Dr. Hahn hat sich als führender Hersteller für Türbänder etabliert. Etwa die Hälfte des Umsatzes macht das Unternehmen mit Bändern für Metallbauer. Als Gesamtvertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung von Dr. Hahn erläutert Walter Back, wie das Feedback der Kunden die Produktentwicklung und das Design neuer Türband-Modelle beeinflusst.
Dr. Hahn hat sich als führender Hersteller für Türbänder etabliert. Was macht Ihre Produkte besonders und hebt sie von der Konkurrenz ab?
Es gibt mehrere Gründe für den Erfolg unserer Produkte. Schon in der Entwicklungsphase legen wir großen Wert darauf, dass sie sich später einfach verarbeiten lassen – sowohl in der Werkstatt als auch auf der Baustelle und im täglichen Einsatz. Wir setzen bei den Materialien ausschließlich auf Lieferanten aus Deutschland oder in wenigen Fällen aus dem europäischen Ausland. Zudem müssen unsere Türbänder intern strenge Qualitätsprüfungen bestehen, insbesondere was die Oberfläche betrifft.
Wie sieht Ihr Ansatz zur Innovation aus, um sicherzustellen, dass Dr. Hahn auf dem neuesten Stand der Technik bleibt?
Unsere enge Verbindung zum Markt und unsere internationale Ausrichtung helfen uns, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, und haben uns zum Innovationsführer der Branche gemacht. Auf diesen Erkenntnissen beruht beispielsweise das neue Befestigungsmittel „Hahn KT-Fix compact“. Es ist eine Reaktion auf Entwicklungen der modernen PVC-Profilsysteme. Im Metallbau haben wir mit der Anker-Schraube die Befestigung von Aufschraubbändern am Metallprofil revolutioniert. Auch dies war eine Reaktion auf sich verändernde Systemprofile.
Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein in Ihrer Produktion und Unternehmensphilosophie?
Unser Stammwerk liegt in einem als Wasserschutzgebiet projektierten Areal. Von daher ist die Thematik des Umweltschutzes schon seit den 60er-Jahren bei uns ein fester Bestandteil unserer Überlegungen. Wir haben zudem erkannt, dass es auch wirtschaftlich sinnvoll ist, Nachhaltigkeitsaspekte in die Unternehmensstrategie einzubeziehen. Mit dem Umzug der Mechanischen Fertigung nach Erkelenz konnten wir am neuen Standort viele moderne Techniken umsetzen. Im November 2024 haben wir die Zertifizierung von „EcoVadis“ mit Silber bestanden. Damit zählen wir zu den Top-15-Prozent aller bewerteten Unternehmen.
Wo sehen Sie Wachstumspotenzial?
Wachstumspotenziale auf dem deutschen Markt ergeben sich vornehmlich durch Verdrängung. Unsere Produkte müssen überzeugender sein als die anderer Anbieter. Jede Bandserie soll etwas Besonderes haben. Wir streben heute und in der Zukunft die Qualitätsführerschaft an. Deshalb haben unsere Kunden auch hohe Ansprüche an uns, die wir erfüllen wollen. Größere Wachstumspotenziale sehen wir im Export. Da gibt es noch einige Länder, die auf Hahn-Bänder warten. Schon heute machen wir 65 Prozent unseres Umsatzes im Export. Ich erwarte, dass dieser Anteil in den nächsten Jahren noch steigen wird.
„Jede Bandserie soll etwas Besonderes haben.“
Walter Back, Geschäftsführer Dr. Hahn

Was sind die größten Herausforderungen für Sie als CEO in der Baubeschlagsbranche?
Wo soll ich da nur anfangen? Volatile Preise für Rohstoffe, schwache Genehmigungszahlen im Hochbau, Fachkräftemangel, Nachhaltigkeitsberichte, SAP Hana, Digitalisierung und vieles mehr. Jedes Thema für sich ist so bedeutend, dass es in der Lage ist, ein Unternehmen ins Straucheln zu bringen. Glücklicherweise haben die geschäftsführenden Gesellschafter Walter und Michael Hahn das Haus in den letzten Jahren so aufgestellt, dass wir sehr belastbar sind. Wir verfügen über ausreichend Willen und Ressourcen, um alle Anforderungen zu bewältigen. Deshalb werden wir als solventes und verlässliches Unternehmen geschätzt.
Wie beeinflusst das Feedback Ihrer Kunden die Produktentwicklung und das Design neuer Türband-Modelle?
