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Die langen Fassadenpaneele, wie unter der Attika, wurden als problematisch erkannt.

Schadensfälle 2020-08-19T00:00:00Z Ständig in Bewegung

(September 2020) An einer Fassade hatten sich Sonnenschutzlamellen gelöst. Warum ein Planungsfehler Ursache für den Schaden war, stellte der Gutachter fest.

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Zur Befestigung der Fassadenelemente wurden die ausgeklinkten Rahmen in vormontierte Haken eingehängt.

Aufgrund sich lösender und vereinzelt herabfallender Sonnenschutzlamellen an einer Fassade, musste diese wegen „Gefahr im Verzug“ komplett eingerüstet und mit Fangnetzen versehen werden. Darüber hatten wir bereits berichtet. Bei der anschließenden Begehung und Begutachtung der Fassade wurde ein weiterer Schaden festgestellt.
An einigen der feststehenden Fassadenpanelen entdeckte man fehlende Befestigungsschrauben, die zur Lagesicherung der Kassetten dienten. Wie von Geisterhand schienen diese Blechschrauben in großer Höhe demontiert worden zu sein. Allen, im Übrigen aus Aluminiumwerkstoff Streckmetall bestehenden, Fassadenelementen war gemeinsam, dass nur die längeren Paneele betroffen waren. Im anschließenden „Jour fixe“ wurde die Situation besprochen und ausgewertet.

Berücksichtigung Sie die Dilatation

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Laschen und Blechschrauben an der Oberseite der Fassadenelemente sollen das Ausheben durch Windkräfte verhindern.

Zur Befestigung der Kassetten: Die Fassadenelemente besitzen in ihren Rahmen mehrere Ausklinkungen. Sie werden somit einfach in, an der Unterkonstruktion vormontierte Haken, eingehängt. Um das Aushebeln durch Windkräfte zu verhindern dienen Blechschrauben als Fixpunkte am oberen Ende zur Lagesicherung.
In der Analyse wurde nun ermittelt, dass die betroffenen (langen) Elemente an ihrem unteren Ende in den Aufhängungen aufstehen. Somit sind die Paneele oben durch Schrauben wie unten durch Aufstehen fixiert und damit eingespannt. In dieser Lage können sich die Fassadenelemente nicht mehr frei bewegen und bauen bei Temperaturänderungen Spannungen auf. Die einhellige Meinung war, dass die andauernden stetigen Temperaturwechsel und damit einhergehenden Dilatationen und auftretenden Spannungen die Blechschrauben allmählich ausdrehten und diese letztlich verloren gingen. Aufkommender Starkwind ist nun in der Lage, die ungesicherten Elemente auszuhebeln.

Fazit: Sorgen Sie für Bewegungsfreiheit

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Beispiel einer sich lösender Schraube.

Da die Befestigungslaschen an den Oberseiten der Paneele werkstattseitig vormontiert waren, ist von einem Planungsfehler auszugehen. Erfahrene Monteure oder baubegleitende Aufsichtspersonen wären die letzte Instanz zur Schadensvermeidung gewesen.

Die Schadensbeseitigung ist simpel, wenn auch nicht ohne Aufwand. Die oberen Fixierungspunkte mussten aufgegeben werden. Die nun eingehängten Fassadenelemente wurden an den unteren Punkten, also dort wo sie aufstehen, neu mit Schrauben fixiert. So ist gewährleistet, dass sich die Paneele frei ausdehnen und zusammenziehen beziehungsweise Windkräfte diese nicht aushebeln können. Da das Gebäude zur Sicherung eingerüstet war, verringert sich der Aufwand für die Fassadensanierung.

Die gefundene Lösung hätte der damaligen Planungsabteilung als präventive Schadensvermeidung auch gut angestanden.

Vermeidung

Achten Sie auf die Längenänderung

Dem Thema Dilatation, also der Längenänderung von Bauteilen durch Temperaturdifferenzen, wird immer wieder zu wenig Beachtung geschenkt. Achten Sie auf eine funktionierende Bauaufsichtskette über alle Instanzen. Von der Planung bis zur Endmontage.Auch bei stupiden Arbeiten, zum Beispiel das tausendfache Schrauben von Fassadenplatten, sollte zumindest eine erfahrende Fachkraft permanent zur Kontrolle vor Ort sein.Folgende Normen, Richtlinien, Verordnungen und Regeln sollten beachtet werden:

  • VOB/C DIN 18351 Vorgehängte hinterlüftete Fassaden
  • EN 1991-1-4 Einwirkungen auf Tragwerke; Allgemeine Einwirkungen, Windlasten
  • DIN 18516-1 Außenwandbekleidungen, hinterlüftet; Anforderungen, Prüfgrundsätze

Zusatzinfos

Wo Sie mehr erfahren!

Handwerkerradio: Mehr aktuelle Schadensfälle können Sie im Handwerkerradio (im Internet unter www.handwerker-radio.de ) hören. Dort werden regelmäßig unter anderem interessante Schadensfälle aus dem Metallbau besprochen.

Schadensfälle: Eine Reihe von Schadensfällen zum Thema ist in den Bänden 1 bis 6 „Schäden im Metallbau“ aus der RM Rudolf Müller Medien enthalten. Recherchieren können Sie auch auf der Schadens-Homepage www.schaeden-im-metallbau.de .

Fachregelwerk: Wichtige Informationen zum Thema finden Sie im Fachregelwerk Metallbauerhandwerk – Konstruktionstechnik in den Kapiteln Kap. 1.4.9 Thermische Längenänderung von Elementen im Stahl- und Metallbau, Kap. 2.9 Kaltfassaden. Weitere Informationen zu den Büchern und zum Fachregelwerk erhalten Sie beim M&T-Kundenservice, E-Mail rudolf-mueller@vuservice.de oder von Mo-Fr von 7:30 bis 17 Uhr per Telefon unter 06123 9238 274.

Podcast: Spannung für die Ohren und den Kopf verspricht der M&T Podcast mit einem hörbaren Einblick in zahlreiche Schadensfälle. Verfügbar sind bereits etwa fünfzig Fälle auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie Anchor, Apple Podcast, Spotify oder Google Podcast.

Baujahr: 2006

Schadensjahr: 2018

zuletzt editiert am 07. Mai 2025
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