Die Redaktion M&T mit den sieben Gewinnern des Metallbaupreises (von links): John-Thomas Siehoff (M&T), Günter Siebert (Metallwerkstatt Günter Siebert), Igor Boric (Sunshine Wintergarten), Klaus Rengier (Sunshine Wintergarten), Yvonne Schneider (M&T), Uwe Meersteiner (VWW Veranda), Jörg Dombrowski (M&T), Willi Kuhla (Stahl- und Treppenbau Kuhla), Klaus Biedenkapp (Biedenkapp Stahlbau), Sebastian Käuferle (Käuferle), Bernhard Hahner (Hahner Eco Technics). Foto: M&T

Deutscher Metallbaupreis 2011-10-31T23:00:00Z Metallbaupreis 2011: Die Sieger

Beim Metallbaukongress am 4. und 5. November 2011 in Koblenz wurde das Geheimnis gelüftet. Die ersten sieben Gewinner des M&T-Metallbaupreises stehen fest. Hier die Details.

Nach der erfolgreichen Verleihung des M&T-Erfinderpreises im vorigen Jahr hatte unsere Fachzeitschrift M&T in diesem Jahr das erste Mal den M&T-Metallbaupreis ausgeschrieben. Wurden beim M&T-Erfinderpreis besonders innovative Hilfsmittel gesucht, die sich die Metallhandwerker für die Erleichterung ihrer Arbeit in der Werkstatt oder auf der Baustelle geschaffen hatten, so ging es in diesem Jahr beim M&T-Metallbaupreis zum ersten Mal um die besten gebauten Objekte des Metallhandwerks.

Das Motto des Preises lautet „Klug geplant, perfekt gebaut“ und er wird verliehen, um die besten Arbeiten zu würdigen. Denn unter den Objekten, die jedes Jahr von Metallbauern fertiggestellt werden, gibt es viele gelungene und einige herausragende Arbeiten.

Der Metallbaupreis war in sechs Kategorien ausgeschrieben:

Das sind die Pokale, die die Sieger des M&T-Metallbaupreises in Empfang nehmen konnten. Foto: M&T
  • Fenster/Fassade,
  • Türen/Tore/Brandschutz,
  • Sonnenschutz/Photovoltaik,
  • Treppen und Geländer,
  • Stahlkonstruktionen,
  • Wintergärten.

Knapp vierzig Bewerbungen (alle von hoher Planungs- und Ausführungsqualität) wurden eingereicht und die zwölfköpfige Jury hatte einen schwierigen Job. Nach der Durchsicht aller Bewerbungen wurde entschieden, einen weiteren, siebten Preis für „Gestaltetes Metall“ zu verleihen.

Nachdem die Jury die Sieger gefunden hatte und die Redaktion alle Gewinner und die Objekte besucht und gefilmt hatte, wurden die sieben Preisträger in Koblenz beim Metallbaukongress im Kurfürstlichen Schloss bei der festlichen Abendveranstaltung vor 250 Berufskollegen aus ganz Deutschland ausgezeichnet.

Und hier sind die Sieger:

Gespindelte DNA-Treppe

Der Sieger in der Kategorie „Treppen und Geländer“ ist eine bemerkenswerte Treppenanlage, die die Firma Stahl- und Treppenbau Kuhla aus Vetschau als erlebbares Kunstobjekt in Form eines DNA-Stranges gebaut hat. Der mittelständische Metallhandwerksbetrieb fertigte nach einem gezeichneten Entwurf diese exklusive Treppenanlage für eine europaweite Wanderausstellung zu Ehren des 200. Geburtstages von Charles Darwin im Jahr 2009.

Die außergewöhnliche Treppenkon­struktion besteht aus spiralförmig gebogenen Rohren und fächerartig angeordneten Rohrsprossen. Eine besondere Herausforderung war die hohe Maßgenauigkeit der gesamten Konstruktion mit den dreidimensional gebogenen Rohren und den laserzugeschnittenen Teilen.

Abfälle sinnvoll verwendet

Als Sieger in der Sonderkategorie „Gestaltetes Metall“ wurde von der Jury das außergewöhnliche Hoftor ausgewählt, das die Metallwerkstatt Günter Siebert aus Pattensen entworfen, gebaut und montiert hat.

Das dreiflügelige Hoftor mit einer Breite von 2.860 Millimetern und einer Höhe von 1.940 Millimetern wurde mit Reststücken von wasserstrahl-geschnittenen Blechen gestaltet und ausgelegt. Die Farbgebung der Teile erfolgte nach einem vorher entworfenen Farbkonzept.

Das Interessante an dem Objekt ist vor allem auch die Umsetzung des Gedankens der sinnvollen maximalen Materialausnutzung durch die Verwendung von übrig gebliebenen Reststücken aus dem Zuschnittbereich. Das und die gelungene Gestaltung überzeugten die Jury.

