Die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg, Frau Karen Pein, hielt einen Impulsvortrag. Sie wurde von Verbandspräsident Helmut Meeth und Verbandsgeschäftsführer Frank Lange begrüßt. (Quelle: VFF)

VFF-Jahreskongress 2024-06-13T10:13:33.907Z Inside 2024

Das jährliche Branchentreffen der Fenster- und Fassadenindustrie fand Anfang Juni in Hamburg statt. Der Jahreskongress „Inside 2024“ des VFF Verband Fenster + Fassade hatte die Losung „Gestärkt aus der Krise – Klimaschutz und Digitalisierung stehen im Fokus“. Die Veranstaltung war mit rund 350 Teilnehmern nicht nur ausgebucht, sondern auch der bestbesuchte Jahreskongress des VFF überhaupt. Neben dem Fachprogramm wurde den Teilnehmern eine begleitende Fachausstellung der Sponsoren und Partner des Jahreskongresses geboten. Premiumsponsoren waren wie schon im Vorjahr die Gealan-Fenster-Systeme GmbH und die DuoTherm Rolladen GmbH. Beste Einblicke in die Veranstaltung haben Sie unter www.jk.window.de und der dort auffindbaren digitalen Kongressmappe.

Nach der Eröffnung des VFF-Jahreskongress 2024 durch Verbandspräsident Helmut Meeth konnte das von VFF-Geschäftsführer Frank Lange moderierte Vortragsprogramm bereits mit einem ersten Highlight aufwarten: Die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg, Frau Karen Pein, hielt einen kurzen Impulsvortrag. Die Senatorin stellt auf die große Verantwortung, aber auch Chance der Baubranche als Ganzes hinsichtlich der Erreichung der Klimaziele ab. Für Hamburg strebt sie nicht zuletzt deswegen eine deutlich höhere Sanierungsrate an und betont die Wichtigkeit energetischer Ertüchtigungen von Gebäudebeständen.

Das Thema war gesetzt und es passte dramaturgisch überaus gut, dass der nächste Vortrag von dem renommierten Meteorologen und Klimaforscher Prof. Mojib Latif gehalten wurde. Prof. Latif stellt in seinem Vortrag „Herausforderung Klimawandel – was wir der Klimakrise entgegensetzen können“ zunächst fest, dass das weltweit angestrebte 1,5 Grad-Ziel als Obergrenze für die globale Erwärmung aufgrund des immensen weltweiten Eine Information des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) CO2-Ausstosses nicht mehr zu schaffen sein wird: „Mit Physik kann man nicht verhandeln und auch keine Kompromisse schließen!“ Prof. Latif verdeutlicht aber auch, dass Erfolgserlebnisse möglich sind. So konnte in Deutschland der CO2-Austoß zwischen 1990 und 2023 um 46% gesenkt werden. Dennoch, global gesehen ist die Lage prekär, und die Menschheit hat nicht mehr viel Zeit, stellt Prof. Latif abschließend klar.

Dass es insbesondere bauliche und planungstechnische Lösungsansätze gibt, mit denen den Herausforderungen des Klimawandels entgegengetreten werden kann, wurde in der anschließenden lebhaften Diskussionsrunde klargestellt. Es diskutierten, moderiert von Frank Lange, mit Thomas Drinkuth (Repräsentanz Transparente Gebäudehülle RTG), Peter-M. Friemert (ZEBAU – Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt), Carolin Friedemann (Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND)) und Helmut Hilzinger (Hilzinger GmbH) ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Umweltorganisationen und Verbänden.

