Ein Balkendiagramm zeigt den Gesamtumsatz der Robotik und Automation in Deutschland von 2016 bis 2026.
Der Fachverband betont, dass die aktuelle Schwäche struktureller Natur ist und über zyklische Effekte hinausgeht. Die internationale Konkurrenz – insbesondere aus Asien – baut ihre Position weiter aus und gewinnt Marktanteile. (Quelle: VDMA)

VDMA 2026-02-24T13:36:17.885Z Robotik und Automation weiter unter Druck

Die Robotik- und Automationsbranche in Deutschland befindet sich weiterhin in schwierigem Fahrwasser. Für das Jahr 2026 erwartet der Fachverband VDMA Robotik + Automation einen Umsatzrückgang von 5 Prozent auf 14,1 Mrd. Euro. Hauptursachen sind die schwache Nachfrage aus zentralen Kundenbranchen, geopolitische Verwerfungen und weiterhin ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Das Jahr 2025 war bereits von deutlichen Belastungen geprägt: Der Branchenumsatz sank um 7 Prozent.  Mit dem neuerlichen Rückgang setzt sich nun ein Trend fort, der strukturelle Schwächen zunehmend sichtbar macht und den Handlungsdruck auf Unternehmen und Politik weiter erhöht.

„Die Lage bleibt anspruchsvoll. Unsere Branche kämpft gleichzeitig mit schwacher Nachfrage, geopolitischer Unsicherheit und herausfordernden Standortbedingungen“, sagt Dr. Olaf Munkelt, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation. „Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit entschieden stärken – unsere Hebel sind dabei Kundenzentrierung, Innovation und Mut. Gleichzeitig müssen wir mehr Fahrt aufnehmen und in der Umsetzung schneller werden. Die Aufgabe der Politik ist, die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln jetzt deutlich zu verbessern.“ 

Ein Mann mittleren Alters in einem Anzug vor einem neutralen Hintergrund.
"Unsere Branche kämpft gleichzeitig mit schwacher Nachfrage, geopolitischer Unsicherheit und herausfordernden Standortbedingungen“, sagt Dr. Olaf Munkelt, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation. (Quelle: VDMA)

Wettbewerbsfähigkeit als strategischer Schwerpunkt

Der Fachverband betont, dass die aktuelle Schwäche struktureller Natur ist und über zyklische Effekte hinausgeht. Die internationale Konkurrenz – insbesondere aus Asien – baut ihre Position weiter aus und gewinnt Marktanteile.

„Die langfristigen Wachstumstreiber – Digitalisierung, KI, smarte Produktion und Automatisierung – bleiben intakt“, betont Munkelt. „Wir müssen jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit deutsche und europäische Robotik und Automation wieder klar in Führung geht. Wir brauchen schnellen Bürokratieabbau und wettbewerbsfähige Kostenstrukturen, um auf einen Wachstumskurs zurückzukehren.“

Der VDMA vertritt 3500 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie steht für Innovation, Exportorientierung und Mittelstand. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 3 Millionen Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Millionen allein in Deutschland. Damit ist der Maschinen- und Anlagenbau unter den Investitionsgüterindustrien der größte Arbeitgeber, sowohl in der EU-27 als auch in Deutschland. Er steht in der Europäischen Union für ein Umsatzvolumen von geschätzt rund 870 Milliarden Euro. Rund 80 Prozent der in der EU verkauften Maschinen stammen aus einer Fertigungsstätte im Binnenmarkt.

VDMA Robotik + Automation bildet einen eigenen Fachverband mit mehr als 400 Mitgliedsunternehmen: Anbieter von Komponenten und Systemen aus den Bereichen Robotik, Automated Solutions sowie Machine Vision (Industrielle Bildverarbeitung). Ziel dieser industriegetriebenen Plattform ist es, die Robotik und Automation durch ein breites Spektrum von Aktivitäten und Dienstleistungen zu unterstützen. Arbeitsschwerpunkte sind statistische Analysen und Marktbefragungen, Marketingaktivitäten, Normung, Öffentlichkeitsarbeit, Forschung, Zukunftsstudien, Messepolitik sowie Networking-Veranstaltungen und Konferenzen.

zuletzt editiert am 24. Februar 2026