Anhand von konkreten Fällen zeigte Rechtsanwältin Christina Weiss den Teilnehmern, wie sie mit dem Thema Planung in ihren Betrieben umgehen sollten, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. (Quelle: M&T/Yvonne Schneider)

Branchen-News 2024-03-09T10:29:50.068Z Vorsprung durch Techniktage

UVM Baden-Württemberg: Highlight der fachlichen Beratung für Metallbauer sind im Südwesten die jährlichen Techniktage. Die Themen in diesem Jahr reichten von Normen über KI bis zum Baurecht und wurden den Teilnehmenden mit hohem Nutzwert dargeboten.

Am Vormittag eröffnete Landesfachgruppenleiter Thomas Hammer Anfang März die Technikertage des Landesverbands Baden-Württemberg in Schluchsee im Schwarzwald. Als Starter des Informationsprogramms erläuterte Dipl.-Ing. Frank Kania vom Bundesverband Metall das Informationsprogramm für die hundert Teilnehmer der Tagung. Kania erläuterte das Thema Toleranzen im Metallbau anhand der entsprechenden Passagen in den gültigen Normen, unterteilt in Ausführungs-, Montage- und Produktnormen. Seine Empfehlung: Nach Möglichkeit immer die DIN EN ISO 13920 vereinbaren, da diese Norm dem Metallbauer die besten Spielräume bietet.

Als Praxisbeispiel für eine gelungene Metallbauarbeit stellte der Mannheimer Metallbauer Sebastian Busch eine verglaste Eckstulpanlage vor, die in die aufgestockte Etage eines Einfamilienhauses eingebaut wurde. Mit diesem Projekt hat er 2023 den Deutschen Metallbaupreis nach Baden-Württemberg geholt. Anhand von aussagekräftigen Bildern und Videos aus der Fertigung und von der Montage brachte er den Teilnehmern die technischen Details dieses Auftrags eindrucksvoll nahe.

Mit einer von Chat-GPT vorgetragenen Anmoderation brachte der Landesfachgruppenleiter den nächsten Referenten auf die Bühne: Der KI-Experte Robert Szilinski zeigte, wie künstliche Intelligenz die Welt in nicht ferner Zukunft prägen wird. Seine Empfehlung: Unternehmer sollten sich möglichst zeitnah intensiv mit dem Thema und den Chancen für praktische Anwendungen im betrieblichen Umfeld beschäftigen: Kundenkorrespondenz, Ausschreibungen, Beschwerden oder Mitarbeitergewinnung sind hierfür geeignete Themen.

Stefan Veser vom Salzgitter-Konzern berichtete als Experte aus der sich derzeit stark transformierenden Stahlindustrie über die positiven Nachhaltigkeitsaspekte von sogenanntem „grünem Stahl“. „Stahl ist ein guter Botschafter für Zirkularität“, erläuterte Veser in seinem Vortrag die Vorteile der modernen Herstellung des Werkstoffs Stahl unter Gesichtspunkten der Kreislaufwirtschaft.

Walter Lonsinger, Vorstandsmitglied im AUF, referierte mit beeindruckenden Zahlen von der extrem großen Wiederverwertbarkeit des Wertstoffs Aluminium. Die Teilnehmer nahmen daher die Gewissheit mit, dass metallische Wertstoffe in Sachen Nachhaltigkeit anderen Wertstoffen wie Holz in keiner Weise nachstehen. Dieses Wissen kann bei der Beratung von Kunden von Bedeutung sein, da die Qualitäten von Stahl und Aluminium in der Öffentlichkeit mitunter noch nicht ausreichend bekannt sind. Auch forderte er die Teilnehmer auf, mit dem Beitritt in den AUF das Aluminiumrecycling in Deutschland noch weiter zu stärken.

„Nachhaltigkeit – Mehr als ein Trend“ lautete der Vortrag von Franziska Lamprecht von Handwerk BW. Als Koordinatorin der Initiative „Horizont Handwerk“ lag ihr Themenschwerpunkt auf der Darstellung von Förder- und Beratungsleistungen für Handwerksbetriebe in Sachen Recycling. Nachhaltige Betriebe profitieren von ihrem positiven Image. Und senken die Kosten durch ressourcenschonende Fertigung.

M&T durfte die Gelegenheit nutzen und die Betriebe dazu auffordern, sich für den Deutschen Metallbaupreis zu bewerben. Und jetzt freuen wir uns schon auf Einreichungen aus dem Ländle, aus dem in der Vergangenheit schon viele Gewinner kamen. (Quelle: M&T/Yvonne Schneider)

Den zweiten Tag der Veranstaltung eröffnete die Rechtsanwältin Christina Weiss. Sie widmete sich dem Thema Planung. Dieser Teil des Bauvorhabens ist komplex und findet in ständiger Abhängigkeit vom Kunden statt. Anhand von konkreten Fällen zeigte sie den Teilnehmern, wie sie mit dem Thema Planung in ihren Betrieben umgehen sollten, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

Den Abschluss des Programms lieferte Prof. Dr. Jutta Rump von der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in Ludwigshafen. Ihr Thema lautete „Besserer Umgang mit Mitarbeitern“. Insbesondere die Aspekte Fachkräftemangel, Generationswechsel und Motivation lieferten wertvolle Informationen dazu, wie Betriebe eine gute Verbindung zu den Menschen aufbauen und erhalten können – zum beiderseitigen Nutzen von Betrieb und Mitarbeitern.

Rund um das Fachprogramm nutzten die Teilnehmer die ausgezeichnete Gelegenheit zum Netzwerken. Kombiniert mit guter Küche und der musikalischen Untermalung des Abendessens durch eine Rockband aus Metall-Berufsschullehrern aus Sinsheim gerieten die Technikertage zu einer sehr runden Sache.

zuletzt editiert am 20. März 2024
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