Als Spezialist im Bandbereich werden wir häufig von den Systemgebern einbezogen, wenn diese mit neuen Profilserien noch in der Entwicklungsphase sind. Wir können dann mit diesen Kenntnissen Türbänder so gestalten, dass sie perfekt zu den neuen Profilen passen. Ich denke, dass der Spielraum für neue Optiken im Bandbereich nahezu ausgereizt ist. Da gibt es gut sichtbare Aufschraubbänder, dezente Rollenbänder und unsichtbare verdeckt liegende Bänder. Allen ist gemein, dass sie in den letzten Jahren immer kleiner geworden sind, ohne an Leistungsfähigkeit zu verlieren. Am deutlichsten ist das bei unseren KT-Rollenbändern zu sehen, die kleiner als ein Kugelschreiber sind. Unsere verschiedenen Kundengruppen versuchen sich über Oberflächen und Farbgestaltung voneinander abzugrenzen. Das ist auch für uns als Hersteller eine Herausforderung. Wir haben aber Prozesse installiert, mit denen wir Kundenfarben zur Gänze realisieren können.
Wie sehen Sie die Zukunft des Unternehmens? Gibt es neue Märkte, Produktlinien oder Technologien, die Dr. Hahn in den kommenden Jahren erkunden möchte?
Wenn es darum geht, Dinge erkunden zu wollen, ist die Liste unendlich. Wir haben unsere Unternehmensstrategie aber darauf ausgerichtet, dass wir Bänder für Türen entwickeln, produzieren und vertreiben. Unsere Kernkompetenz haben wir bei Türen aus Aluminium-, Stahl- und Kunststoffprofilen. Wir konnten in den letzten Jahren zweistellige Millionenbeträge in unseren Maschinenpark investieren, um viele individuelle Bandserien möglichst rationell fertigen zu können. Wir haben unseren Vertrieb umstrukturiert, um unseren Bestandskunden noch näher sein zu können. Wir wollen zudem neue Märkte erschließen und unsere Kundschaft weiterhin hochwertig betreuen.
Als Partner des Deutschen Metallbaupreises fördern Sie das Image des Metallhandwerks. Welche Bedeutung hat der Metallbau unter Ihren Zielgruppen?
Etwa die Hälfte unseres Umsatzes machen wir mit Bändern für Metallbauer. Der Deutsche Metallbaupreis ist eine Herzensangelegenheit. Wir wollen Unternehmen die Möglichkeit geben, sich und ihre Werke positiv zu präsentieren. Besonders schaue ich dabei auf Gewerke wie Fassaden oder Treppen und Geländer. Ich würde mir wünschen, dass noch viel mehr Türenbauer Zutrauen in die optische und technische Qualität ihrer Lösungen haben und sich am Wettbewerb beteiligen. Ich bin sicher, dass in den Werkstätten noch viel mehr schlummert, als im Moment eingereicht wird.
Was ist Ihr Lieblingsprodukt aus Ihrem Haus? Und warum?
Als Vertriebler liebe ich jedes Produkt, das aus unserer Konstruktion kommt. Besonders interessant finde ich unser Rollenband AT, weil es mit wenig Aufwand für die meisten gängigen Profile weltweit verwendet werden kann. Das technisch anspruchsvollste Band ist unser „VL-Band 180°“, welches sich durch eine ausgeklügelte Kinematik auszeichnet. Der kleine Bruder dazu ist unser VL-Band AT, das sich sehr einfach verarbeiten lässt und zudem in sechs Richtungen verstellt werden kann. Es ist im Übrigen das einzige VL-Band, das vom SKG-Institut ein Zertifikat erhalten hat. Mit seinen drei Sternen ist das VL-Band AT für RC 3-Türen zugelassen.
Vita
Walter Back
ist Mitglied der Geschäftsleitung und Gesamtvertriebsleiter bei Dr. Hahn GmbH & Co. KG. Er zeichnet des Weiteren verantwortlich für die Fachbereiche Marketing, Produktmanagement und Anwendungstechnik. Die Position ist mit Einzelprokura ausgestattet.
Er ist seit September 2021 bei Dr. Hahn aktiv. Zuvor war er sieben Jahre in einem führenden Unternehmen der Beschlagindustrie im Produktmanagement beschäftigt.
Innovationen, hochwertige Qualitätsprodukte rund um das Bauteil Tür und ein hoher Anspruch an die eigenen Serviceleistungen kennzeichnen die Entwicklung des Baubeschlag-Herstellers Dr. Hahn. Das mittelständische Unternehmen hat sich mit einer hochwertigen Produktpalette rund um die Metalltür unter der Marke Dr. Hahn international einen Namen gemacht. Neben ganz Europa zählen heute auch Asien und Amerika zu den Absatzmärkten des Unternehmens.