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Auftragseingang und Umsatz in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie. Grafik: VDW

Betriebsführung 2015-02-27T00:00:00Z Werkzeugmaschinen: Schlussspurt und verhaltene Aussichten

Im vierten Quartal 2014 stieg der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Schlussquartal 2013 um satte 15 Prozent und damit stärker als erwartet. Die Auslandsbestellungen zogen um 24 Prozent an, während die Orders aus dem Inland ein Prozent unter Vorjahr notierten. Für das Jahr 2014 gilt insgesamt ein Plus von vier Prozent. Dabei stiegen die Bestellungen im Inland um sechs Prozent, während die Bestellungen aus dem Ausland ein Plus von vier Prozent verzeichneten.

„Damit endete 2014 für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie mit einem beachtlichen Schlussspurt“, kommentiert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Branchenverbands VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in Frankfurt am Main, das Ergebnis. Ursächlich dafür war nach einem durchwachsenen zweiten Halbjahr ein kräftiges Plus von 36 Prozent des Auftragseingangs im Dezember. Starke Impulse brachte vor allem das Auslandsgeschäft, das um 56 Prozent wuchs. Inländische Bestellungen vollzogen unterdessen mit einem leichten Zuwachs von drei Prozent eine Seitwärtsbewegung, aufsetzend auf einem starken Referenzmonat im Vorjahr.

Der Zuwachs im Dezember basierte nicht alleine auf punktuellen Projekten, wurde aber durch Großprojekte aus dem Nichteuro-Raum zusätzlich beflügelt.

Die Hersteller zerspanender Werkzeugmaschinen konnten im vierten Quartal durchweg gute Geschäfte vermelden. So verzeichnen sie in den letzten drei Monaten des Jahres ein Plus von neun Prozent. Es resultiert maßgeblich aus ausländischen Bestellungen. Auf das Gesamtjahr bezogen, steigerte sich die Zerspanungstechnik um vier Prozent. Die Umformtechnik konnte im vierten Quartal ebenfalls mit einem Plus von 33 Prozent deutlich zulegen. Im Gesamtjahr 2014 wuchs der Auftragseingang für die Umformtechnik um fünf Prozent.

Aktuell profitiert die deutsche Industrie insgesamt von nachlassenden Energiekosten, hervorgerufen durch den sinkenden Ölpreis. Der schwache Euro verbessert zudem die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von Investitionsgütern im Ausland.

Für 2015 setzt die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie auf eine Belebung der Nachfrage, die gleichermaßen aus dem Inland wie dem Ausland kommen soll. Erwartet wird ein Produktionsplus von drei Prozent. „Der niedrige Ölpreis und die Abwertung des Euro beleben die Investitionen und stärken damit auch die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen“, sagt Martin Kapp, Vorsitzender des VDW anlässlich der Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main.

Oxford Economics, Prognosepartner des VDW, sieht 2015 eine Besserung der Weltkonjunktur. Davon profitieren zum einen die großen Anwenderbranchen von Werkzeugmaschinen. Automobilindustrie und Maschinenbau in Deutschland – beide zusammen nehmen rund siebzig Prozent der Werkzeugmaschinenproduktion ab – erwarten jeweils einen Produktionszuwachs.
Zum anderen steht 2015 eine moderate weltweite Nachfragebelebung auf breiterer Basis ins Haus. Zugpferd wird Amerika sein.

Die europäische Nachfrage war im vergangenen Jahr durch Russland stark beeinträchtigt. Gleichwohl zogen die Bestellungen aus etlichen osteuropäischen Ländern bereits in mittlerer zweitstelliger Größenordnung an. In Italien wirkte sich die staatliche Investitionsförderung in Form verbilligter Kredite positiv aus. Die guten Geschäfte mit der Schweiz sind den engen unternehmerischen Verflechtungen zwischen deutschen Herstellern und ihren Schweizer Tochtergesellschaften geschuldet. 2015 wird eine moderate Erholung der europäischen Nachfrage erwartet.

Die gilt auch für Asien. Mit Blick auf China und Korea hat sich der Werkzeugmaschinenverbrauch im vergangenen Jahr stabilisiert. Entsprechend sind die Bestellungen bei den deutschen Herstellern zuletzt wieder angezogen.

„Wir sehen mit verhaltenem Optimismus auf das laufende Jahr, denn die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie als Produktionsausrüster für die Welt ist in guter Verfassung“, resümiert Kapp. Die Branche verkenne jedoch nicht, dass nach wie vor zahlreiche Risiken durch die vielen Krisen rund um die Welt bestehen und vermisse klarere Wachstumssignale in vielen wichtigen Märkten.

zuletzt editiert am 26. April 2021
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