Ein Dozent hält eine Präsentation vor einer Gruppe von Teilnehmern in einem Seminarraum.
Auf dem ersten Techniktag des rheinland-pfälzischen Landesverbandes berichtete Frank Kania vom Bundesverband Metall über Toleranzen. (Quelle: M&T / J. Siehoff)

Techniktag 2024-11-26T10:55:26.423Z Premiere in Maria Laach

Sehr instruktiv: Der rheinland-pfälzische Landesverband veranstaltete am 22. November unter der Leitung der scheidenden Landesinnungsmeisterin Ingrid Seibert-Hess erstmals einen Techniktag für Innungsbetriebe.

Ein Mann und eine Frau stehen vor einem Banner des Metallverbands.
Der Techniktag unter der Leitung der scheidenden Landesinnungsmeisterin Ingrid Seibert-Hess (links) wurde sehr gut angenommen – rechts der neue Landesinnungsmeister Bernd Loosen. (Quelle: M&T / J. Siehoff)

Frank Kania von Bundesverband Metall (BVM) berichtet über Toleranzen. Zum Beispiel Toleranzen im Hochbau oder für Schweißkonstruktionen. Kania erläuterte, welche Regeln, Bestimmungen und Normen für die jeweiligen Arbeiten des Metallbauers relevant sind und gegebenenfalls Anwendung finden. Da sich die Normen teilweise gegenseitig ausschließen, ist daher wichtig festzulegen, nach welcher Norm konstruiert und montiert werden soll.
Für Maschinenbauer und Feinwerkmechaniker gibt es eigene Regelungen zu Toleranzen, beispielsweise ISO GPS. Hieraus ergeben sich dann die Bestimmungen für die Konstruktion und Fertigung.
Anhand von aussagekräftigen Beispielen aus verschiedenen Bereichen des Metallbaus zeigte Kania dann, welche Spielräume die Normen bei der Ausführung liefern.

Über Wärmebehandlung in der Feinwerktechnik durch Nitrieren/Nitrocarburieren referierte anschließend Dr.-Ing. Franz-Josef Folz. In seinem Vortrag ging es um dünne Schichten, die auf Bauteile aufgetragen werden. Diese Schichten gewährleisteten einen Schutz vor Abnutzung der Randschichten eines mechanisch stark beanspruchten Bauteils. 

Der Metallgestalter Jörg Bender berichtete über die denkmalgerechte Sanierung der Klosterkirche in Tholey, für die er 2023 den Deutschen Metallbaupreis erhielt. Die Arbeiten umfassten sehr viele verschiedene Objekte in der Kirche. Anhand der vielen zueinander passenden Beispiele konnte Bender zeigen, wie das Ensemble zu mehr wird als einer Ansammlung von Einzelteilen und wie zeitgemäße Metallgestaltung und eine historische Umgebung harmonieren.

Als Statikexperte des BVM stellte Dipl.-Ing. Jeyagumaar Nisanthan die Online-Berechnungssoftware Metallstat vor. Das Tool berechnet mit wenigen Klicks die Statikbemessungen zum Beispiel für die Vordimensionierung für Geländer- oder Carports. Die verschiedenen Module der Software decken laut BVM insbesondere für die die wesentlichen Anforderungen eines Metallbauers ab. Als weiteren Service des BVM stellte Nisanthan auch den Statikservice des BVM vor, der nach Einreichung der Pläne innerhalb von zweieinhalb Wochen eine komplette, prüffähige Statik liefert. Der Referent empfiehlt den Besuch eines Metallstat-Seminars, um sich für die umfängliche Nutzung der Software zu ertüchtigen.

Frank Kania stellte in einem Beitrag über den Geländerbau die zehn häufigsten Fehler vor. Dazu gehört beispielsweise die Platzierung der Unterkante des Geländers bei seitlich befestigten Geländern. Auch die lichten Abstände zwischen den Stufen werden häufig nicht eingehalten. 

Über das Konditionenkartell des Rheinland-Pfälzischen Handwerks berichtete dessen Geschäftsführer André Morio. Er stellte die Möglichkeiten zur Unterstützung bei der wirksamen Anwendung der VOB und deren Umsetzung dar.

Bernhard Pfeffer erläuterte als Technischer Berater im Metallhandwerk das Prüfen und Bewerten von Schweißnähten. Hintergrund für die Prüfung sind Normen wie die DIN EN ISO 5817. 

Frank Keller von Hermle zeigte im letzten Vortrag des ersten Tages, wie es gelingen kann mit Automation Fachkräfte zu gewinnen und sinnvoll einzusetzen.

Die Besichtigung der Kunstschmiede Klaoster Maria Laach, auf dem Gelände der Benediktiner-Abtei gelegen, rundete das Programm ab.

Eine Gruppe von Menschen in einer Kunstwerkstatt, umgeben von Skulpturen und Werkzeugen.
Die Besichtigung der Kunstschmiede Kloster Maria Laach, auf dem Gelände der Benediktiner-Abtei gelegen, rundete das Programm ab. (Quelle: M&T / J. Siehoff)
zuletzt editiert am 17. Januar 2025
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