Terrassenüberdachungen: Die einfache Überdachung der Terrasse ist eine wirtschaftliche Alternative zum preisintensiven Wintergarten. Metallbauer bieten dazu sowohl typengeprüfte Dachsysteme als auch individuelle Anfertigungen und verbinden eine regelgerechte Ausführung mit anspruchsvoller kreativer Gestaltungsfreiheit. Hier erfahren Sie mehr über den Trend. Petra Domke
Nicht erst wenn man im Frühjahr oder Herbst sowie bei weniger schönen Tagen seine Terrasse nutzen möchte, wird deutlich, dass eine Überdachung entscheidende Vorteile hat. Gerade in Zeiten explodierender Baukosten im Einfamilienhausbau ist eine kostengünstige und dennoch individuelle und attraktiv gestaltete Terrassendachlösung eine willkommene Alternative zum kompletten Wintergarten. Terrassenüberdachungen sind nicht nur deutlich preiswerter und weniger aufwendig als das Glashaus, sondern dauerhaft nutzungsorientierte Varianten, die die Aufenthaltsqualität im Freien auch bei intensiver Sonnen- und leichten Regenzeiten sichern.
„Vor allem, weil ein intelligent gewähltes Dachsystem eine spätere schrittweise Nachrüstung und Anpassung an wachsende Bedürfnisse bis zur vollständig eingehausten Terrasse nicht verbaut“, erklärt Metallbauunternehmer und Terrassendachprofi Jan Eikermann, Geschäftsführer der Neuenhagener Bauelement JE. „Ein individuell gestaltetes Terrassendach verändert die Optik und den Wert eines Hauses und trägt mit dazu bei, dem Gebäude eine individuelle Ausstrahlung zu verleihen. Das Dach sollte darum neben einem wirksamen Wetter- und Sonnenschutz auch noch eine gestalterische Funktion übernehmen. Vor allem, weil in der Gegenwart unter dem Aspekt der Kostenoptimierung Hausformen und Fassadengestaltungen auf ein Minimum an Individualität reduziert werden, können mit einem kreativ interpretierten Terrassendach unterschiedlichste Gestaltungsideen umgesetzt und mit durchaus mäßigem Kostenaufwand eine anspruchsvolle Gebäudegestaltung erzielt werden.
Dazu passt, dass Terrassenüberdachungen seit einigen Jahren voll im Trend liegen. Zu den Vorteilen gehört es, dass das ungehinderte Gartenfeeling trotz Komfortgewinn bestehen bleibt, die Gartenmöblierung im Freien bleiben kann und vor zu viel Feuchtigkeit und UV-Einstrahlung geschützt ist.“
Planen Sie verantwortungsbewusst und nachhaltig

Für den Terrassenbau ergibt sich gegenüber dem Wintergarten ein grundsätzlich vereinfachtes Aufmaß, Planung, Herstellung und Montage, sogar wenn das Dach mit seitlichen Windschutzelementen aufgewertet wird. Das bietet die Möglichkeit der Spezialisierung und die Chance, wesentlich mehr Kompetenzen und Erfahrungen allein im Überdachungsbau aufzubauen.
Um sich vor Betrieben zu schützen, die das geforderte fachliche Knowhow nicht aufweisen, sollten Kunden dahingehend beraten werden, dass der Fachbetrieb auf einige Voraussetzungen wie die Zertifizierung nach DIN EN 1090 (tragende Stahl- und Aluminiumkonstruktionen) und Qualitätsnachweise für die Produkte wie die Systemprüfungen verweisen kann. Obwohl Terrassenüberdachungen in einigen Bundesländern bis zu einer in der jeweiligen Landesbauordnung festgelegten Größe verfahrensfrei sind, übernehmen die Handwerksbetriebe die Planungs- und Montageverantwortung für ein mangelfrei funktionierendes Bauwerk und nicht nur für eine Metallkonstruktion.
Terrassendächer werden ständig durch Kräfte wie Schnee- und Windlasten, aber auch durch die nicht zu unterschätzende Eigenlast belastet. Die Dachkonstruktion, Dachhaut sowie die tragende Unterkonstruktion des Daches sind nach technischen, Fach- und Bemessungsregeln statisch nachzuweisen. Die Kräfte müssen gegebenenfalls durch geeignete und für den Anwendungsfall bauaufsichtlich zugelassene Befestigungen in das anschließende Mauerwerk abgeleitet werden. Bereits für Gebäude mit mehr als zwei Wohneinheiten ist eine geprüfte Statik vorzulegen.
TIPP
Statik Planen Sie das Terrassendach richtig
Bei der Planung eines Terrassendaches müssen die Landesbauordnungen und die darin geforderten bautechnischen Nachweise beachtet werden. Dazu gehören die Bestimmungen der Lastannahmen (zum Beispiel Schnee und Wind) nach Eurocodes 1 und die Bemessung der tragenden Konstruktion und gegebenenfalls einer Verglasung entsprechend den Eurocodes 3 (Stahlbau) und 9 (Aluminiumbau) beziehungsweise der DIN 18008 für die Verglasung sowie die Bemessung der Befestigungen am Bestandsbau.
Berücksichtigen Sie die Landesbauordnungen
Das bedeutet, dass die Landesbauordnungen und die darin geforderten bautechnischen Nachweise beachtet werden. Jan Eikermann dazu: „Für uns als ausführenden Fachbetrieb bedeutet das, die Art und Beschaffenheit der Wand zu ermitteln (Wandaufbau, Wandbaustoff, Wanddicke, Dämmung etc.) sowie die Tragfähigkeit und dauerhaft sichere Verankerung des Wandanschlusses am Haus zu prüfen.
