Moosmaschine
Das Moos wird über eine Bewässerungseinheit aus einem Rundrohr mit 160 gelaserten Bohrungen bewässert. Fotos: Löhr

Feinwerktechnik 2018-01-23T00:00:00Z Wettbewerb: Ökologische und innovative Moosmaschine

Zu den interessanten Bewerbungen um den Feinwerkmechanikpreis der letzten Jahre gehörte die Moosmaschine für begrünte ökologische Fassaden, die die Firma Schlosserei Löhr aus Stöckse eingereicht hatte.

Bei der Moosmaschine, die die Schlosserei Löhr aus Stöckse als Bewerbung um den Feinwerkmechanikpreis eingereicht hatte, handelt es sich um eine Konstruktion zur Aufnahme und Bewässerung einer gezüchteten Moosmatte im Fassadenbereich, mit einem Antrieb einer Wassermischeinheit und einem Pumpensystem.
Die Aufgabenstellung für die Entwicklung der Moosmaschinen war, mehr natürliches, kontrollierbares Grün in die Fassade zu bringen. Daraus ergaben sich intensive Gespräche zum Thema Moos als gestaltendes Element in der Fassade. Der Auftraggeber war die Wohnungsgenossenschaft Gartenheim in Hannover. Diese Genossenschaft geht in sehr vielen Bereichen neue, innovative und sich deutlich vom Markt abhebende Wege. Aus der Aufgabenstellung heraus sollte ein entsprechendes Bauteil gefertigt und montiert werden.
Die Moosmaschine besteht aus einem Grundrahmen (2.900 Millimeter mal 1.530 Millimeter, Werkstoff S235 JR, Oberfläche feuerverzinkt nach DIN ISO EN 1461) als tragende Einheit. Montiert wurde die Maschine entsprechend der Örtlichkeit in ein Bestandsfassadenelement aus Kantprofilen aus Cortenstahl.
Die innenliegende Aufnahmekonstruktion (aus Edelstahl 1.4301) wurde als z-förmige gekantete Wanne zur senkrechten Montage im Grundrahmen mit Aufnahmen für ein Lochblech ausgeführt. An diese Konstruktion wurde die vorkultivierte Moosmatte mit Drähten befestigt. Im unteren Bereich ist eine gekantete Ablaufrinne mit Abgangsstutzen und integriertem Gefälle angebracht.

Moosmaschine Montage
Bei der Montage der Moosmaschine.

Die Bewässerungseinheit besteht aus einem Rundrohr (acht mal zehn Millimeter) u-förmig auf Gehrung gearbeitet und hat einen Wasseranschluss. Das Rohr hat 160 Bohrungen (3D-gelasert) mit einem Durchmesser von 0,7 Millimeter in Reihe gebohrt, um eine gleichmäßige Bewässerung der Moosmatte zu ermöglichen. Die Einheit wird über ein Doppelschienenprofil, System Frenzel, mit runden, einstellbaren Lagergehäusen E01 geführt und ist wartungsarm.
Antrieb der Bewässerungseinheit erfolgt über ein DC-Motor 15 Watt, zwölf Volt, 2.950 Umdrehungen pro Minute, in Kombination mit einem Stirnradgetriebe sowie einem Kegelradgetriebe mit zwei Abgangswellen und spielfrei gebohrter Rutschkupplung. Die Antriebswellen sind mit Kettenrädern aus Stahl (zehn Zähne, Teilung sechs Millimeter) in Kombination mit einer Kleinstkette aus Stahl (Teilung acht Millimeter) mit Spannelement versehen. Die Bauteile wurden als individuell gefertigte Frästeile gefertigt. Die Steuerung erfolgt über eine spezielle Software.
Die externe Mischeinheit für das Wasser zur Bewässerung besteht aus einem feuerverzinkten Grundrahmen als Stahlrohrkonstruktion. Der Rahmen dient der Aufnahme der Dosierpumpentechnik und der Leitungen und der kompletten Sensortechnik. Dazu gehören auch eine Rührwerkwelle mit Flügel sowie ein Behälters für die Nährflüssigkeit zur Bewässerung und Düngung der Moosmatte.
Äußere Bekleidung der Moosmaschine wurde als zweiflügeliges Türelement in Schweiß- und Kantkonstruktion mit einem Ausschnitt für die Glasscheibe ausgeführt. Die seitliche Querlüftung erfolgt über wellenförmige Ausschnitte. Die Verglasung wurde aus entspiegeltem VSG gefertigt. Die Einheit wird über LED-Stripes beleuchtet.

Moosmaschine Cortenstahl
Die Moosmaschine im Cortenstahlrahmen in der Fassade.

Die Bewegung der Bewässerungseinheit erfolgt über eine gleichbleibende Horizontal- und Vertikalbewegung Für Detaillösungen der Moosmaschine wurde eine Reihe von Patenten angemeldet.

Feinwerkmechanikpreis 2018 - Bewerben Sie sich!

Am 1. Januar 2018 begann die Bewerbungsfrist für den Feinwerkmechanikpreis 2018, die bis 31. Mai 2018 läuft. Alle entsprechenden Informationen und den Bewerbungsbogen finden Sie unter www.feinwerkmechanikpreis.de . Schicken Sie uns Ihre besten Projekte.
Der Preis wird am 26. Oktober 2018 im Rahmen des Feinwerkmechanik-Kongresses in Würzburg verliehen. Die Teilnehmer erwartet wieder ein informatives Programm in einer attraktiven Umgebung.
Weitere Informationen über Gewinnerprojekte bekommen Sie im Film in unserem Videoportal unter www.metallbauTV.de .

zuletzt editiert am 26. April 2021
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