Über den Wipfeln schwebend

Der 1. Platz in der Kategorie „Stahlkon­struktionen“ wurde von der Jury an den Skywalk vergeben, den die Firma Biedenkapp Stahlbau aus Wangen im Allgäu geplant, gefertigt und montiert hat. Der „Baumwipfelpfad“ wurde mitten im Wald errichtet und erschließt dem Besucher einen vollkommen neuen Blick auf die Natur.

Das Bauwerk ist nicht nur eine Touristenattraktion, sondern durch die Materialwahl, den Korrosionsschutz und das naturschonende Montagekonzept auch ein gelungener Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit. Das Grundkonzept ist eine Stahl-Seilkonstruktion mit abgespannten Stahlmasten, die Hängebrücken und Stege tragen. Außerdem gibt es einen fünfzig Meter hohen Aussichtsturm sowie einen Erlebnisbereich (Netztunnel) mit abschließender Rutsche. Der gesamte Baumwipfelpfad ist 540 Meter lang und befindet sich in einer Höhe von 15 bis dreißig Metern über dem Waldboden.

Pyramidenförmig angebaut

Der 1. Platz in der Kategorie „Wintergarten“ wurde von der Jury einer pyramidenförmigen Wintergartenkonstruktion zuerkannt, die die Firma VWW Veranda aus Weimar realisiert hat. Für den Anbau wurde der komplette Giebel eines Wohnhauses entfernt und durch eine großformatige Wintergartenkonstruktion ersetzt.

Durch den Anbau beziehungsweise Einbau in einen bestehenden Altbau und durch die Größe des Wintergartens waren die technischen und statischen Anforderungen besonders hoch. Die gesamte Konstruktion hat eine Höhe von 6.540 Millimeter und eine Breite von 6.580 Millimeter und führt über zwei Etagen. Zur Lastableitung konnte nur die Wintergartenkonstruktion selbst genutzt werden.

Sicher gefaltet

Der 1. Platz in der Kategorie „Fenster und Fassade“ wurde von der Jury einem vierteiligen Dachschiebefenster mit Faltanlage zuerkannt, das die Firma Sunshine Wintergarten GmbH umgesetzt hat.

Das Open-Air-Dachschiebefenster besteht aus bis zu drei beweglichen motorisch angetriebenen Flügeln, die sich mithilfe eines elektrischen Antriebs vertikal unter einen oben liegenden festverglasten Flügel schieben lassen. Durch die stabile Bauweise der thermisch getrennten Aluminiumkonstruktion können Fenstergrößen von bis zu vier mal zwölf Metern geschaffen werden. Besondere Anforderungen waren die absolute Dichtigkeit der Konstruktion und die hohen Wärmedämm­eigenschaften.

Kaum sichtbar integriert

Gewinner in der Kategorie „Türen, Tore, Brandschutz“ wurde das zweiteilige, fassadenintegrierte Klapptor, das die Firma Käuferle aus Aichach konstruiert und gefertigt hat.

Die ungewöhnliche Sonderkonstruktion vereint Merkmale von Sektional- und Kipptor. Damit ist die Verkleidung mit dem gleichen Material möglich, das an der Fassade eingesetzt wurde. Der Preisträger hat zudem die Herausforderung gemeistert, die Tormechanik auf das hohe Torblattgewicht abzustimmen und diese so zu gestalten, dass nicht nur dauerhafte Funktionalität, sondern auch sämtliche Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Die Sondertorkonstruktion ist platzsparend hinter der Toröffnung eingebaut und hat eine bemerkenswerte Größe von 7.500 Millimeter mal 4.950 Millimeter.

Autark erzeugter Ökostrom

Gewinner des M&T-Metallbaupreises 2011 in der Kategorie „Sonnenschutz und Photovoltaik“ wurde das von der Firma Hahner Eco Technics aus Petersberg-Böckels neu entwickelte und gefertigte Solar-Carport.

Das modular und flexibel aufgebaute Designcarport ist mit multifunktionalen, semitransparenten und variablen Photovoltaik-Modulen ausgestattet und dient gleichzeitig als Stromlieferant, zur Beleuchtung, als Design-Objekt und als Unterstellmöglichkeit für Elektromobile.

Die Montage und der Aufbau sind dank eines Steckersystems denkbar einfach, in kurzer Zeit und von zwei Monteuren umsetzbar.

Die Jury ist der Meinung, dass das Objekt besonders preiswürdig ist, weil sich ein Metallbauer hier mit einer innovativen Idee einen Zukunftsmarkt erschließen will.

Fazit:

Klug geplant, perfekt gebaut

Die Siegerobjekte überzeugen durch die hohe Qualität der Vorbereitung und Planung und die Perfektion der technischen Ausführung.

zuletzt editiert am 01. September 2021
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