Nicht selten kommen durch die gegeben Umstände Dächer mit freitragendem Wandanschluss zum Einsatz. Diese sind statisch nachzuweisen und stehen im Einklang mit der Statik des gesamten Daches. Wer dabei den Stand der Technik ignoriert, beweist mangelnde Sorgfalt und Kompetenz. Hinzu kommt die Beurteilung der sicheren Dimensionierung und Verankerung der Stützen im oder auf dem Terrassenboden.
Ein weiterer sensibler Punkt der Planung des Terrassendaches macht deutlich, wie wichtig ein fachgerechter Umgang mit den Planungsdaten ist. Nehmen wir das Beispiel der prognostizierten Schneelasten und die zu beachtenden Schneelastzonen – für die Region Berlin-Brandenburg gilt die Schneelastzone 2 mit Zusatzlasten, so dass nach DIN EN 1991-1-3 ein Faktor 2,3 zwingend anzurechnen ist. Im günstigsten Anbaufall muss das Dach für eine Schneelast von 156 Kilogramm pro Quadratmeter ausgelegt sein. Erfolgt die Montage allerdings an einem Giebel, muss noch eine zusätzliche statische Last für die so genannte Schneekeilbildung in die Statik eingerechnet werden und man erreicht Werte bis zu 252 Kilogramm je Quadratmeter.
Wichtig für die statische und damit planerische Vorarbeit des Terrassendaches ist es auch zu wissen, ob das Dach später mit Ausfachungselementen, mit Schiebelementen, anderen Terrassenverglasungssystemen oder Festelementen erweitert werden, also möglicherweise eine Nachrüstung zu einem so genannten kalten (ungedämmten) Wintergarten erfolgen soll. Dies hat erheblichen Einfluss auf die technisch statische Ausfertigung der Stützen und der tragenden Rinne, weil zusätzliche Verkehrslasten in das Dach abgetragen werden. Die vorausschauende Planung bildet die Voraussetzung für die Nachhaltigkeit der Konstruktion.“
Vertrauen Sie auf bewährte und geprüfte Systeme

Um den hohen Sicherheitsvorgaben zu entsprechen, setzen viele Metallbauer auf einen Angebotsmix, der einerseits aus vorgefertigten zugelassenen Systemen von Dachspezialisten und Zulieferern und andererseits auf individuelle Handwerksarbeit unter Beachtung der Vorgaben des Gesetzgebers basiert. Bei der Verwendung eines bewährten Systems ist die eigene Planungs-, Konstruktions- und fertigungstechnische Vorarbeit am geringsten und damit oft kostengünstiger. Der Metallbauer profitiert darüber hinaus vom Know-how des Systemgebers, der Systembeschreibung, den Montagehinweisen, der Logistik, von den Prüfungen aller Systemkomponenten sowie nicht zuletzt von der Herstellerqualität mit Garantieangaben und Nachkaufgarantien.
„Kostenoptimierte Lösungen und qualitätsgerechte Ausführungen werden von den Kunden sehr geschätzt. Je nach Bausituation, gewünschter Ausführung und Gestaltungsvorgaben des Kunden ist es sinnvoller und preisgünstiger, wenn wir je nach dem auf bereits fertig entwickelte, technisch ausgereifte und gestalterisch anspruchsvolle Terrassendachsysteme von einem anerkannten Zulieferer zurückgreifen oder für die Konstruktion unter Beachtung der genannten technischen Regeln und Normen als qualifizierter Metallbaubetrieb nach Kundenwunsch individuell anfertigen. Wir als Montagebetrieb und die Kunden können uns damit auf fachgerechte und bewährte Lösungen für alle Sicherheitsstandards verlassen.
Sämtliche Konstruktionen, Verbindungen, Materialien und Beschichtungen sind hinsichtlich Produktion, Montage, Funktionalität, und Nachhaltigkeit weitestgehend optimiert. Der Kunde wählt aus einem breiten Angebotsspektrum sein Dach aus und wir realisieren die zügige Endmontage vor Ort. Bei den Ausführungen variieren Größe, Farbe, Dachform und Dachbefestigung erheblich. Damit schaffen wir es, die Terrassenüberdachung an die individuellen Gegenebenheiten und die Kundenwünsche anzupassen. Die Qualität eines Terrassendachsystems zeigt sich an technisch ausgereiften Befestigungen am Gebäude, an einer funktionierenden Statik der Gesamtkonstruktion sowie nicht zuletzt an einem variantenreichen ästhetischen Gestaltungspielraum“, führt Jan Eikermann weiter aus.
Fazit: Setzen Sie auf Beratung, Verantwortung und Qualität
Obwohl viele Metallbauer auf die Systemangebote im Terrassendachbau zurückgreifen, bleibt dem Kunden gegenüber eine umfassende Beratungs- und Ausführungskompetenz bestehen. Zur Verantwortung der Metallbaubetriebe gehört es, über die Produktvielfalt der Systemzulieferer zu informieren und passende Produkte anzubieten, die Bestandsituation entsprechend bautechnisch korrekt und gestalterisch zu bewerten sowie am Ende das Terrassendach nach dem Stand der Technik fachgerecht und in hoher Qualität zu montieren.