Die Bohrer der LOGIQ 3 CHAM-Linie verfügt über auswechselbare Köpfe mit drei Schneiden. Dadurch verkürzen Anwender die Zykluszeiten um bis zu fünfzig Prozent.
Die Bohrer der LOGIQ 3 CHAM-Linie verfügt über auswechselbare Köpfe mit drei Schneiden. Dadurch verkürzen Anwender die Zykluszeiten um bis zu fünfzig Prozent. (Quelle: Iscar)

Feinwerktechnik

20. April 2022 | Teilen auf:

Spanende Bearbeitung: Verkürzte Zyklusszeiten und aufdruckbare ölfreie Schmiermittel

(April 2022) Für das Bohren hat Iscar die LOGIQ 3 CHAM-Linie entwickelt, Walter verdoppelt das Tiger·tec Gold Sortiment für Drehanwendungen, Kyocera führt mit der „2KMB“ bereits das zweite Produkt aus der „K-Serie“ seiner Hartmetallwerkzeugreihe ein, LBI oil free und REA präsentieren einen Spezialdrucker zum Aufdrucken ölfreier Schmiermittel und auf der Messe „MedtecLIVE“ zeigt Open Mind, wie die CAM-Programmierung die Fertigung optimiert.

Halbierte Zykluszeit

Iscar hat die LOGIQ-Produktfamilien auf den Markt gebracht, um die aktuellen Herausforderungen in der Zerspanung nach mehr Effizienz, der Bearbeitung kleiner Durchmesser und dem vibrationsdämpfenden Schnitt zu meistern. Für das Bohren ist nach intensiver Entwicklungszeit die LOGIQ 3 CHAM-Linie entstanden. Diese verfügt über auswechselbare Köpfe mit drei Schneiden. Dadurch verkürzen Anwender die Zykluszeiten um bis zu fünfzig Prozent.Das dreischneidige Werkzeug ermöglicht ein größeres Zeitspanvolumen, muss aber auch höheren Schnittkräften standhalten. LOGIQ 3 CHAM erfüllt diese Anforderungen durch eine sichere Zentrierung und ein weiches Schnittverhalten. Im Vergleich zu einem zweischneidigen Bohrer besitzt eine dreischneidige Variante bei gleichem Durchmesser kleinere Spannuten für den Abtransport der Späne. Icscar hat für die Wechselkopfbohrer deswegen ein spezielles Design entwickelt.

LOGIQ 3 CHAM besitzt mit der sogenannten „Pagoden-Schneidkante“ ein ungewöhnlich konkaves Profil, das für eine sehr gute Eigenzentrierfähigkeit und stabile Prozesse sorgt. Die besondere Geometrie erzeugt eine optimale Spanform und trägt damit zu einer reibungslosen Abfuhr bei. Darüber hinaus reduziert die 15-Grad-Fase den Verschleiß und verstärkt den Eckenbereich der Bohrköpfe.

Verbesserte Standzeit

Die neuen Tiger-tec Gold Dreh-Sorten WPP10G, WPP20G, WPP30G mit speziellem Schichtaufbau. (Quelle: Walter)

Mit der WPP10G für kontinuierlichen Schnitt und leichte Schnittunterbrechungen, der Universalsorte WPP20G sowie der zähen Sorte WPP30G für Schnittunterbrechungen und ungünstige Bearbeitungsbedingungen bietet Walter seinen Kunden drei Tiger-tec Gold Sorten speziell für Drehbearbeitungen an. Nach deren sehr erfolgreichem Marktstart Ende 2021 verdoppelt der Hersteller jetzt sein Sortiment: Zu den bereits eingeführten Wendeschneidplatten mit doppelseitiger negativer Grundform (CNMG, DNMG, ...) kommen nun die positiven Platten CCMT, DCGT sowie negative, einseitige Platten CNMM, SNMM und WL25-Kopierdrehplatten hinzu. Sie erweitern das Walter Tiger-tec Gold Portfolio mit drei Schneidstoffen, auf nunmehr 21 Geometrien und über 1 100 Artikel – inklusive spezieller Geometrien mit verbessertem Spanbruch (MP6) und zum Schruppen großer Schmiedeteile (HU7).Wie die bestehenden Platten haben auch die neu hinzugekommenen Drehsorten ihre Hauptanwendung in Stahl (Nebenanwendung Guss). In 130 Kundentests erreichten sie Standzeitsteigerungen von durchschnittlich rund fünfzig Prozent. Grund dafür ist ein spezieller Schichtenaufbau: Eine zum Patent angemeldete hochtexturierte, mehrlagige MT-TiCN-Schicht erhöht die Zähigkeit, reduziert den Freiflächenverschleiß und senkt so die Produktionskosten. Die hochtexturierte Al2O3-Schicht darüber minimiert Kolkverschleiß; der abschließende goldfarbene Top-Layer verbessert die Verschleißerkennung. Hinzu kommt eine mehrstufige Nachbehandlung. Diese erzeugt eine ungewöhnlich glatte Spanfläche, reduziert dadurch die Reibung und erhöht ebenfalls die Zähigkeit. Was nicht zuletzt in automatisierten Prozessen für hohe Prozesssicherheit sorgt.

