An dieser Stelle informieren wir Sie über Neuigkeiten aus dem Bereich der Feinwerkmechanik im Bundesverband Metall und stellen interessante Betriebe in loser Folge vor. Hier die Firma Midena Formenbau aus Schmölln.
Weitere Infos finden Sie unter
www.midena-formenbau.de
beziehungsweise
www.metallhandwerk.de/bundesfachgruppe-feinwerkmechanik
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„Wir sind zwar nur ein kleiner Handwerksbetrieb, aber ohne Werkzeug- und Prototypenbau geht in der Industrie nichts”, erzählt Midena-Geschäftsführer Willi Schäfer. Die Tochter der Firma Mennekes Elektrotechnik ist darüber hinaus ganz nah an wichtigen Zukunftsmärkten.
Das vor achtzig Jahren von einem Elektromeister gegründete Mutterunternehmen Mennekres, das sich noch immer in Familienbesitz befindet, beschäftigt heute weltweit 1.000 Mitarbeiter. Es hat sich auf die Herstellung von Ladekabeln und Steckdosen spezialisiert. Mennekes und Midena gehören damit nicht nur zu den in Imagekampagnen des deutschen Handwerks angesprochenen „offiziellen Ausrüstern der Energiewende”, sie sind auch ein gutes Beispiel dafür, dass im Handwerk nicht nur Digitalisierung „drauf steht” sondern auch „drin ist”.
Spritzgusswerkzeugbau auf technologisch neuestem Stand

In den nach höchsten Sicherheitsstandards brandgeschützten Räumen der Midena lagern über 1.200 Spritzgusswerkzeuge, die bis zu 250.000 Euro kosten können. Mit solchen Werkzeugen stellt Mennekes täglich bis zu 200.000 Spritzgussartikel her: Gehäuse, Kontaktträger, Dichtungen, Kontaktstifte oder Hülsen. Um jederzeit alles liefern zu können, hat Mennekes einen sehr hohen Lagerbestand. Zwölf Millionen neue Produkte kommen auf diese Weise jährlich zum Einsatz. Dabei kommt es vor allem auf Robustheit und Zuverlässigkeit an. Das Unternehmen wirbt mit „Verbindungen, die ein Leben lang halten”. Die Elektrozubehörteile werden überall auf der Welt benötigt und unter oft unter Extrembedingungen eingesetzt: im Bergbau in Peru, in Sibirien und Südafrika. Sie müssen auch bei extremer Hitze und Kälte, bei Kontakt mit Staub, Feuchtigkeit und Schmutz zuverlässig funktionieren; immer öfter auch in öffentlichen und privaten Ladestationen.
Der Spritzgusswerkzeugbau bei Midena ist technologisch auf dem neuesten Stand. Musterteile und Protopyen werden mit 3D-Druckern hergestellt. Das PPMS-System unterstützt eine kundenorientierte Auftragsabwicklung und Terminsteuerung. Midena produziert nicht nur für die Muttergesellschaft sondern auch für externe Auftraggeber und bietet einen full Service in den Bereichen Änderung und Instandhaltung.
Intelligente Ladelösung für die Elektromobilität
Midena Geschäftsführer Schäfer ist davon überzeugt, dass man schon sehr bald alle Materialien, mit denen das Unternehmen arbeitet, auch drucken kann und dass additive Verfahren für die Herstellung kleiner Serien immer interessanter werden. Dass es den Spritzguss überflüssig machen könnte, hält er aber für ausgeschlossen. Der bleibt seiner Meinung nach eine Kernkompetenz industrieller Technologieführerschaft. Auf der Hannover Messe hat Mennekes sein neues Vermarktungskonzept „Charge up your day!” angeboten, eine intelligente Ladelösung für die Elektromobilität. Es wird unterschiedlichsten Zielgruppen gerecht: Privatpersonen in unterschiedlichen Wohnsituationen, Unternehmen, Vermietern, Shop- und Restaurantbetreibern, Parkraumbewirtschaftern, Flottenbetreibern, Hoteliers und Verantwortlichen in Kommunen. Es ist für alle Arten von Ladevorgängen geeignet: vom Dienstwagen zu Hause und an Unternehmensstandorten, über Ladungen mit selbst erzeugtem Solarstrom bis zum Lastmanagement ganzer Flotten. Geschäftsführer Willi Schäfer sieht der Zukunft des Werkzeugbaus bei Midena sehr zuversichtlich entgegen. Und auch das Stichwort Industrie 4.0 macht ihn nicht nervös. Erstens ist in Teilbereichen seines Unternehmens die Fertigung bereits voll automatisiert, und außerdem glaubt er nicht daran, dass Menschen überflüssig werden: „Die Maschine kann nicht mehr als der Mensch davor, der sie programmiert.”