Verbundbrücke 1
Die feuerverzinkte Stahl-Verbundbrücke in Albstadt-Pfeffingen ist neun Meter lang und kann von Fahrzeugen bis vierzig Tonnen befahren werden. Fotos: Institut Feuerverzinken

Oberflächentechnik 2018-08-01T00:00:00Z Verbundbauwerk: Brücken in Schnellbauweise

Innovationen im Brückenbau sind momentan nicht selten mit dem Korrosionsschutz durch Feuerverzinken verbunden. Umfassende wissenschaftliche Untersuchungen haben den Einsatz der Feuerverzinkung an dynamisch belasteten Stahlbauteilen möglich gemacht.

Aktuelle Stahl-Verbundbrücken-Projekte in klassischer und in Verbunddübel-Bauweise sowie Fahrbahnübergänge, bei denen die Feuerverzinkung eingesetzt wurde, zeigen das hohe Praxisinteresse von Behörden und Brückenbauingenieuren an dauerhafteren Korrosionsschutzlösungen. Ein Beispiel hierfür sind zwei Stahl-Verbundbrücken im baden-württembergischen Albstadt, die feuerverzinkten Stahl mit Carbonbeton kombinieren. Sie dienen als Ersatz für zwei marode Stahlbetonbrücken und konnten mit extrem kurzen Vor-Ort-Bauzeiten montiert werden.

Kombinierte Bauweise bewährt

Verbundbrücke 2
Die Brücke in Albstadt-Margrethausen ist für Fahrzeuge bis 24 Tonnen zugelassen.

Die Brücken mit unterschiedlichen Geometrien und Abmessungen zeichnen sich durch eine ähnliche Bauweise aus. In Längsrichtung erfolgt der Lastabtrag über die feuerverzinkten Stahlträger, in Querrichtung durch Carbonbetonplatten. Die Ende 2016 erbaute Brücke in Albstadt-Margrethausen ist etwa 6,5 Meter lang und 5,7 Meter breit und für Fahrzeuge bis 24 Tonnen zugelassen. Die 2017 fertiggestellte Schwesterbrücke im Ortsteil Pfeffingen ist neun Meter lang und etwa vier Meter breit und kann von Fahrzeugen bis zu vierzig Tonnen befahren werden. Beide Brücken bestehen aus jeweils sechs Stahlträgern und zwei Carbonbetonplatten. Für die Carbonbetonplatten wurde epoxidharzgetränktes Carbontextil mit einem Beton der Festigkeitsklasse C 70/85 verwendet. Bei der Entwicklung der Betonrezeptur wurden Anforderungen an die Verschleißeigenschaften berücksichtigt, so dass auf eine Asphaltschutzschicht verzichtet werden konnte.

Ausreichende Schichtdicke

Verbundbrücke 3
Für die „Zwei-Werkstoff-Brücken“ kamen jeweils sechs feuerverzinkte Stahlträger und Carbonbeton zum Einsatz.

Schichtdickenmessungen an den feuerverzinkten Stahlträgern der Brücken ergaben Zinkschichtdicken, die allesamt weit über 200 Mikrometern lagen. Dies entspricht den Vorgaben der vom Institut Feuerverzinken herausgegebenen Planungshilfe für feuerverzinkte Stahl-Verbundbrücken um eine Korrosionsschutzdauer von hundert Jahren zu erreichen. Die Vor-Ort-Montage der beiden Brücken fand in kürzest möglicher Zeit statt, so dass Verkehrsbehinderungen kaum auftraten. Die vormontierten Brücken wurden jeweils in zwei Teilen zur Baustelle geliefert und konnten dort auf den vorhandenen Widerlagern platziert werden.

zuletzt editiert am 26. April 2021
Newsletter