Werkzeugausgabeschrank Tool-Server-Modular (TSM) von Bedrunka+Hirth. Foto: Berunka+Hirth
Werkzeugausgabeschrank Tool-Server-Modular (TSM) von Bedrunka+Hirth. Foto: Berunka+Hirth

Feinwerktechnik

21. September 2021 | Teilen auf:

Spanende Bearbeitung: Smarte Werkzeugausgabe und intuitive Roboterprogrammierung

(September 2021) Werkzeugausgabeschränke werden smarter, Iscar erweitert sein Wechselkopfbohrsystem LOGIQ 3 CHAM, Comau hat die Roboterprogrammierung deutlich vereinfacht, Sandvik Coromant bietet mit neuen Wendeschneidplatten zuverlässige Leistung und Verschleißfestigkeit und Walter erweitert sein Portfolio in der UF4-Geometrie.

Automatischer Datenaustausch

Werkzeugausgabeschränke sind längst keine Blackboxen mehr, sondern smarte Systeme. Daher arbeitet das Manufacturing Execution System „proMExS“ der Sack EDV-Systeme künftig auch mit dem Werkzeugausgabesystem Tool-Server-Modular (TSM) von Bedrunka+Hirth zusammen. Die beiden Systeme sind über einen Webservice miteinander verbunden. Dieser sorgt dafür, dass alle Bestandinformationen beider Systeme immer up to date sind und mit ihren Werten in die Produktionsplanung einfließen. Dies gewährleistet einen reibungslosen Produktionsablauf durch weniger Maschinenstillstände, die aus besserer Planbarkeit resultieren.

Tilmann Sack, Geschäftsführer der Sack EDV-Systeme, erklärt: „Für ein effizientes Werkzeugmanagement ist eine gute Datenbasis elementar. Präzise Informationen zu Lagerort und Lagerbeständen von Werkzeugen sind eine wesentliche Grundlage, um einen reibungslosen Produktionsprozess sicherzustellen und unterbrechungsfrei produzieren zu können. Eine umfängliche Produktionsplanung schließt daher die Bestandsbestimmung von Werkzeugen oder andere Kleinmaterialien mit ein. Dafür ist eine Datenverbindung zwischen Werkzeugmanagement und MES-Ebene sinnvoll.“

Anwender können mit den neuen dreischneidigen Flachbohrkopf für die LOGIQ 3 CHAM-Bohrkörper einfach und ohne Pilotieraufwand ins Volle arbeiten und Bohrungen mit flachem Grund einbringen.Foto: Iscar

Dreischneidiger Flachbohrkopf

Iscar setzt mit seinem dreischneidigen Wechselkopfbohrsystem LOGIQ 3 CHAM Maßstäbe bei Hochleistungs-Bohrprozessen. Es liefert dem Anwender umfangreiche Produktivitäts-, Qualitäts- und Handhabungs-Vorteile. Jetzt erweitert das Unternehmen sein System um die nächste praktische Neuerung: Die dreischneidigen Flachbohrköpfe für die LOGIQ 3 CHAM-Bohrkörper. Anwender können damit bei ISO-P- und ISO-K-Werkstoffen einfach und ohne Pilotieraufwand ins Volle arbeiten und Bohrungen mit flachem Grund einbringen. Die dreischneidigen Bohrköpfe erlauben höhere Vorschübe und sorgen dank stabilem Lauf auch bei schwierigen Bearbeitungen für saubere Schnitte und hohe Qualität. Zudem sparen Anwender einen zweiten Arbeitsschritt und steigern ihre Produktivität.

Das neuartige Klemmsystem des LOGIQ 3 CHAM ist einfach und sicher zu handhaben und benötigt, anders als konventionelle Lösungen, keine weiteren Ersatzteile. So entstehen selbst in der Maschine nur minimale Rüstzeiten beim Bohrkopfwechsel. Die radiale und axiale Klemmkraft wird in der schwalbenschwanzähnlichen Passung erzeugt. Sie bietet im Zusammenspiel mit den großen Anlageflächen eine hohe Sicherheit auch bei unregelmäßigen Schnittkräften, die beispielsweise bei Anbohrprozessen auf schrägen Flächen oder Querbohrungen entstehen. Die LOGIQ 3 CHAM-Bohrkörper besitzen eine innere Kühlmittelzufuhr an jede Schneide sowie große, polierte Spankammern, die den Spanfluss zusätzlich verbessern.

