Die Olgastraße in Ulm galt ursprünglich als vornehmer Boulevard. Sie führt heute als Hauptverkehrsachse quer durch die Donaustadt und ist von repräsentativen Gründerzeitbauten gesäumt. An der Ecke zur Karl-Schefold-Straße ist ein Sporthallenneubau entstanden, der hier zukünftig zusammen mit einem neuen Gebäude für die Staatsanwaltschaft die städtebauliche Situation aufwerten soll. Der Entwurf für die Sporthalle stammt von h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten BDA aus Stuttgart.
Die alte Sporthalle des Kepler- und Humboldt-Gymnasiums wurde durch ein Gebäude ersetzt, das nicht nur Auftakt und Endpunkt des Schulareals ist, sondern gleichzeitig anderen Schulen, Vereinen und außerschulischen Betreuungsangeboten offen steht. Seine klare kubische Form und die ungewöhnlich gestaltete Fassade fallen sofort ins Auge.
Der etwa 18 Meter hohe, sechsgeschossige Bau hat Kantenlängen von annähernd 34 mal 23 Metern und beherbergt drei Sportflächen. Über den ebenerdigen Haupteingang auf der dem Gymnasium zugewandten Nordseite gelangt man ins Gebäude. Hier öffnet sich das skulptural wirkende Treppenhaus über alle Stockwerke. Es beansprucht fast die gesamte Breite des Baus.
Spannungsreiches Zusammenspiel
Auf der Ostseite des Gebäudes befinden sich die über zwei Ebenen angelegten Sportflächen, die jeweils 15 mal 27 Meter messen. Im Souterrain gelangt man auf die erste Sportfläche. Darüber stapeln sich zwei weitere, durchgängige Hallenebenen. Funktionsbereiche wie Umkleiden, Toiletten, Räume für Sportgeräte oder Haustechnikanlagen sind in sechs Ebenen entlang der Westseite situiert. Galerien geben vor den Funktionsbereichen aus dem Luftraum über den Sportflächen den Blick auf das Geschehen in den Hallen frei. Sie dienen gleichzeitig als Flure. An den Außenseiten des Baus definieren verschiedene Elemente den Blick in das Gebäude oder aus der Sporthalle: Geschlossene Flächen im Wechsel mit bandförmigen Glasfassadenelementen oder Fenstern ergeben ein spannungsreiches Zusammenspiel mit einer vorgehängten, durchlässigen Schicht aus Aluminiumlamellen.
Glänzende, brillant weiße Oberfläche
Diese Schicht besteht aus insgesamt 232 senkrecht angeordneten gedrehten Bändern, die teilweise auch als Sonnenschutz dienen. Darüber hinaus leiten die Aluminiumlamellen durch ihre gewundene Form Tageslicht in den Innenraum. Möglich wird dies nicht zuletzt durch die eingesetzte Oberfläche: In einem dafür bestens geeigneten Nasslackierverfahren hat der Spezialist für die Beschichtung von Aluminiumbauteilen, HD Wahl aus Jettingen-Scheppach, die Lamellen im Farbton RAL 9016 beschichtet. Die glänzende, brillant weiße Oberfläche lässt die Struktur zart und filigran erscheinen und ermöglicht die starke Lichtabstrahlung.
Homogene Lamellenstruktur
„Je nach Nutzung der Räumlichkeiten ist die Fassade von massiv und geschlossen bis leicht und offen ausgeführt. Die Lamellenstruktur ergibt ein homogenes Bild. Je näher der Besucher dem Gebäude kommt, desto mehr öffnet sich in Teilen die Fassade und lässt das Geschehen im Inneren erkennen.“ beschreiben die Architekten. Dieser Effekt verstärkt sich bei Nacht zusätzlich. Dann strahlt der Baukörper mit seinen lichtdurchfluteten Räumen von innen heraus und setzt ein frisches, leuchtendes Zeichen auf dem neu gestalteten Platz.
