Konjunktur Werkzeugmaschinen
Der Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie zeigt eine positive Tendenz. Das Inland zieht stark an. Grafik und Foto: VDW

Feinwerktechnik 2017-11-24T00:00:00Z Werkzeugmaschinen: Bestellungen vollziehen Trendwende

Der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie konnte im dritten Quartal eine ausgesprochen positive Entwicklung verzeichnen. Für das Gesamtjahr 2017 wird laut VDW ein Produktionsplus von drei Prozent erwartet.

Im dritten Quartal 2017 stieg der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent. Dabei zogen die Inlandsbestellungen um 31 Prozent an, die Auslandsorders wuchsen um fünf Prozent. In den ersten drei Quartalen 2017 stieg der Auftragseingang insgesamt um drei Prozent. Die Inlandsaufträge verloren zwei Prozent. Der Auslandsauftragseingang stieg um fünf Prozent. Dabei laufen Zerspanung und Umformtechnik gleichermaßen gut.

Jahresverlust mehr als wettgemacht

Wilfired Schaefer
„Die Branche blickt optimistisch nach vorn“, VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer.

„Die gute Entwicklung unserer Bestellungen zeigt sich noch ausgeprägter am aktuellen Rand“, kommentiert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Branchenverbands VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in Frankfurt am Main, das Ergebnis. Im September waren die Bestellungen in allen drei Aggregaten zweistellig gestiegen und verzeichneten damit den stärksten Zuwachs im laufenden Jahr. Insbesondere die Inlandsbestellungen schossen um 46 Prozent nach oben und machten damit die bisherigen Jahresverluste 2017 in nur einem Monat fast wett. „Damit ist der Turnaround, den wir für das zweite Halbjahr erwartet haben, eingeläutet“, sagt Schäfer. „Nicht zuletzt sehen wir den Effekt einer sehr erfolgreichen EMO Hannover, die Aufträge mit einem erheblichen Volumen angestoßen hat“, so Schäfer weiter.

Kapazitäten sehr gut ausgelastet

Bei den ausländischen Bestellungen haben Euro- und Nicht-Euro-Länder im dritten Quartal gleichermaßen fünf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2016 geordert. Der Euroraum setzt seine schon länger anhaltende Aufschwungphase fort. Treiber sind südeuropäische Märkte wie Spanien, Frankreich und Italien. Auch die großen Leitmärkte China und USA laufen sehr gut. Im Geleitzug Chinas ziehen auch die anderen asiatischen Märkte wieder an.
Im Oktober waren knapp 92 Prozent der Branchenkapazitäten ausgelastet. Die Beschäftigung lag zuletzt bei rund 70.360 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und damit drei Prozent über Vorjahr.

Optimistischer Blick nach vorn

„Die Branche blickt optimistisch nach vorn. Wir erwarten für das Gesamtjahr ein Produktionsplus von drei Prozent“, bekräftigt VDW-Geschäftsführer Schäfer. „Automatisierung, Digitalisierung oder die Verschiebung der Wertschöpfungsketten in der Automobilindustrie von den Herstellern zu den Zulieferern bieten große Chancen, benötigen jedoch auch große Anstrengungen seitens der Unternehmen, um sie erfolgreich zu bewältigen“, sagt er abschließend.

zuletzt editiert am 26. April 2021
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