Mit der Comau Next Generation Programming Platform ist die Integration von Robotertechnik in eine bestehende Fertigungslinie oder einen Fertigungsprozess unkompliziert und intuitiv. Foto: Comau

Anwenderfreundliches Programmierungskonzept

Comau stellt jetzt seine Next Generation Programming Platform vor, ein Protokoll, dass den Kommunikationsstandard Uniform Robotics Data Interface (URDI) nutzt, um die Roboterprogrammierung zu vereinfachen. Diese Implementierung erleichtert die vollständige Integration von Comaus Roboterfamilie in die Siemens Simatic Robot Library, was die Komplexität in der Maschinenautomatisierung erheblich reduziert. Nun können Bediener einen oder mehrere Comau-Roboter problemlos über das Siemens-Ökosystem programmieren, das sie derzeit für andere Anwendungen und Prozesse nutzen. Die Schnittstelle ermöglicht zudem spürbare Zeit- und Kosteneinsparungen, da sich alle Automatisierungsprodukte und -zellen ohne jede spezielle Qualifikation in der Roboter-Programmierung verwalten lassen. So können Unternehmen ihre Effizienz und Produktivität ohne eine herausfordernde Lernkurve steigern, was die Automatisierungshürden für Kunden weiter senkt, die eine konsolidierte Nutzung der Siemens PLC haben und nun Gelenkroboter einführen wollen.

Sandvik Coromant hat mit GC4415 und GC4425 zwei neue Stahldrehsorten auf den Markt gebracht. Foto: Sandvik Coromant

Zuverlässige Leistung

Zwei neue Stahldrehsorten GC4415 und GC4425 von Sandvik Coromant sind ideal für Fertigungsunternehmen mit Massen- und Serienfertigung. Ausgestattet mit einem neuen Substrat, das durch die Inveio Technologie verstärkt wird, bieten beide Sorten eine zuverlässige Leistung und eine hohe Verschleißfestigkeit. Dank der neuen Nachbehandlung konnte die Leistungsfähigkeit bei Bearbeitungen mit unterbrochenem Schnitt erhöht und plötzliche Werkzeugbrüche vermieden werden. Zudem punkten beide Sorten mit einer überdurchschnittlichen Leistungsfähigkeit in einem breiten Anwendungsbereich.

Kunden waren dank der neuen Sorten in der Lage, mit höheren Schnittgeschwindigkeiten (vc) und vielfach höheren Vorschüben (fn) zu zerspanen. In einem Fall unterzog ein Maschinenbauunternehmen ein Werkstück aus vorvergütetem 4140er Stahl einer multidirektionalen Außenschruppbearbeitung mit der GC4425 Wendeschneidplatte. Im Vergleich zur ISO-Wendeschneidplatte eines Wettbewerbers konnte der Kunde eine Produktivitätssteigerung von einhundert Prozent erzielen – bei einer um fünfzig Prozent reduzierten Taktzeit und einer Kostenreduzierung um dreißig Prozent.

Walter bringt neue Stechplatten in der universellen UF4-Geometrie auf den Markt. Foto: Walter

Universelle Einsetzbarkeit

Mit der UF4-Geometrie bringt Walter eine Drehplatte mit universeller Einsetzbarkeit auf den Markt: für alle Einstech-, Abstech- und Stechdreh-Operationen im mittleren Vorschubbereich; für alle Bearbeitungsrichtungen (radial und axial); zum Innen- als auch zum Außenstechen und -drehen. Die neu hinzugekommenen Varianten GX24…F…S; DX18…F…S bauen das Sortiment weiter aus. Anders als die bestehenden, sind die neuen Schneideinsätze für die Stechsysteme GX24 und DX18 mit UF4-Geometrie erstmals einseitig ausgeführt. Dies verhindert, dass die zweite Schneide bei Stechtiefen, die größer als die Plattenlänge (18 beziehungsweise 24 Millimeter) sind, am Bauteil nachschneiden kann. Die neuen, einschneidigen Einsätze sind dabei im selben Stechwerkzeug wie die bisherigen zweischneidigen einsetzbar – bei Stechtiefen bis 32 Millimeter. Mit Schneideinsatzbreiten von drei bis sechs Millimetern ergänzen sie das Gesamtprogramm.

Deutlichstes Merkmal der UF4-Geometrie ist der hochpositive Spanformer, der für optimale Spankontrolle und sehr gute Oberflächen in ISO M-, S- und P-Werkstoffen sorgt. Insbesondere in ISO M und S lassen sich damit in Verbindung mit der Walter Präzisionskühlung hervorragende Ergebnisse erzielen. Universell ist auch ihr Einsatzbereich: In allen Walter Cut Standard-Stechdrehhaltern, für unterschiedlichste Aufgaben, Anforderungen und Bearbeitungsbedingungen ist die UF4-Geometrie einsetzbar – von der Großserie bis zu Losgröße 1.