Prozesssichere Bearbeitung 

Der VHM Kugelkopf-Schaftfräser „2KMB" (mit langem Hals). (Quelle: Kyocera)

Kyocera hat die Markteinführung seines Hartmetall-Kugelkopf-Schaftfräsers „2KMB“ für die Bearbeitung von gehärtetem Material sowie für die Mikrobearbeitung angekündigt. Dieses neue Hartmetall-Rundwerkzeug, das für die Feinbearbeitung von Präzisionsteilen und für den Stahlformenbau eingesetzt wird, ist ab sofort weltweit bei Kyocera erhältlich. Mit der 2KMB bringt Kyocera das zweite Produkt aus der „K-Serie“ seiner Hartmetallwerkzeugreihe auf den Markt. Es vereint eine neue Beschichtungstechnologie mit einer einzigartigen Schneidenform für eine hocheffiziente Mikrobearbeitung von verschiedenen gehärteten Materialien, wie zum Beispiel legiertem Werkzeugstahl, rostfreien Stählen und Schnellarbeitsstahl.Die neue verschleißfeste Beschichtung „MEGACOAT HARD EX“ ist einzigartig und besteht aus zwei Schichten, um eine prozesssichere Bearbeitung bei hoher Härte und außergewöhnlicher Spanschlagresistenz zu gewährleisten. Sowohl die Verschleißfestigkeit als auch die Spanschlagresistenz sorgen für höhere Qualität und längere Standzeit. Darüber hinaus bietet die neu entwickelte, einzigartige s-förmige Querschneide mit ihrer herausragenden Schärfe höchste Oberflächengüte bei Beibehaltung der Verschleißfestigkeit.

Aufdruckbare Schmiermittel

Mit der Neuentwicklung lassen sich ölfreie Schmiermittel einfach aufdrucken. (Quelle: LBI)

Ölfreie Schmierstoffe einfach aufdrucken? Diese Vision haben jetzt LBI oil free und REA praktisch umgesetzt und präsentieren das REA JET HR-Lube System sowie das REA JET DOD Lube System. Beide Lösungen stellen sicher, dass bei der Metallumformung für die Punkt-, Linien- oder Flächenbenetzung nur so viel Schmierstoff wie nötig aufgebracht wird.Das REA JET HR-Lube System wird bei der Coilbenetzung eingesetzt. Es ist mit einem speziellen Schreibkopf ausgestattet. Dieser kann hochpräzise und sparsam das ölfreie Schmiermittel auftragen. Die Auftragsbreite beträgt bis zu 12,7 Millimeter pro Schreibkopf. Mit einer entsprechenden Kaskadierung von bis zu acht Schreibköpfen ist eine Gesamtauftragsbreite von über hundert Millimeter möglich.Modernste Schnittstellentechnologie zur Integration in Maschinen und Anlagen sowie eine einfache und intuitive Bedienung durch die technologieübergreifende REA JET TITAN Plattform Controller im Edelstahlgehäuse mit Schutzklasse IP65 runden das Bundle hochwertig ab.

Ebenfalls neu ist das einsatzfertige REA JET DOD Lube System, welches bei der Coil- und Platinenbenetzung punktet. Der Drucker ist einfach und intuitiv zu bedienen und schafft bei Kaskadierung mehrerer Schreibköpfe eine Auftragsbreite bis 2.300 Millimeter. Ergänzt werden können beide Lösungen mit einem Roboter oder industrietauglichen Distanzausgleichsvorrichtungen für unterschiedliche Produktpositionen beim Druckvorgang.Der minimale Schmiermitteleinsatz beider Systeme wird durch die digitale und punktgenaue Dosierung sichergestellt. Die feinen Düsen stellen ein nebel- und aerosolfreies, hochpräzises und individuelles Auftragen der Schmierstoffe sicher.

Optimierte Fräsprozesse

Knochenplatten in bester Qualität in einer Aufspannung fräsen. (Quelle: Open Mind)

CAD/CAM-Hersteller Open Mind nimmt erstmals an der „MedtecLIVE with T4M“ teil. Die europäische Fachmesse für Medizintechnik findet vom 3. bis 5. Mai 2022 in Halle 10 der Messe Stuttgart statt. Messebesucher erfahren, welche Rolle CAM bei der Optimierung von Fertigungsprozessen in der Medizintechnik spielen kann.Vom Schmiedegesenk zur Herstellung von Hüftschäften über Knochenplatten aus Titan bis hin zu Zwischenwirbelimplantaten aus PEEK: Fräsaufgaben in der Medizintechnik sind häufig besonders anspruchsvoll. Das gilt sowohl im Zusammenhang mit den zu erzeugenden Geometrien als auch im Hinblick auf Werkstoffe. Auf der „MedtecLIVE“ zeigt Open Mind, wie die CAM-Programmierung die Fertigung optimiert: maschinen- und werkzeugschonende Bearbeitungen, sichere Prozesse sowie hohe Oberflächengüten. Auch für die additive Fertigung und die Nachbearbeitung von 3D-gedruckten Bauteilen bietet die Hyper-Mill-Suite spezielle Lösungen.Die Notwendigkeit patientenspezifischer Anpassungen sowie die verschiedenen Standardgrößen machen die Automatisierung der NC-Code-Generierung vor allem für Hersteller von medizintechnischen Produkten interessant. Mit dem Hyper-Mill Automation Center lassen sich CAD/CAM-Prozesse definieren und standardisieren. Schritte für die Datenaufbereitung und Programmierung bis hin zur Simulation und NC-Programmerstellung können festgelegt werden. Der Prozess wird dann automatisch auf neue Bauteile angewandt und durchlaufen. Die Daten für individuelle Implantate lassen sich so automatisch für die Fertigung aufbereiten. Die Automatisierung kann von CAM-Anwendern selbst oder mit Unterstützung von Open Mind durchgeführt werden.

zuletzt editiert am 20.04.2022