzeuge verfügbar – sowohl die Angebotserstellung als auch der Bestellvorgang kann via Sandvik Coromant Website durchgeführt werden.Daüber hinaus kann dank des für Coro-Drill 860-PM Bohrer verfügbaren Sandvik Coromant Nachschleif-Service die Lebensdauer nochmals erhöht und eine nachhaltigere Bearbeitungsstrategie unterstützt werden. Nach Ablauf der Lebensdauer kann das Werkzeug im Rahmen des Sandvik Coromant Recycling Programms wiederverwertet werden.

Moderne Bestückungslösungen

NXTR macht Inspektion der platzierten Teile mit Markenkamera möglich. (Quelle: Fuji)

Die Fuji Europe Corporation demonstriert auf der Fachmesse „SMTconnect 2022“ vom 10. bis 12. Mai in Nürnberg verschiedene Bestückungslösungen für die Anforderungen der zunehmend digitalisierten Fabriken. Am Stand 5-430 in Halle 5 zeigt das Unternehmen unter anderem arbeitssparende und qualitätssichernde Lösungen für Bestückprozesse in smarten Fabriken. Die Ziele sind: null Platzierungsfehler, null Maschinenstopps, autonome und bedienerlose Arbeit. Außerdem können sich die Besucher über eine neue Funktion der „Smart Factory“-Plattform NXTR informieren: die mögliche Inspektion der platzierten Teile mit einer Markenkamera. Die NXTR zielt auf die Optimierung von Produktionsvorbereitungs- und Wartungsprozessen sowie die Automatisierung manueller Bestückungsmontageprozesse zwecks umfassender Vernetzung und selbstoptimierter Produktion. Die Bestücklösung NXTR unterstützt Bediener dabei, sich von wiederholenden Aufgaben zu befreien – bei maximaler Qualität und Produktivität. Fuji verfolgt dabei die „3 Zero“-Strategie: Null Platzierungsfehler, null Maschinenbediener, null Maschinenstopps. So können wiederkehrende Prozesse schon mit wenigen Mitteln automatisiert und der Weg zur Industrie 4.0 kann geebnet werden. Die „Smart Factory“-Plattform NXTR besitzt viele Alleinstellungsmerkmale. Eines davon – und neu im Funktionsumfang – ist die mögliche Inspektion der platzierten Teile mit einer Markenkamera. So können die Existenz, Position und Polarität der Teile geprüft werden. Mit dieser Funktion lässt sich das Auftreten von fehlerhaften Platinen reduzieren. Außerdem kann die Rückverfolgbarkeit verbessert werden, da alle Bilder und Ergebnisse nach der Prüfung gespeichert werden.

zuletzt editiert am 24.03.2022