In Fulda macht eine außergewöhnliche Treppenkombination den alten Hexenturm wieder erlebbar. Das Projekt ist dem Team der Schmiede und Metallwerkstätte Vogel perfekt gelungen.

Der Hexenturm ist im Barockviertel der Stadt Fulda gelegen und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Sein Inneres sollte über zwei verschiedenartige Treppen bis auf rund 16 Meter Höhe erschlossen werden. Der Zugang zu den oberen Geschossen ermöglicht Besuchern somit einen einzigartigen Blick auf die Stadt.
Das Team der Schmiede und Metallwerkstätte Vogel plante und baute eine Wendeltreppe mit Brücke, die den Turmzugang von außen ermöglicht. Bekleidet wurde diese Treppe ebenfalls mit Stahl. Im Turm steigen Besucherinnen und Besucher dann über eine Treppe mit Zwischenpodesten. Die Stufen und Podeste der Innentreppe hat der Metallbauer mit Eichenholz belegt.
Der Turm ist im Inneren nur vermeintlich kreisrund, es stellten sich elliptische Grundrisse in verschiedenen Ebenen mit unterschiedlichen Durchmessern heraus. Das Aufmaß war eine besondere He-
rausforderung. Der Blick nach oben und unten sollte möglichst frei sein, weshalb ein möglichst großzügiges Treppenauge eingeplant wurde.

Die räumlich bedingte Enge erforderte eine sorgfältige CAD-Planung, beispielsweise der Treppenantritte und Anschlusspunkte im historischen Natursteinmauerwerk. Und die Größe der einzelnen Bauteile war durch den vorhandenen Turmeingang begrenzt.
Der Zusammenbau der Wendeltreppe außen erfolgte in der Werkstatt, der Transport zum Hexenturm mittels eines Tiefladers. Dafür musste die Treppe mit einem Kran über die Werkstatt gehoben und mit einer eigens entwickelten und am Tieflader angebrachten Scharnierkonstruktion gedreht werden.
Fazit: Ein gelungenes Zusammenspiel
Die Herausforderungen lagen bei diesem Projekt insbesondere in den beengten Platzverhältnissen, die Aufmaß und Montage für das Team zur kniffligen Aufgabe machten. Die Jury des Deutschen Metallbaupreises hob die gelungene Symbiose aus historischer Bausubstanz und moderner Metallgestaltung hervor.