„Treppen werden heutzutage immer luftiger, das heißt, für den Bau einer Treppe soll weniger Material verwendet werden, stattdessen soll mehr Durchsicht möglich sein“, schildert Detlev Saage der M&T- Redakteurin Yvonne Schneider einen Trend im Treppenbau. Foto: M&T
„Treppen werden heutzutage immer luftiger, das heißt, für den Bau einer Treppe soll weniger Material verwendet werden, stattdessen soll mehr Durchsicht möglich sein“, schildert Detlev Saage der M&T- Redakteurin Yvonne Schneider einen Trend im Treppenbau. Foto: M&T

Interviews mit Branchenpartnern

28. May 2021 | Teilen auf:

Treppenbau: „Stahlbau ist wieder 'in', das ist toll!"

(Juni 2021) Detlev Saage aus Nettetal ist ein versierter Treppenbauer und Vorsitzender des Bundesverbandes Treppen- und Geländerbau (BVTG). Im Interview schildert er die Marktlage für die Mitglieder des Verbandes und wie er seinen Betrieb an die Entwicklungen der Treppenbranche anpasst.

Wie schätzen Sie als Vorsitzender des Bundesverbandes Treppen und Geländer die Marktentwicklung in Deutschland im laufenden Jahr ein — und wie stellen Sie als Verband die Weichen für eine erfolgreiche Marktbearbeitung?
Die Marktsituation ist zur Zeit für alle Treppenbauer sehr gut und wir glauben, dass dies auch noch ein bis zwei Jahre lang anhalten wird. Als Verband führen wir für unsere Mitgliedsbetriebe immer wieder Marktrecherchen durch. Aus den Ergebnissen erkennen unsere Treppenbauer, welche Treppen in welcher Zusammenstellung am meisten gefragt werden. Auch die verschiedenen Treppen in unterschiedlichen Bauwerken werden im Zuge unserer Marktforschung abgefragt.

„Eine meiner Lieblingsaufgaben ist der Verkauf von Großtreppen.“
Unternehmer Detlev Saage

Was sind derzeit die besonderen Herausforderungen für die Mitgliedsbetriebe Ihres Verbandes?
Eine wichtige Aufgabe ist, den Krankenstand im Betrieb in den Griff zu bekommen. Dies betrifft nicht so sehr Corona, sondern vor allem die vielen anderen Arten von Erkrankungen, die Arbeitnehmer vom Betrieb fern halten.

Der Berblinger Turm wurde 2020 von der Firma Saage errichtet und ehrt den als Schneider, Erfinder und Flugpionier in die Ulmer Stadtgeschichte eingegangenen Albrecht Ludwig Berblinger. Foto: Saage

Welche technischen Entwicklungen prägen derzeit den Treppenbau?
Treppen werden heutzutage immer luftiger, das heißt, für den Bau einer Treppe soll weniger Material verwendet werden, stattdessen soll mehr Durchsicht möglich sein. Ein anderer Trend sind hoch gezogene Stahlblechwangen, die gleichzeitig das Geländer bilden. 

Treppen bekommen in dieser Form immer häufiger eine besondere Bedeutung innerhalb der Gebäudearchitektur, werden sozusagen skulpturaler. Was bedeutet das für Ihre Arbeit?
Stahlbau ist wieder „in“, das ist doch toll! 

Wo ist Ihr Unternehmen besonders innovativ?
Wir sind im Treppenbau gut im 3D-Biegen und -Formen. Ganz neu im Trend und im Angebot bei uns sind tordierte Stahlelemente, also zum Beispiel ein Blech, das 400 Millimeter breit, 15 Millimeter dick und 3000 Millimeter lang und in der Achse verdreht ist. Dies kann dann zum Beispiel im Sonnenschutz eingesetzt sein. Das gleiche Blech etwas kleiner in 80 x 10 x 1000 Millimeter wird zur Zeit häufig im Geländerbau verarbeitet.

Welche Aufgaben machen Sie in Ihrem Unternehmen besonders gern?
Eigentlich alles, außer mahnen! Eine meiner Lieblingsaufgaben ist der Verkauf von Großtreppen und anschließend die technische Umsetzung.

Sie haben 2014 mit einem außergewöhnlichen Kunstobjekt, der sogenannten „Kugel“, den Deutschen Metallbaupreis gewonnen. Wie wirkt sich diese Auszeichnung auf Ihren Betrieb aus?
Im Metallhandwerk machte uns das noch bekannter für außergewöhnliche Dinge. Das bedeutet, wir bekommen noch mehr Kunstobjekte und Sondertreppen in Anfrage und Auftrag. So auch den Berblinger Turm in Ulm.

Wie haben Sie den Gewinn öffentlich gemacht?
Wir haben die Auszeichnung online gestellt, in unsere E-Mail-Signatur aufgenommen und auf unser Briefpapier gedruckt. Und wir haben unsere Kunden in Email-Aktionen darauf hingewiesen. Außerdem haben wir mit unseren Mitarbeitern im Betrieb gefeiert.

Wie gewinnen Sie Ihre Fachkräfte und machen ihnen den Verbleib in Ihrem Unternehmen schmackhaft?
Wir bilden pro Jahr sieben Auszubildende aus und übernehmen fast immer alle. Unser Betriebsklima ist wirklich gut. Und dies bedeutet dann auch, dass fast keiner gehen will.

Wie nachhaltig ist Ihr Unternehmen?
Alle sieben Jahre wird jede Maschine ersetzt. Alle Laseranlagen haben Faserlaser, alle Absaugungen arbeiten mit neuestem System. Und die Photovoltaikanlage liefert ihren Stromanteil.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft ihres Betriebs?
Wir wollen weiterhin auf dem neuesten Stand der Technik sein. Und ich möchte den Betrieb in gute Hände übergeben. Ich bin nun 36 Jahre hier tätig, habe viel geschafft und bin gespannt zu sehen, wie es weitergeht.

Saage Treppenbau als Sieger des Deutschen Metallbaupreises 2014

Mit einem außergewöhnlichen Kunstobjekt, der sogenannten „Kugel“, hat die Firma Saage 2014 den Deutschen Metallbaupreis gewonnen.