Mit der neuen Fuß- und Radwegbrücke über die Kleine Emscher in Duisburg-Walsum hat das Team von Stahl- und Metallbau Winterhalter aus Freiburg ein außergewöhnliches Ingenieurbauwerk geschaffen. Moderne Stahlbautechnik wird dort mit innovativen Fertigungsmethoden verbunden.

Die Brücke überspannt 45 Meter, bringt rund 29 Tonnen auf die Waage und wird von drei schräg im Raum stehenden Pylonen getragen. Im Werk von Stahl- und Metallbau Winterhalter entstand die Konstruktion verkehrt herum, da die ebene Unterseite später als Lauffläche dient. In vier Segmenten gebaut, wurde die Brücke bereits dort vollständig vormontiert und anschließend mit einer hochwertigen, fünfschichtigen Beschichtung versehen.
Ein zentrales Novum bei der Fertigung war der Einsatz 3D-gedruckter Edelstahlknoten – eine Technologie, die zuvor noch in keiner tragenden Brückenkonstruktion zum Einsatz gekommen war. So musste für das neuartige Verfahren eine Zustimmung im Einzelfall (ZiE) eingeholt werden.

Die komplizierte Geometrie der Konstruktion machte modernste 3D-Messtechnik unverzichtbar, um die zahlreichen Schrägstellungen und räumlichen Ausrichtungen präzise zu fertigen und zu montieren. Zeitlich blieb für die Montage nur ein Wochenende – vorgegeben durch die Streckensperrung der Deutschen Bahn sowie die Wasserstände der Kleinen Emscher.
Dabei zeigte sich die logistische Komplexität des Projekts: Drei Segmente wurden zunächst zusammengefügt, mit drei Autokränen in der Luft gedreht und anschließend auf die bereits errichteten Pylone gesetzt. Das vierte Segment kam noch am selben Tag hinzu. Den Abschluss der Brücke bilden ein GFK-Belag, drei Böden aus Verbundsicherheitsglas sowie zehn 3D-gedruckte Geländerpfosten, die erst direkt auf der Baustelle endgültig eingepasst wurden.
Fazit: Technisch anspruchsvoll, architektonisch beeindruckend
Die Herausforderungen bestanden in der Komplexität der Bauteile, der besonderen Architektur sowie der Logistik bei der Montage. Nur die präzise Planung und Vorfertigung ermöglichte einen reibungslosen Ablauf. Der Jury des Deutschen Metallbaupreises gefiel besonders die Verbindung von innovativen Fertigungstechnologien mit anspruchsvollem Stahlbau.