Künstliche Intelligenz ist ein Phänomen, das keineswegs nur zukunftsbezogen, sondern von hoher Aktualität ist. Das bestätigt auch Dr. Léa Steinacker in ihrem Vortrag „Wie künstliche Intelligenz die Baubranche verändert und was wir dabei gewinnen können!“. Die bekannte KI-Expertin und preisgekrönte Unternehmerin nimmt die Zuschauer und Zuhörerinnen in ihrem tollen Vortrag auf eine faszinierende Reise in die Welt der generativen künstlichen Intelligenzen. Auch die Baubranche muss sich mit KI-Anwendungen auseinandersetzen und sie zu ihrem Vorteil nutzen. Dr. Léa Steinacker beschreibt in ihrem Vortrag beispielsweise, wie durch KI-gesteuerte Systeme der Energieverbrauch von Gebäuden durch Echtzeitanalysen und automatisierten Anpassungen optimiert werden kann. Frau Dr. Steinacker schließt ihren Vortrag und den ersten Vortragstag mit einem Zitat des Computerwissenschaftlers Roy Amara: „Wir überschätzen die Auswirkungen von Technologie auf kurze Sicht und unterschätzen sie auf lange Sicht". Es wird spannend zu sehen, wie die Unternehmen der Fenster- und Fassadenbranche mit den Chancen und Risiken aktueller und kommender KI-Anwendungen umgehen werden.

Abgerundet wurde der erste Tag des VFF-Jahreskongresses durch zwei Highlights. Zum einen wurden nach längerer Zeit wieder VFF Marketing Awards verliehen. Das zweite Highlight des Tages war das Dinner im Altonaer Kaispeicher und Pier 279, inklusive Schifffahrt über die Elbe.

Der zweite Tag des Jahreskongresses wurde mit einem Gespräch zwischen VFF-Geschäftsführer Frank Lange und Thomas Drinkuth von der RTG eröffnet. Schwerpunkt des interessanten Austauschs waren aktuelle politische Themen und Entwicklungen mit Fokus Bau- und Klimapolitik. Eine Information des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) Thomas Drinkuth monierte insbesondere, dass das Thema „Sanierungen alter Gebäudebestände“ im politischen Berlin viel zu wenig Beachtung findet.

Mit Oliver Rilling von der Somfy GmbH ging es dann mitten rein in die Digitalisierung. In seinem Vortrag „Visionen für die Digitalisierung in Gebäude und Fassade“ ging er insbesondere auf die Smart-HomeEntwicklungen ein: „KI wird auch den Smart-Home-Markt revolutionieren und zu einem noch komfortableren und effizienteren Wohnen beitragen“. SmartHome-Anwendungen können helfen, den direkten Auswirkungen der durch den Klimawandel hervorgerufenen Zunahme von heißen Tagen zu begegnen und die Gebäude wesentlich energieeffizienter zu machen, betont Oliver Rilling. Essenziell sei es, gemeinsam ins Tun zu kommen, weil nur dann alle an den betriebswirtschaftlichen und technischen Prozessen beteiligten Hersteller, Handwerker und Servicetechniker Erfolg haben werden.

Das anschließende Impulsreferat von Prof. Christian Niemöller ging ebenfalls auf das weite Feld der Digitalisierung ein, jedoch mit einem deutlichen Fokus auf haftungsrechtliche Fragen. In einer Diskussionsrunde sprachen dann Prof. Niemöller, Oliver Rilling, Christian Anders vom ift Rosenheim sowie Frank Lange über die Chancen und Risiken, die Digitalisierungsvorhaben und KI-Anwendungen für Endkunden, aber auch Hersteller und Handwerksbetriebe haben. Fazit: insbesondere das Thema Haftungsverantwortlichkeit wird immer wichtiger, jedoch auch diffiziler.

Die letzte Key Note des Jahreskongresses 2024 ging dann statt auf Klimaschutz und Digitalisierung auf eine ganz andere Thematik ein: auf Souveränität und Selbstführung. Karin Kuschik, jahrelang Business Coach für Top-Manager und Celebrities, hat mit ihrem Bestseller „50 Sätze, die das Leben leichter machen“, einen Nerv getroffen. Für die 350 Teilnehmer des VFF-Jahreskongresses hat sich Karin Kuschik fünf Sätze aus ihrem Buch herausgesucht, anhand derer sie eloquent und charmant aufzeigt, wie einfach es für jeden ist, Gelassenheit und Souveränität zu lernen und im beruflichen wie privaten Alltag anzuwenden. Ein gelungener Abschluss und eine thematische Abrundung, die sicherlich jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer guten Input auf persönlicher Ebene mitgegeben hat.

zuletzt editiert am 04. Juli 2024
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